Tat in Bergkamen

"Ich sah im Gebüsch das hübsche Mädchen": Vergewaltiger einer Schülerin gesteht überraschend

Der geständige Täter neben seinem Verteidiger.
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Der geständige Täter neben seinem Verteidiger.

Eine 15-jährige Schülerin in Bergkamen hat er fast totgeschlagen und vergewaltigt. Eine weitere Frau in Kamen schlug er k.o. Nun hat der Täter gestanden. Das Ende eines schmerzhaften Prozesses.

Bergkamen/Dortmund - Überraschende Wende im Dortmunder Landgerichtsprozess um die Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin aus Bergkamen: Nach wochenlangem Schweigen und Bestreiten hat der 33-jährige Angeklagte über seine Verteidigerin nun doch ein Geständnis abgelegt und zugegeben, das Mädchen misshandelt und vergewaltigt zu haben. 

Eingeräumt hat er zudem die mit angeklagte versuchte Vergewaltigung einer jungen Frau im Juli 2012 in Kamen. In eher dürren Worten umriss der Angeklagte in der fünfminütigen Erklärung die beiden Gewalttaten, erwähnte fast schon entschuldigend Alkohol- und Beziehungsprobleme zu den Tatzeiten. 

Vergewaltigung in Bergkamen: Kalt und ohne Emotionen von Taten berichtet

Eher kalt und emotionslos skizzierte er kurz die Begegnungen mit den beiden Frauen, schilderte gefühllos, wie er sich mit massiven Faustschlägen bewusstlos zu Boden geschlagen habe und sie dann sexuell attackiert habe. Die Tat in Oberaden erschütterte im Sommer vergangenen Jahres ganz Bergkamen.

"Ich sah im Gebüsch das hübsche Mädchen. Das hat mich sexuell erregt. Ich wollte mit ihr in den Wald und Sex" fasst er mit knappen Worten den ersten Moment der Begegnung mit der ihm unbekannten 15-jährigen zusammen. In der mehrseitigen Erklärung ist mehrfach davon die Rede, dass er "bereue", was er seinen Opfern und deren Familien angetan habe. 

Vergewaltigung in Bergkamen: Von Reue ist wenig zu spüren

Von echt empfundener Reue war jedoch für die Prozessbeteiligten wenig zu spüren. Auf Anraten seiner Verteidigerin wiederholte der 33-jährige auch im Gerichtssaal noch einmal seine an die im Gerichtssaal anwesenden Eltern des Mädchens gerichtete Entschuldigung. Eher teilnahmslos und fast schon desinteressiert wirkend verfolgte er dann jedoch die tränenreichen Aussagen der Eltern. 

Sie ließen noch einmal unter großen Anstrengungen den Tag passieren, der die Kleinfamilie nachhaltig verändert und großes Leid über die Drei gebracht hat. Nach einem Anruf der Polizei waren sie zum Gasthof "Haus Heil" geeilt, in dessen Nähe Passanten das lebensgefährlich verletzte und zutiefst traumatisierte Mädchen aufgegriffen hatten. "Sie konnte nur weinen und schluchzen, konnte nicht darüber sprechen, was ihr passiert war" erinnerte sich unter Tränen der Vater. 

Trauma nach Gewalttat: Schülerin hat sich sehr zurückgezogen

Seither sei seine Tochter sehr verändert, habe sich zurück gezogen, kaum noch Kontakte zu ihrer damaligen Freundesclique. "Sie hat völlig zugemacht, ließ sich auch von uns Eltern nicht in den Arm nehmen, noch nicht einmal anfassen." Gespräche mit einer Freundin sowie therapeutische Hilfestellung haben dem Mädchen offenbar ein wenig helfen können. 

Die Entschuldigung des Angeklagten haben die Eltern im Gerichtssaal über ihre Anwältin "zur Kenntnis genommen". Durch das späte Geständnis des Angeklagten kann der Schülerin nun doch eine sicherlich zutiefst belastende Aussage und Konfrontation mit Tat und Täter erspart bleiben.

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