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Vermehrungsfreudiger Nager: Nutrias in Bergkamen heimisch geworden

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Von: Jürgen Menke

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Die Nutria wird oft mit dem Biber verwechselt. Der Unterschied zeigt sich am Hinterteil. Biberschwänze sind nackt und breit, die der Nutria behaart und dünn.
Die Nutria wird oft mit dem Biber verwechselt. Der Unterschied zeigt sich am Hinterteil. Biberschwänze sind nackt und breit, die der Nutria behaart und dünn. © dpa

Bundesweit nimmt die Zahl der sogenannten invasiven Tier- und Pflanzenarten zu. Neben den Waschbären sind das auf Bergkamener Gebiet nun auch Nutrias, die wie der Waschbär wegen ihres Pelzes aus Amerika eingeführt wurden, sich befreien konnten oder ausgesetzt wurden.

Bergkamen – Die großen Nager, die sich vor allem in Teichen und ruhigen Bächen aufhalten, sehen aus der Entfernung Bibern und Bisamratten recht ähnlich. Verwandt sind sie allerdings nicht. Nutrias gehören zur Familie der Hamster und Wühlmausartigen.

„Ähnlich wie Hühnchen“

Dietrich Buschmann, stellvertretender Vorsitzender des Hegerings Bergkamen und Kamen, hat vor zwei Jahren die ersten Nutrias im Rahmen einer Wildtierzählung in Bergkamen mit einer Wärmebildkamera entdeckt. Kontakt hatte er mit den rattenähnlichen Tieren mit den markanten gelben Nagezähnen aber schon Mitte der 1980er-Jahre im Rahmen von Dreharbeiten über Nutrias.

Die endeten damals in einem Hammer Restaurant, bei einer Verköstigung der Nager. „Gut haben die geschmeckt, so ähnlich wie Hühnchen“, so Buschmann, der betont, dass der Nager in Polen und Frankreich als Delikatesse gilt. Hierzulande sei das anders und das hat auch mit den Nahrungsgewohnheiten der Nutrias zu tun. „Die fressen Teichmuscheln,“ warnt er vor kulinarischen Experimenten. Es könnten Trichinen, also winzige Fadenwürmer, im Fleisch enthalten sein, und die seien für den Menschen gefährlich. Ohne Fleischbeschau sei daher ein gefahrloser Verzehr gar nicht möglich.

Keine Gefahr für Spaziergänger

Ein Problem sind Nutrias in Bergkamen derzeit nicht. Allerdings sind sie vermehrungsfreudig und aufgrund ihrer Angewohnheit, Gänge und Höhlen in Böschungen und Deiche zu bauen, beim Natur- und Landschaftsschutz ein Problem.

Für Spaziergänger geht von den inklusive Schwanz bis zu 65 Zentimeter langen und eher scheuen Tieren keine Gefahr aus. Hunde sollten aber tunlichst ferngehalten werden. Denen könnten die recht wehrhaften Nutrias gefährlich werden. Wer nicht sicher ist, ob er einen Biber oder eine Nutria im Wasser entdeckt, sollte auf den Schwanz achten.

Der Biberschwanz ist breit und platt, während der Nutriaschwanz dünn und behaart ist.

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