Warum es Neubürger nach Bergkamen zieht

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Guido und Andrea Stutthoff sind aus Dortmund nach Bergkamen gezogen und erkunden mit ihrem Hund den neuen Wohnort.

Bergkamen – Über 40 neue Bergkamener begrüßte Roland Schäfer jetzt im Saal der Volkshochschule an der Lessingstraße. Der Bürgermeister präsentierte den Ort auf der Leinwand in den schönsten Farben, erzählte den Zugereisten von Leuchtturmprojekten wie der geplanten Wasserstadt Aden und dass er gerne ein neues Rathaus hätte.

Die Anwesenden lauschten und stellten anschließend Fragen zu Themen, die sie in ihrem neuen Wohnumfeld bewegten. Wusste der Verwaltungschef keine Antwort, verwies er an Monika Sommer, die sich den Adressaten zwecks nachgereichter Information notierte. „Eine Rückmeldung garantiere ich“, betonte Schäfer. 

Durchaus glaubwürdig, die Aussage, werden zum Beispiel Andrea und Guido Stutthoff bestätigen. Bei allen Kontakten mit der Verwaltung im Bergkamener Rathaus sei es sehr persönlich und freundlich zugegangen. „Das Ummelden hat zehn Minuten gedauert, egal auf welchem Amt, auch mit dem Bauamt hatten wir nie Probleme. Man wird immer an die richtige Stelle verwiesen – ein super Service.“ Das Paar zog aus Dortmund-Bitterfeld nach Bergkamen, baute in Overberge an einer Stichstraße zur Industriestraße. 

Niedriger Quadratmeterpreis

„In Dortmund sind die Preise explodiert“, erklärt der 48-jährige Pensionär Guido Stutthoff. „Hier stimmt der Quadratmeterpreis.“ Andrea Stutthoff (47) ergänzt, dass sie die ländliche Umgebung mit Tieren, der Ruhe und viel Grün schätzt. „Trotzdem ist es zentral“, sagt sie. Bäcker, Metzger oder der Hofladen Schulze-Elberg – alles sei schnell erreichbar wie auch ihr Arbeitsplatz im Dortmunder Zentrum. „Durch unseren Hund kommen wir hier rum“, lernte sie unter anderem den Beversee und die Marina in Rünthe kennen. 

„Das ist ein Kurzgefühl von Urlaub.“ Familien mit Kindern sind an diesem Abend im Saal, Neubürger mittleren Alters in der Mehrzahl, aber auch einige Senioren. 87 Jahre ist Anna Klinger. Sie zog nicht weit, kam aus Lünen-Wethmar. 

„Ich wollte eine kleine Wohnung, unser Haus war einfach zu groß für mich alleine“, sagt sie. 45 Jahre wohnte Klinger dort. Trotzdem sei ihr der Umzug nicht schwer gefallen. Allerdings ist sie auch in das Haus ihres Sohnes, Gisbert Klinger, an der Schenkstraße in Overberge gezogen, sicher der entscheidende Wohlfühlfaktor.

Anna Klinger wohnt jetzt bei ihrem Sohn in Overberge.

 „Bleibt Kaufland?“, war eine der gestellten Bürgerfragen an den Bürgermeister. Gemeint war die Filiale an der Tödinghausener Straße. 

Schäfer antwortete nach bestem Wissen und Gewissen: „Ich kenne die Aussage, dass sie drin bleiben, aber umstellen wollen.“ Roland Schäfer gab zu, dass er gegen einen schäbigen Leerstand am Römerberg, Ecke Brukterer Weg keine rechtliche Handhabe habe. „Wir können nur an den Eigentümer appellieren, etwas zu unternehmen“, so Schäfer. Der Zuspruch der Zugezogenen bei der Neubürgerbegrüßung gibt der Bergkamener Verwaltung recht. Die „Neuen“ erfahren viel über die Gemeinde und treffen die richtigen Ansprechpartner: Die Ortsvorsteher waren am Mittwochabend komplett vertreten.

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