Ein Wahrzeichen verschwindet

Förderturm von Haus Aden soll neuem Pumpenturm weichen

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Der Förderturm von Haus Aden ist das letzte sichtbare Zeichen des Bergbaus in Oberaden.

Bergkamen – Die Tage des noch stehenden Fördergerüsts von Haus Aden sind gezählt: Der Stadt liegt ein formeller Abrissantrag vor. Weil das Schachtgerüst einem neu zu bauenden Pumpenturm für die Grubenwasserhaltung im Weg steht, ist ein Erhalt des Wahrzeichens und letzten Oberadener Bergbau-Relikts nicht möglich.

Dabei ist auch der Stadtverwaltung bewusst: „Das Fördergerüst war auch die Adresse, das Gesicht und die Landmarke der neuen Wasserstadt“, erklärte Planungsamtsleiter Thomas Reichling im Stadtentwicklungsausschuss. Doch die vier senkrecht stehenden tragenden Elemente des Gerüsts sind das Problem, wären es nur die markant geneigten Pfeiler rechts und links, hätte der Turm vielleicht genutzt werden können. Doch so muss ein Neubau her.

Der soll – geht es nach dem Willen der Stadt unter Zustimmung der RAG –zu einer neuen Landmarke werden. Denn auch das neu zu bauende Pumpenbauwerk für die Grubenwasserförderung wird zwölf Meter hoch sein – und damit etwa in der Höhe enden, wo aktuell die Förderräder am stehenden Turm beginnen. „Es wird als höchstes Gebäude die Wasserstadt überragen“, erklärte Reichling. Deshalb soll das rein technische Gebäude in einem in der ganzen Region herausragenden Stadtentwicklungsprojekt auch ästhetischen Gesichtspunkten genügen.

„Aus der Tiefe in die Höhe“ ist daher ein hehrer Titel für das neue Projekt. „Aber genau das ist auch unser Ziel und unser Anspruch“, betonte Reichling. Gegenüber dem Bergbau habe man das offensiv formuliert. „Der Bergbau kann damit zeigen, wie an einem alten Standort Strukturwandel positiv gestaltet werden kann.“ Und das soll er sich auch einiges kosten lassen. Allerdings wird er den Schwerpunkt wohl auf das technisch Notwendige legen, für die Optik wird zu einem Löwenanteil die Stadt verantwortlich sein.

Gute Chancen, dass Bau des Förderturms staatlich gefördert wird

Und die hofft deshalb auf Fördergelder. Der Bund fördert aktuell mit einem 75 Millionen Euro schweren Topf national bedeutsame Städtebauprojekte, Orte mit herausragender Funktion, architektonisch wertvolle Bauten oder solche, die einer besonderen Adressbildung dienen. Und das neue Gebäude soll der Wasserstadt ihren Charakter geben. Sie soll der Orientierung dienen.

Die Chancen stehen daher nicht schlecht, dass der neue Förderturm seinem Namen alle Ehre machen könnte – indem sein Bau staatlich gefördert wird. Die Unterlagen sind eingereicht, die Politik begrüßte einmütig „eine vernünftige Verpackung“ eines zwingend notwendigen Gebäudes.

Gibt es vom Städtebauministerium die Zusage auf Fördergelder, soll ein Architektenwettbewerb ausgerufen werden. Die Entscheidung fällt eine Fachjury mit lokaler Besetzung. „Ich hoffe, dass wir in einem Jahr über die Entwürfe reden“, sagte Reichling.

 

Technische Notwendigkeit des Bauwerks sorgte für Diskussionen

Eine Förderquote des Bundes von 65 Prozent wäre fix. Die restliche Summe müssten Stadt und Bergbau unter sich aufteilen. Wird das Projekt nicht gefördert, müssten andere Förderungsmöglichkeiten gesucht werden. Etwas Bedenken hat die Politik noch hinsichtlich der von der Stadt zu tragenden Kosten – denn deren Höhe ist völlig unbekannt.

Aber aktuell ginge es nur um die Bewerbung um Fördermittel, erst mit einem Zuschlag könne man planen. Einen Anspruch auf Realisierung, so beruhigte er, gäbe es auch erst, wenn der Wettbewerb ausgeschrieben worden sei, nicht eher.

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