Wanderfalken ziehen am Bayer-Schornstein Junge groß

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Die jungen Wanderfalken sind inzwischen beringt worden und somit eindeutig zu identifizieren.

BERGKAMEN - Ein Wanderfalkenpärchen hat sich einen ungewöhnlichen Brutplatz ausgesucht: den Schornstein des Bayer-Kraftwerks in Bergkamen.

Eine dort auf Initiative von Udo Bennemann von der NABU-Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz angebrachte Nisthilfe führte sofort zum gewünschten Ergebnis: Das Pärchen habe in dem Nest erfolgreich gebrütet und inzwischen mit der Aufzucht von drei Jungtieren begonnen, vermeldete jetzt das Bayer-Werk. Damit die Eltern beim Ausbrüten und Aufziehen nicht gestört werden, dürfen die Bayer-Mitarbeiter in dieser Zeit bestimmte Bereiche nicht betreten. „Daran haben sich bislang auch alle gehalten“, hebt Bennemann hervor. „Damit haben sie einen wertvollen Beitrag zur positiven Bestandsentwicklung einer seltenen, streng geschützten Vogelart geleistet, die in ganz Europa der Vogelschutzrichtlinie unterliegt.“ 

In 20 Meter Höhe

Es sind nicht ersten, die sich dort in rund 20 Meter Höhe den Schornstein als Abflugrampe ins Falkenleben ausgesucht haben. „Seit 2012 brüten dort jedes Jahr Wanderfalken“, berichtet der Experte, „und ganz wichtig: mit Erfolg.“ Seit dieser Zeit hat die AG dort die Nisthilfen angebracht.

Die Natur will es, dass sich die Bayer-Mitarbeiter nur noch kurze Zeit an ihren gefiederten Freunden erfreuen können. Sobald die Jungtiere flügge sind, suchen sie sich woanders ein eigenes Revier. Dabei legen sich zum Teil erhebliche Strecken zurück: Ein gebürtiger Bergkamener Falke wurde vor Jahren in Warschau (Polen) gesichtet. Und ein Weibchen, das 2015 im Bayer-Werk auf die Welt kam, hat inzwischen im thüringischen Gera eine eigene Familie gegründet. Ein weiteres Falkenpaar bewohnt derzeit in Bergkamen im Übrigen den Turm des Heiler Kraftwerkes. 

Vögel erhalten zwei Ringe 

Da die jungen Falken beringt werden, können sie später identifiziert werden. „Sie erhalten zwei Ringe“, erklärt Udo Bennemann, „einen Kennring von der Vogelwarte mit einer Nummer und einen zweiten individuellen Ring.“ Dieser enthält eine Codenummer, die die Vogelfreunde und Wissenschaftler mit einem Spektiv, einem einäuigen Fernrohr, ablesen können

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