Prozess in Dortmund

Vergewaltigung einer 15-Jähriger in Bergkamen: Lebensgefährtin des Angeklagten soll erneut aussagen

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Der geständige Täter neben seinem Verteidiger.

Bergkamen/Dortmund – Im Prozess um die brutale Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin muss die Lebensgefährtin des Angeklagten zum zweiten Mal vor Gericht als Zeugin aussagen.

Das Gericht will durch ihre Angaben weiter aufklären, was sie von seinem Alkoholkonsum mitbekommen hat und ob sie vielleicht doch gewalttätige oder aggressive Verhaltensweisen bei ihm beobachtet hat. Die Mutter eines gemeinsamen Kleinkindes hatte zum ersten Mal Ende Januar im Zeugenstand des Dortmunder Landgerichts Platz genommen und sich fassungslos gezeigt über die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. 

Vor ihren Augen war ihr Partner wenige Tage nach der Vergewaltigung des Mädchens am 13. Juli in der gemeinsamen Wohnung festgenommen, diverse Kleidungsstücke als Beweismittel beschlagnahmt worden. 

Partnerin traut Angeklagtem die Tat nicht zu

„Wir hatten noch am Tag zuvor Urlaubspläne geschmiedet, die Beziehung war sogar besser geworden“, hatte sich die junge Mutter an die Tage vor dem angeklagten Geschehen erinnert. Ihren Partner schilderte sie damals als „herzensgut und hilfsbereit, nie aggressiv“. Niemals würde sie ihm den angeklagten lebensbedrohlichen Übergriff auf die Jugendliche zutrauen. 

Noch am Abend des Tattages habe er mit dem kleinen Sohn auf dem Sofa gekuschelt, mit ihr über Banalitäten geredet. Wenige Verhandlungstage nach ihrer Aussage legte der Familienvater überraschend ein Geständnis ab, gab zu, die Schülerin zu Boden geschlagen, hinter einen Bahndamm verschleppt und vergewaltigt zu haben. Für seine offenkundig völlig ahnungslose Partnerin muss eine Welt zusammen gebrochen sein. 

Neben der ebenfalls noch ausstehenden Aussage einer früheren Freundin in Polen scheint sich der Prozess allmählich dem Ende zuzuneigen. „Aus jetziger Sicht werden wir keine weiteren Beweisanträge stellen oder Zeugen benennen“ erklärte Verteidiger Axel von Irmer zum Abschluss des gestrigen Verhandlungstages. Das Strafverfahren wird am 12. Juni fortgesetzt.

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