Verwirrend und mangelhaft: Ortsschilder in Rünthe

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Die von der Stadt beschlossene Variante des Ortsschildes sieht so aus. 

Rünthe - Entweder Bergkamen oben, oder Rünthe, entweder mit Kreis Unna oder ohne - in Rünthe gibt es verschiedene Versionen der gelben Ortsschilder und nicht überall, wo sie nötig wären, stehen auch welche.

Laut Ortstafeln endet Rünthe im Osten an der Einmündung des Sandbochumer Weges in die Industriestraße, fängt 20 Meter hinter der Kreuzung an der Industriestraße allerdings auch schon wieder an. 

Die Ausschilderung in dem Ortsteil ist in vielerlei Hinsicht verwirrend, und wird teilweise vernachlässigt -– vor allem am Ostenhellweg. In Rünthe gibt es mindestens drei verschiedene Versionen der gelben Ortsschilder. Sie dienen vor allem der Verkehrsregelung, wie der zuständige Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters erläutert.

 „Die Tafeln trennen ja außerorts von innerorts und schreiben damit zum Beispiel die zulässige Höchstgeschwindigkeit fest, soweit es keine Ausnahmen wie Tempo-30-Zonen gibt“, sagt der erste Beigeordnete der Stadtverwaltung. 

Ortsschild kurz vor dem Gewerbegebiet an der Rünther Straße

Warum manche der gelben Tafeln oben groß den Namen des Ortsteils führen, andere aber mit Bergkamen überschrieben sind und der Name des Ortsteiles erst darunter in kleinerer Schrift erscheint, weiß Peters ebenfalls zu berichten, nachdem er in alten Akten gestöbert hat. 

Die Art der Beschriftung sei vor 14 Jahren unabhängig von der Parteizugehörigkeit politisch durchaus strittig gewesen, erklärt der Dezernent. Letztlich habe sich aber eine Mehrheit dafür gefunden, den Stadtnamen oben zu führen, um die Zusammengehörigkeit zu dokumentieren. 

Ortsschild an der Marie-Curie-Straße

Weil Bergkamen damals sehr knapp bei Kasse war, habe man 2005 allerdings auch beschlossen, die „falsch“ beschrifteten Schilder erst zu ersetzen, wenn sie zum Beispiel nach Unfällen abgängig sind, erklärt der Dezernent die unterschiedlichen Versionen. 

Kein Schild am Ostenhellweg

Am Ostenhellweg (L 736) ist allerdings überhaupt kein Ortsschild zu finden, auch an der Schachtstraße nicht, die ja in die Hoheit der Stadt Bergkamen fällt. Ortsunkundige Besucher,, die von der Autobahnanschlussstelle der A1 kommen, erfahren jedenfalls nicht, dass sie sich bereits in Rünthe befinden. 

Die Informationstafeln von Straßen NRW weisen lediglich mit einem Pfeil ohne Entfernungsangaben auf das Industrie- und Gewerbegebiet Rünthe hin. In vielen anderen Kommunen im Land sieht das anders aus. Sie schildern ihre Ortsteile bis in die kleinen Bauernschaften hinein aus. 

In Bergkamen ist dieses Schild die absolute Ausnahme.

Um mit den gelben Ortstafeln nicht zugleich auch eine Verkehrsregelung zu treffen, nutzt Hamm zum Beispiel die grünen Schilder mit gelber Beschriftung, um auf Sandbochum, Lerche und die Bauernschaft Neustadt hinzuweisen. 

Kamen und Herbern pflegen wie viele andere Städte und Gemeinden ebenfalls diese Ortskunde. Sie sind als sogenannte Ortshinweisschilder sogar in der Straßenverkehrsordnung aufgeführt.

 „An uns ist von der Politik oder Vereinen nie dieser Wunsch herangetragen worden“, sagt Peters. „Ich habe das überhaupt noch nicht bemerkt“, reagiert Ortsvorsteher Klaus Kuhlmann auf die entsprechende Anfrage erstaunt und wundert sich, dass sowohl am Ostenhellweg als auch an den großen Zufahrtsstraßen kein Ortsschild zu finden ist. „Wenn man hier aufgewachsen ist und lebt, fällt einem das gar nicht mehr auf“, lautet seine Erklärung. 

Erstaunt reagierte auch Rosemarie Degenhardt auf die Nachricht, dass an der Nördlichen Lippestraße kurz vor der Kreuzung mit der Königslandwehr ein grünes Ortshinweisschild zusammen mit dem Schild für die Tempo-30-Zone stehen soll. „Das wird wohl der Bauhof im Zusammenhang mit den ganzen Umleitungen wegen der Sperrung der Jahnstraße aufgestellt haben“, lautete ihre erste Vermutung.

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