Aussage des Gutachters

Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Bergkamen: Angeklagter hat Alkoholproblem

Vergewaltigung Angeklagter Anwalt Landgericht
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Der Angeklagte aus Bergkamen hat gestanden, eine 15-jährige Schülerin vergewaltigt zu haben. 

Im Prozess um die Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden geht es für den Angeklagten um viel mehr als eine mehrjährige Haftstrafe. Die Richter könnten außerdem seine anschließende Unterbringung in der Sicherungsverwahrung anordnen. Doch es ist fraglich, ob es so weit kommt.

Dortmund/Bergkamen - Der 36-jährige Angeklagte hat nicht nur die brutale Tat aus dem August 2019 gestanden. Darüber hinaus ist er zuletzt von mehreren Ex-Partnerinnen schwer belastet worden, die im Prozess alle von gewalttätigen Übergriffen berichtet haben. Doch ist der Mann tatsächlich ein gefährlicher Hangtäter, der zum Schutz der Allgemeinheit auch nach Verbüßung der zu erwartenden Strafe weiter eingesperrt gehört? Gutachter Gerold Asshoff konnte sich zu dieser Frage am Dienstag noch nicht abschließend äußern. Nachdem er mehr als drei Stunden lang sein Gutachten vorgetragen hatte, musste die Verhandlung unterbrochen und auf den 19. November vertagt werden. Eine der Prozessbeteiligten musste ihr Kind aus der Kita abholen.

Deutlich wurde aber bereits jetzt: Der Fall des geständigen Vergewaltigers ist kein einfacher. Klar ist, dass der Angeklagte seit Jahren ein Alkoholproblem und auch Schwierigkeiten im Umgang mit Frauen hat. „Probleme werden einfach runtergetrunken“, sagte Gutachter Asshoff dazu.

Verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen

Fraglich ist allerdings, ob der Mann bei der Vergewaltigung der 15-Jährigen schon so sehr vom Alkohol beeinträchtigt war, dass er als vermindert schuldfähig eingestuft werden muss. „Das lässt sich nicht ausschließen“, sagte der Sachverständige nur. Eine Entscheidung müssten allerdings die Richter treffen.

Bei der Frage der Sicherungsverwahrung legte sich Gerold Asshoff ebenfalls noch nicht fest. Der 36-Jährige gehöre zwar zu einer Personengruppe, aus der statistisch gesehen fast jeder Vierte nach spätestens sieben Jahren einen erneuten sexuellen Übergriff auf eine Frau begehe, und es handele sich bei dem Angeklagten auch um eine „antisoziale Persönlichkeit“, tendenziell befürwortet der Sachverständige allerdings anscheinend eher die Unterbringung des Mannes in einer Alkohol-Entziehungsklinik. Dafür bringe der 36-Jährige alle Voraussetzungen mit. Inklusive der hohen Eigenmotivation, so Asshoff.

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