Volksbühne bereitete vergnüglichen Theaterabend

Die Aufführung kam beim Publikum im Weddinghofer Martin-Luther-Haus bestens an.

BERGKAMEN - Es gibt Verkaufsgespräche, die strapazieren nicht nur die Geldbörse. Wenn die Darsteller der Volksbühne 20 einen Vertreter für Artikel vom Gesundheitswässerchen bis zu Schönheitsmitteln einer alten Frau diesen Tand „verscherbeln“ lassen, dann leiden auch die Lachmuskeln.

Was Ulrike Mücke als Oma Wilma und Paul Schulz als Vertreter Hektor Heuler sich in diesem Verkaufsgespräch an Verrücktheiten um die Ohren hauten, ließ das Publikum lachen.

Mit der Premiere ihres neuen Dreiakters „Hilfe die Griechen kommen“ hatte die Volksbühne mal wieder beim Publikum voll ins Schwarze getroffen. In der Bühne eines bäuerlichen Wohnzimmers mit Kamin und mit der meist vor sich hin schnarchenden Oma Wilma zündeten die neun Darsteller ein Humorfeuerwerk – mit handfesten Dialogen und mit recht schlüpfrigem Hintergrund. Kuriose Wortschöpfungen wechselten sich mit einem holprig philosophierenden Ödipussi ab, herrlich in Szene gesetzt von Dieter Kress.

Als ehemaliger Kanzlerberater meinte er nach einem Ausflug in antike Sprüche, er sei heute von der Muse geküsst worden. „Die muss aber besoffen gewesen sein“, konterte Hans (Rainer Achsnich). Höchst erfinderisch mit Wortschöpfungen der ganz besonderen Art ist auch Nachbarin Gertrud (Susanne Jürgens).

Wenn sie midlife- kriselnden Männern „Esokeramikkurse“ empfiehlt oder ihren eigenen Mann in seiner Freizeit bei der Feuerwehr wähnt, „da gibt es viele Stangen, da trainieren Frauen dran“. Da scheint sie ein ums andere mal Dinge etwas durcheinander zu bringen. Sehr zur Freude der Zuschauer. Herauszuheben in diesem Stück sind besonders Ulrike Mücke als Oma Wilma und Paul Schulz als Vertreter Hektor. Mit welcher spitzfindigen Fantasie er Wilma die verrücktesten Waren, die niemand wirklich braucht, aufschwatzt, ist Realsatire. So könnte man sich das Ergebnis einer Kaffeefahrt vorstellen, bei der älteren Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird. Nur bei der Volksbühne hat das eben nicht dieses fatale Ergebnis, sondern treibt den Zuschauer von einem Lacher in den anderen.

Mit dem Stück „Hilfe die Griechen kommen“ ist der Volksbühne 20 mal wieder ein Glücksgriff gelungen. Dieser turbulente Dreiakter lässt die ohnehin immer bestens aufgelegten Darsteller zu Höchstform auflaufen. Dieser bietet den Akteuren den Stoff, aus dem sie mit viel Fingespitzengefühl und schauspielerischem Können ihren Zuschauern Lustspielhochgenuss bereiten.

Und auch das Bühnenteam hatte für dieses Stück wieder alle Register gezogen. Nicht nur die Atmosphäre eines bäuerlichen Wohnzimmers setzten sie gut um. Selbst ein Kamin mit offenem Feuer, nachgebildet durch einen Bildschirm mit angeschlossenem PC, der in Endlosschleife ein prasselndes Kaminfeuer erzeugte, fehlte nicht. Mit häufigen Szenenapplaus bis zum tosenden Beifall zum Ende des Dreiakters dankte das Publikum der wunderbar agierenden Truppe der Volksbühne 20 für einen herrlich vergnüglichen Theaterabend.

Für die Aufführungen im Haus Düfelshöft, Dortmunder Allee 75, Kamen-Südkamen am Samstag, 20. April, ab 19.30 Uhr und am Sonntag, 21. April, um 17 Uhr sind noch Restkarten erhältlich. Entweder direkt in der Gaststätte Haus Düfelshöft oder bei Gunhild Dahn, unter 0 23 06/8 06 83. - jk

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