Ohne Waffenschein

Waffen-Narr aus Bergkamen bedroht Mann mit geladener Flinte

Zwei Jugendliche raubten mithilfe einer Schreckschusspistole eine Tankstelle aus.
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Ein Bergkamener versetzte einen Mann mit seiner Waffe in Todesangst (Symbolbild)

Gleich mehrfach hatte ein Bergkamener eine Waffe dabei ohne die entsprechende Erlaubnis zu besitzen. In einem Fall bedrohte er damit sogar einen Mann in der Wohnung seiner damaligen Freundin. Es war nicht das erste Mal, dass der Bergkamener negativ auffiel.

Bergkamen – Eine Pumpgun, eine Flinte, Munition: Das war das Ergebnis der Durchsuchung einer Wohnung in Bergkamen im März vergangenen Jahres. Die Wohnung gehört einer jungen Frau. Sie ist aber nicht die Eigentümerin der Waffen. Die stammen von ihrem Bruder. Der 32-Jährige hatte sie heimlich bei seiner Schwester versteckt. Und er hatte noch mehr dieser illegalen Gegenstände. Eine Waffe trug er im Rucksack bei sich, als er seinen Vater besuchte. Einen Waffenschein hat der Mann nicht.

Der Bergkamener interessiert sich für die Technik der Waffen, bastelt gerne an ihnen herum – und setzt sie zum Einschüchtern ein. Am 28. November ging er in die Wohnung seiner damaligen Freundin in Kamen. Diese hat Besuch von einem Mann. Das passte dem 32-Jährigen gar nicht. Ohne zu zögern, zog er eine seiner Waffen, geladen mit fünf Patronen. Er richtete sie auf den fremden Mann, versetzte ihn in Todesangst. Dreifacher Verstoß gegen das Waffengesetz und Bedrohung lautete nun im Schöffengericht des Amtsgerichts Unna der Vorwurf gegen den 32-Jährigen.

Angeklagter sitzt bereits andere Haftstrafe ab

„Es tut mir sehr leid. Ich streite davon nichts ab“, legte er sofort ein Geständnis ab. Er habe zum Tatzeitpunkt unter massivem Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden: „Ich habe rot gesehen. Ich wollte nur, dass er die Wohnung verlässt.“ Er habe aus Eifersucht und Wut so gehandelt. Ohne Betäubungsmittel in seinem Körper sei er nicht so, gab der Mann an. Er erläuterte ausführlich, wie sehr Drogen und Alkohol sein Leben negativ verändert hatten. Er sei zum Beispiel bei seinen Eltern raus geflogen, „verständlicherweise“, so der Bergkamener. Aber jetzt wolle er sein Leben ändern.

Momentan sitzt der 32-jähriger eine Haftstrafe wegen Bedrohung und Beleidigung ab. Er sei froh, ins Gefängnis gekommen zu sein. Dort lebe er seit drei Monaten ohne Alkohol und Drogen. Er habe sich freiwillig bei einer Beratungsstelle gemeldet und absolviere ein Antiaggressionstraining. Für die Zeit nach dem Gefängnis habe er einen Job in Aussicht, zudem habe er eine neue Freundin. In ihrem Leben gebe es weder Alkohol noch Drogen.

Späte Entschuldigung

Der Bergkamener entschuldigte sich im Gerichtssaal bei dem Mann, den er bedroht hatte, und bei seiner Schwester. Das wertete das Schöffengericht positiv. Auf der anderen Seite standen allerdings 14 Vorstrafen, unter anderem mehrfach wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Angeklagter und Verteidiger erbaten eine Bewährungsstrafe.

Das Urteil lautete am Ende ein Jahr und sechs Monate – ohne Bewährung.

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