1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

„Vermisstenmeldung“ der Pfarrnachrichten: Gemeinde Heilig Geist sucht Diener am Altar

Erstellt:

Von: Klaus-Dieter Hoffmann

Kommentare

Der Priester ist nicht alles in der katholischen Liturgie. Ohne Messdiener fehlen die Rituale in der Verkündigung. Es fahlt aber der Nachwuchs dafür.
Der Priester ist nicht alles in der katholischen Liturgie. Ohne Messdiener fehlen die Rituale in der Verkündigung. Es fehlt aber der Nachwuchs dafür. © Hoffmann

Besucher der Heiligen Messe sind meist auf den Zelebranten fokussiert. Dabei werden die Diener am Altar schnell übersehen. Nun fällt aber ins Auge, dass die liturgische Handlung an Personalmangel leidet.

Bergkamen – „MessdienerInnen vermisst!“ Unter dieser Überschrift sendet die Katholische Kirchengemeinde Pfarrei Heilig Geist Bergkamen in seinen aktuellen Pfarrnachrichten eine dringende Suchmeldung an alle katholischen Familien von Bergkamen. Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um einen echten Vermisstenfall, denn wirklich verschwunden ist niemand. „Doch ernst ist die Angelegenheit allemal“, erläutert der Leiter der Pfarrei Heilig Geist Bergkamen, Pfarrer Thorsten Neudenberger.

In guten Zeiten waren‘s mal 80

Denn von den rund 80 Messdienern in den wirklich guten Zeiten, sind nur noch wenige übrig, die zusammen mit den Pastören, Lektoren und Kommunionhelfern bei den Gottesdiensten und anderen wichtigen kirchlichen Ereignissen die sonntäglichen Messen gestalten. „Damals“ hatte sogar der ehemalige Pfarrer von St. Elisabeth Ulf Doppelfeld, einer „revolutionären“ Idee gleich, die ersten Messdienerinnen in die Ministranten-Schar aufgenommen.

Info-Treffen in Arbeit

Der Termin für ein erstes Treffen wird in Kürze bekanntgegeben, In der Elisabeth-Kirche soll dann alles zwanglos erläutert werden. Ansprechpartner sind Pfarrer Thorsten Neudenberger (02307/9832115), Pastor Sebastian Zimmert (02307/ 9949515), Pastor Ralph Vartmann (02307/85404), Pfarrbüro 02307/87011. Die Kirchen der Pfarrei Heilig Geist sind

St. Elisabeth in Mitte, St. Barbara in Oberaden, St. Michael in Weddinghofen, Herz-Jesu und St. Clemens in Rünthe.

„Eigentlich haben wir ja immer zu wenig Messdienerinnen und Messdiener“, erzählt Pfarrer Thorsten Neudenberger, „denn gerade unsere Messdienerinnen und Messdiener sind ja das sprichwörtliche ,Salz in der Suppe‘, wenn sie mit ihren liturgischen Diensten am Altar dem Ganzen einen würdevollen Rahmen verleihen.“

Mit dem Einzug fängt es an

So fängt jeder Gottesdienst in den katholischen Kirchen damit an, dass sich die Tür zur Sakristei öffnet. Dahinter aufgereiht haben sich bereits der Pastor, die Lektoren und Kommunionhelfer und ebenso die Messdiener in ihrem Gewändern. Der oder die erste Ministrantin, wie die Messdiener auf Latein heißen, betätigt beim Einzug die kleine Sakristei-Glocke und kündigt so den Beginn der Liturgiefeier an.

Wichtige Hilfestellungen

Nachdem sich der Pfarrer und die restlichen Zelebranten vor dem Altar verbeugt haben, nehmen diese auch schon ihre entsprechenden Plätze im Altarraum ein. Gerade die Ministranten haben dann in der Folge richtig viel zu tun. So muss einer von ihnen dem Pastor das Lektorat halten, wenn dieser zu Beginn mit ausgebreiteten Armen das Credo vorliest. Wenn dann später der Pastor am Ambo das Evangelium liest, stehen die Messdiener ebenfalls mit einer Kerze neben ihm.

Bei der Prozession ganz vorn

Nach den Fürbitten und den Lesungen, wofür aber die Lektoren zuständig sind, kommt eine ganz wichtige Aufgabe auf zwei der Ministranten zu, denn die müssen für die nun anstehende Gabenausteilung Wein, Hostien und Wasser auf dem Altar bereitstellen. An besonderen Messen, wie zum Beispiel Fronleichnam, müssen die Messdiener auch noch beweisen, dass sie gut zu Fuß sind, denn dann geht es mit einer Prozession rund um die Kirche zu den einzelnen Außenaltären. Allen voran natürlich wieder die Ministranten mit Kreuz und Weihrauch.

Corona hat Lage erschwert

„Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen dafür gesorgt, dass es rund um den Altar bei uns so richtig leer geworden ist“, beklagt Pfarrer Thorsten Neudenberger die aktuelle Situation. „Doch jetzt, wo wir endlich wieder gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen, wäre es mein sehnlichster Wunsch, dass unsere ,alten‘ wie auch viele neue Messdienerinnen und Messdiener den Weg zurück in die Kirche fänden und die sonntägliche Liturgie mit ihrem wichtigen Dienst bereichern.“

Auch interessant

Kommentare