Wie flott ist Bergkamens schnelle Eingreiftruppe?

Saubere Leistung: In "1-2-3" Tagen zugewucherten Weg frei geschlagen

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Test bestanden: Drei Werktage nach der Meldung hatte „1-2-3 Bergkamen“ den zugewucherten Pfad im Südwesten der „Fluhme-Kreuzung“ freigeschnitten. Geblieben sind die Stolperkanten durch die Baumwurzeln – da muss Straßen.NRW tätig werden.

Bergkamen - Als schnelle Eingreiftruppe gegen Unrat wurde „1-2-3 Bergkamen“ vorgestellt. Wir haben’s ausprobiert.

1-2-3 erledigt: Mit den Versprechungen zur Einführung der neuen Saubermänner im Dienste der Stadt Bergkamen haben die Verantwortlichen den Mund wohl nicht zu voll genommen. Zu Pfingsten ist der Baubetriebshof mit drei zusätzlichen Kräften und dem Slogan „1-2-3 Bergkamen“ angetreten, im Handumdrehen zu beseitigen, was übers Stadtbild die Nase rümpfen lässt: Müllhaufen, überwucherte Beete – so etwas eben. Das habe ich mal getestet und festgestellt: Es klappt. 

Bei einer Radtour aufs Problem gestoßen 

Zunächst sprang auf der täglichen Route durchs Revier so recht nichts ins Auge. Aber eine Radtour nach Kamen brachte mich aufs engste mit dem Thema in Berührung: auf der Werner Straße, an der Kreuzung mit der Industrie- und der Fritz-Husemann-Straße. Ich nutzte die Fußgängerfurt und stand an der Engstelle zwischen dem Zaun zur Rechten und einem kleinen Urwald zur Linken. Um drei Baumstümpfe war das Grün so ausgeschlagen, dass nur ein schmaler Pfad blieb und sich die Brennnessel unter Regen fies in den Weg bog. Das kam mir diesmal durchaus gelegen.

Nach 18 Minuten ein erster Anruf

Mit drei Fotos garniert, habe ich am Donnerstag, 9. Juli, gegen 13.30 Uhr die Meldung als „Privatier“ via Homepage der Stadt Bergkamen abgesetzt. Die Reaktion folgte prompte: 13.48 Uhr meldete sich Corinna Feldkamp auf der angegebenen Mobilfunknummer: Die Beschwerde sei eingegangen, aber mit der angegebenen E-Mail-Adresse könne etwas nicht stimmen. Das war die private, damit den Braten möglichst niemand riecht. Ich hatte mich vertippt – aber Problem behoben.

Nach drei Tagen Problem beseitigt

Das galt an Arbeitstag drei nach der Eingabe auch für den Urwald am Saum der Bundesstraße. Am Dienstag, 14. Juli, vormittags hat der 1-2-3-Trupp beseitigt, was Weg und Sicht versperrte, wie Bauhofleiter Stephan Polplatz auf dann offizielle Anfrage der Redaktion berichtete. Damit ist auch belegt, dass die Kommune hier nicht länger auf andererleuts’ Zuständigkeit verweisen will, wenn etwas im Argen liegt. „Die Werner Straße ist ja eine Bundesstraße, da ist Straßen.NRW zuständig“, erläuterte Polplatz. „Die querende Industrie- und Husemann-Straße ist eine Kreisstraße.

Geschafft: Der Urwald ist gerodet.

Kein "Schwarzer Peter" mit den Zuständigkeiten

Die Regelung ist eigentlich die, dass derjenige freischneiden muss, von dessen Straße aus die Sicht beeinträchtigt ist. Das wäre hier der Kreis Unna.“ Aber hier wird’s nun „1-2-3“ anders gemacht. Damit Rechtsabbieger Sicht und Fußgänger freie Bahn haben, hat „1-2-3 Bergkamen“ flugs die Motorsense angeworfen. So richtig schön ist die Ecke damit freilich nicht.

Straßen.NRW muss noch mal ran

Die Stümpfe ragen noch aus dem „Beet“, die Wurzeln haben das Pflaster derart angehoben, dass es über Berg und Tal geht und sich demnächst wohl böse Stolperfallen auftun. „Also, das können wir nicht erledigen“, dämpfte Polplatz etwaige Erwartungen. „Der Aufwand ist so groß, das muss Straßen.NRW selbst machen.“ Schau’n wir mal, die Zeit läuft – nun ab Mittwoch, 15. Juli.

Das ist "1-2-3 Bergkamen"

Um das allgemeine Erscheinungsbild und das Image bei den Bürgern zu verbessern, hat die Kommune im Frühjahr das Projekt „1-2-3 Bergkamen“ zunächst für zwei Jahre auf Probe aufgelegt. Drei zusätzliche Kräfte wurden eingestellt, um den Baubetriebshof mit Erledigung der Ad-Hoc-Aufträge zu entlasten. Dafür schaffte der BBH ein Fahrzeug mit Anhänger und Gerätschaften an. Das lässt er sich einiges kosten: 250 000 Euro fürs zusätzliche Personal in zwei Jahren Projektphase und 60 000 Euro für die Ausstattung. Wer „1-2-3“ etwas erledigt sehen will, kann sich auf drei Wegen melden: Per E-Mail an buergermeisterbuero@bergkamen.de, über die eigens geschaffene Rufnummer 965 123 und die Mängelmelderfunktion unter „Dein Bergkamen“ auf der Webseite

www.bergkamen.de.

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