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Volksbank schließt drei Filialen – Rünther sollen nach Werne fahren

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Von: Christoph Volkmer, Jürgen Menke

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Erst Mitte 2020 hatte die Volksbank ihre heutige Filiale im Neubau schräg gegenüber der Christuskirche bezogen.
Erst Mitte 2020 hatte die Volksbank ihre heutige Filiale im Neubau schräg gegenüber der Christuskirche bezogen. © Lindemann

[Update] Erneut schlechte Nachrichten für die Menschen im Bergkamener Ortsteil Rünthe: Während die Zukunft der dortigen Sparkasse nach Sprengung des Geldautomaten weiter unklar ist, kündigt die Volksbank nun die Schließung ihrer Filiale an. Und es gibt weitere „Umzüge“ beim genossenschaftlichen Geldinstitut.

Bergkamen - Schließungen von Bankfilialen sind kein neues Phänomen. In Bergkamen werden Ende Februar aber gleich zwei sogenannte Servicestellen geschlossen – die der Volksbank in Rünthe und die in Oberaden. Sollte sich für die derzeit geschlossene Sparkasse in Rünthe bis dahin keine Lösung finden, wird der Stadtteil damit keine echte Bankfiliale mehr haben. Ebenfalls geschlossen wird die Volksbank-Filiale im Zentrum von Heeren-Werve, die ab Anfang April nicht mehr öffnen wird.

Filialen im klassischen Sinn sind die beiden Servicestellen in Bergkamen schon länger nicht mehr gewesen. Beide Stellen sind nur noch stundenweise mit Personal besetzt. Anlage- oder Kreditberatungen haben an beiden Orten bereits nicht mehr stattgefunden, wie Jürgen Eilert als Leiter der Niederlassung Kamen-Werne am Mittwochnachmittag in einem Pressegespräch mitteilte. „Qualifizierte Kundenberatungen in allen Bereichen haben wir immer schon an den beiden Hauptstellen in Kamen und Werne durchgeführt“, so Eilert.

3000 Bergkamener Kunden betroffen

Die rund 1500 Kunden, die ihre Bankgeschäfte sonst an der Jahnstraße 42 in Oberaden erledigt haben, sollen diese künftig in der im vergangenen Jahr modernisierten und ausgebauten Hauptstelle in Kamen erledigen.

Neue Wege gibt es zudem für die ebenfalls rund 1500 Kunden der Filiale in Rünthe. Diese befindet sich erst seit Sommer 2020 im eigenen Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Rünther Straße. Mit dem Umzug innerhalb der Rünther Straße hatte schon eine erhebliche Verkleinerung stattgefunden, denn mit 80 Quadratmetern stand am neuen Standort nur noch ein Drittel der bisherigen Geschäftsfläche zur Verfügung.

Schließfächer wurden bereits verlegt

Auch die Schließfächer waren im Zuge des Umzugs bereits nach Werne oder Kamen verlegt worden. Kunden dieser Servicestelle sollen künftig möglichst in die Hauptstelle nach Werne an der Konrad-Adenauer-Straße kommen, um sich beraten zu lassen.

Wenn Kunden lieber künftig in einer anderen Filiale betreut werden möchten, ist dies auf Wunsch ebenfalls möglich. Am 25. Februar öffnen die beiden Servicestellen letztmalig.

Geldautomaten bleiben vor Ort

Sorgen, bald nicht mehr an Bargeld zu kommen, müssen sich die Volksbank-Kunden in Bergkamen aber nicht machen. „Um die Bargeldversorgung an den bisherigen Standorten sicherzustellen, werden die SB-Automaten bestehen bleiben“, kündigte Peter Zahmel an, der Direktor und Niederlassungsleiter der Volksbank Unna ist, zu der die Heerener Filiale gehört, die nach dem 1. April geschlossen wird.

Die drei Schließungen seien letztlich eine Orientierung am Verhalten von Kunden und Mitgliedern, die im Schnitt nur noch einmal im Jahr eine Filiale besuchen. Zudem spielen wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Die Pandemie habe zudem den Trend, Bankgeschäfte zu jeder Zeit online durchzuführen, massiv weiter verstärkt. Daher sei es notwendig, das bestehende Filialnetz neu zu gestalten, unterstrich das Duo.

Zu wenige Kunden in den Filialen

Genauere Zahlen der Kundenfrequenz aus Heeren belegen diese Entwicklung. Die dortige Filiale ist im vergangenen Jahr im Schnitt täglich von 31 Personen besucht worden. 3800 Kunden werden der Filiale zugerechnet. Durchschnittlich fünf Beratungsgespräche haben pro Öffnungstag stattgefunden, der Großteil der Kunden steuerte die Filiale primär wegen der Abgabe von Überweisungsformularen an, oder um Geld aus dem Automaten zu holen.

„Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach qualifizierter Beratung auf höchstem Niveau. Genau das können wir in den modernen Räumen der Hauptstellen Kamen und Werne bieten“, erklärte Eilert.

Mitarbeiter wechseln die Standorte

Die beiden Teilzeitkräfte aus Bergkamen wechseln nach Kamen beziehungsweise Werne. Andrea König ist ab März in Kamen zu finden, die bisher in Rünthe tätige Michaela Rehbein wird dann in Werne arbeiten. Beide sind bisher an etwa 22 Stunden in der Woche als Ansprechpartnerinnen in den Servicestellen vor Ort gewesen.

Eine Beratung oder eine Hilfestellung muss dabei nicht zwingend vor Ort in den Hauptstellen stattfinden. „Wer seine Überweisungen nicht über das Smartphone oder Internet durchführt, kann dies telefonisch machen“, so Zahmel. Dieser Service werde bereits seit Jahren angeboten und sehr gut von Kunden angenommen, die nicht mehr so mobil sind. „Wer diesen Service schon kennen und schätzen gelernt hat, macht sich gar nicht mehr auf den Weg in die Filiale“, sagte Eilert. In Bergkamen gibt es ab März dann nur noch SB-Stellen der Volksbank. Dazu gehören neben den beiden Geldautomaten, die in Rünthe und Oberaden verbleiben sollen, auch die SB-Station am Stadtmarkt.

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