Zwischenlager in Bergkamen

Vier Festnahmen: Polizei legt Online-Betrügern das Handwerk

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Die Täter hatten online Waren bestellt und die Pakete während des Transports abgezweigt.

Bergkamen – Die Polizei im Kreis Unna hat einer Bande von Betrügern das Handwerk gelegt, die online Waren bestellt und während des Transports abgezweigt hat. Die Ganoven hatten ihr Lager in einer angemieteten Garage in Bergkamen eingerichtet – dort schlugen die Beamten am späten Samstagabend zu.

Hinweise aus der Bevölkerung hatten zu der Garage geführt. In ihr befand sich nach Polizeiangaben von Dienstag eine Vielzahl von Paketen ein und desselben Logistikunternehmens. Glück für die Einsatzkräfte: Sie trafen gleichzeitig vier Tatverdächtige an.

Die jungen Erwachsenen zwischen 19 und 24 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Der Vorwurf gegen sie: erwerbsmäßiger Betrug im Zusammenhang mit Online-Bestellungen.

Weiterversand ins osteuropäische Ausland

Wie die Ermittlungen ergaben, diente die Garage nur als Zwischenlager. Von dort erfolgte ein Weiterversand der gestohlenen Waren ins osteuropäische Ausland. Dabei soll es sich im Wesentlichen um Kfz-Zubehör sowie um hochwertiges Werkzeug gehandelt haben.

Nach welcher Methode die Bande genau agiert hat, teilt die Polizei nicht mit. „Wir wollen keine Nachahmungstäter“, sagt Sprecher Christian Stein. Die Vorgehensweise sei durchdacht und der Behörde bis dato noch nicht untergekommen.

22-Jähriger als Kurierfahrer tätig

Tatsache ist: Einer der Tatverdächtigen, ein 22-Jähriger, war Kurierfahrer bei einem der großen Paketzusteller in Deutschland. Offenbar wusste er, welche Kartons in seinem Zustellerfahrzeug er abzweigen konnte. An wen sie adressiert waren – auch dazu schweigt die Polizei.

Die Bande war den Angaben nach offenbar seit mehreren Monaten in Bergkamen aktiv. Bei den Festgenommenen handelt es sich um eine 24-Jährige, einen 24-Jährigen, einen 19-Jährigen und besagten Kurierfahrer. Alle Vier seien derzeit im Kreis Unna gemeldet, hätten einen rumänischen Pass, die genauen Wohnverhältnisse müssten aber noch geklärt werden, teilt Stein mit.

Hat die Bande noch mehr Mitglieder?

Die Tatverdächtigen wurden nach den ersten polizeilichen Maßnahmen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft entlassen. Die Ermittlungen dauern an. Sie konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Bande noch mehr Mitglieder hat.

Zudem muss geklärt werden, warum die Straftaten nicht früher aufgefallen sind und wie viele Waren schon aus Deutschland herausgeschleust wurden. Erst dann lässt sich auch klären, wie hoch der Schaden durch die Betrügereien ist.

Überdies bleibt zunächst die Frage offen, wer überhaupt geschädigt wurde: allein die Versender der Waren oder etwa auch Personen, deren Identität gestohlen wurde.

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