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Viel Arbeit und Riesenhaufen Schrott und Trümmer

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Von: Markus Liesegang

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Auch im ehemaligen Schwimmbecken sind die Bagger im Einsatz.
Auch im ehemaligen Schwimmbecken sind die Bagger im Einsatz. © Markus Liesegang

Gut im Zeitplan ist der Abriss des Bergkamener Wellenbades am Häupenweg. Entsprechend gut gelaunt geben sich die Verantwortlichen beim Baustellenbesuch.

Bergkamen – „Ich habe extra noch einmal einen Bagger fürs Foto anfahren lassen“, scherzt Polier Detlef Zeyen in Richtung Baumaschine. Er hatte einer „schwer enttäuschten“ GSW-Pressesprecherin Mandy Bayer bei Nachfrage nach diesem obligatorischen Motiv für den Pressetermin mitgeteilt, dass die Baggerarbeiten leider schon beendet seien.

„Es gab bisher keine Überraschungen“, wird Zeyen dann ernster. Das vor Beginn der Abrissarbeiten von der beauftragten Firma Bremer Sandhandel erstellte Schadstoffgutachten habe bisher gepasst, bestätigt Stefan Beckert von Krieger-Architekten aus Velbert. Künstliche Mineralfaser (KMF), PCB in Kautschukabdichtungen, teerhaltige (PAK) Dichtschichten – all das wurde in der ersten von inzwischen drei Wochen Arbeit in Weddinghofen separiert und in Verbrennungsanlagen und auf Sondermüll-Deponien abgefahren. Die mit PCB-haltigem Kleber befestigten Fliesen des Beckens werden noch entfernt. „Man kann natürlich nie in den Beton gucken“, blickt Zeyen auf die letzte Phase der Abrissarbeiten, das Becken selbst. Ein Bagger mit einem überdimensionalen Meißel bearbeitet derweil den Boden des Schwimmbeckens.

Der Eingangsbereich ist bereits verschwunden, die Schwimmmeisterhütte steht nur noch zur Hälfte, die ehemalige Gastronomie und der Umkleidebereich sind entkernt. Ein Riesenhaufen Schrott stapelt sich neben einem Haufen Betontrümmer. „Das sind die Kessel und Rohre der Filteranlage des Bades“, erklärt GSW-Bäderchef Sven Holtsträter.

Informierten über den Stand der Arbeiten: (v.l.) Sven Holtsträter, Mandy Bayer, Stefan Beckert und Detlef Zeyen.
Informierten über den Stand der Arbeiten: (v.l.) Sven Holtsträter, Mandy Bayer, Stefan Beckert und Detlef Zeyen. © Liesegang, Markus

Das meiste Material wird vor Ort recycelt. Ist das Becken in Häppchen zerteilt, wird ein Brecher aus den Platten unterschiedliche Korngrößen produzieren. Das werde wieder verbaut wie auch die 15 000 Kubikmeter Bodenaushub der Baugruben. „Wir haben hier auf dem Gelände zwei Meter Gefälle. Das wird angeglichen“, sagt Beckert. Mitte Januar wird das Bremer Abrissunternehmen die Sachen packen, den Brecher abschalten. Die Erdarbeiten werden beginnen. „Da wird der Auftrag in zwei Wochen erteilt“, erklärt Beckert. Momentan prüfe er die Angebote. Krieger Architekten ist auch für die Ausschreibungen des 30 Millionen Euro teuren Häupenbads verantwortlich.

Wir hoffen, noch 2023 Richtfest feiern zu können.

Stefan Beckert

Nach Ostern sei der Beginn des Rohbaus geplant, immer unter Vorbehalt wegen des Wetters, so der Bauleiter. Die europaweite Submission dafür ende am 22. Dezember. Mit dem Guss der Kellersohle rechnet Beckert für Mai. „Wir hoffen, noch 2023 Richtfest feiern zu können, das ist aber sehr sportlich gedacht.“

Die Gewerke werden nach und nach ausgeschrieben. Mangel an Fachfirmen? Nein. Die Situation auf dem Bau wandele sich langsam. Der Boom geht dem Ende entgegen. „Das ist nicht nur unser Eindruck. Für die Erdarbeiten haben wir 14 Angebote reinbekommen, ungewöhnlich viele. Im Vorjahr hatten wir bei einem Projekt null“, erklärt Beckert. Der Architekt geht davon aus, auch bei Handwerksbetrieben entsprechend viele Angebote einholen zu können. Enger könne es vielleicht bei einigen exotischen Gewerken wie Schwimmbadtechnik oder Fassadenbau werden. „Durch die chlorhaltige Luft braucht man da schon Spezialisten“, so der Architekt. „Das kann nicht jeder.“

Öffnung im Jahr 2025

Bis sich die großen Glasfronten für die Schwimmer Mitte 2025 Richtung Sonne öffnen werden, vergeht noch einige Zeit. Einen wichtigen Eckpunkt hat Zeyen aber in naher Zukunft stehen. Der Rheinländer in Diensten der norddeutschen Firma erinnerte sich ans Versprechen einer „Dame“ der GSW bei der letzten Begehung, dass sie bei pünktlichem Abriss noch vor Weihnachten einen raushauen werde. „In Wuppertal gab‘s Glühwein und Würstchen für die Mannschaft“, setzte er den Bauherrn mit einem Schmunzeln unter Druck.

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