Berufungsverhandlung

Verhinderter Friseur-Räuber aus Bergkamen kommt mit geringerer Strafe davon

Messer Symbolbild
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Der Täter bedrohte die Inhaberin mit einem Messer.

Mit einem Geständnis und einer Entschuldigung sammelte ein 23-jähriger Bergkamener vor dem Dortmunder Landgericht Pluspunkte. Nach einem versuchten Raubüberfall auf einen Friseursalon in Oberaden wurde die erstinstanzliche Bewährungsstrafe in der Berufung reduziert.

Als der heute 23-Jährige am 20. November 2018 den Friseursalon in Oberaden betrat, hätte er nicht im Traum damit gerechnet, auf so viel Widerstand zu stoßen. Während er die Inhaberin des Geschäfts mit den Worten „Das ist ein Überfall! Geld her!“ zur Kasse dirigieren wollte, hielt die Frau kurz inne und fragte zurück: „Soll das ein Scherz sein?“ In diesem Moment zückte der Angeklagte ein Messer, hielt es der Friseurin entgegen und fühlte für einen ganz kurzen Augenblick wieder Oberwasser. Das grub ihm jedoch umgehend eine Kundin des Friseursalons ab, die aus ihrem Stuhl aufstand und sich bedrohlich vor dem Räuber aufbaute. Die Folge: Der heute 23-Jährige machte auf dem Absatz kehrt und suchte das Weite.

In einem ersten Prozess hatte das Amtsgericht Ende 2019 eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verhängt. In die Strafe floss damals noch eine Brandstiftung mit ein, die der Angeklagte an seinem Arbeitsplatz begangen haben sollte.

Zweiter Vorwurf erhärtet sich nicht

Während der Bergkamener den Vorfall in dem Friseursalon sofort zugab und sich auch bei allen Beteiligten entschuldigte („Das stimmt alles so.“), wollte er von dem zweiten Vorwurf allerdings nichts wissen. Nur aus diesem Grund hatte er überhaupt erst gegen das erste Urteil Berufung eingelegt und damit eine zweite Verhandlung in Dortmund erzwungen.

Dort traf er am Mittwoch auf verständnisvolle Richter. Nach Aktenlage war die Brandstiftung dem 23-Jährigen längst nicht sicher nachweisbar. Nicht ohne Grund hatte selbst die Staatsanwaltschaft am Amtsgericht für diesen Fall einen Freispruch beantragt. Die Dortmunder Richter stellten den Brandstiftungs-Vorwurf deshalb kurzerhand ein und konzentrierten sich dann allein auf den versuchten Raubüberfall.

Aus einem eigentlich für mehrere Tage angesetzten Prozess mit zahlreichen Zeugen wurde so eine Sache von wenigen Stunden. Am Ende konnte sich der Bergkamener über eine Reduzierung der Bewährungsstrafe auf nur noch ein Jahr freuen und zufrieden den Weg nach Hause antreten.

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