Vergewaltigung in Bergkamen: Junges Opfer soll psychiatrisch untersucht werden

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Der Angeklagte und sein Verteidiger Marcus Ostmeyer

Bergkamen/Dortmund – Im Prozess gegen einen Mann, der zwei Frauen in Kamen und Bergkamen vergewaltigt haben soll, soll eines der mutmaßlichen Opfer psychiatrisch untersucht werden.

Verteidiger Marco Ostmeyer stellte am gestrigen Verhandlungstag vor dem Dortmunder Landgericht den Antrag, die zur Tatzeit 15-Jährige auf ihre Aussagetüchtigkeit durch einen Gutachter überprüfen zu lassen. Die Jugendliche hatte in ihrer Zeugenaussage am 7. Mai dargelegt, wie sie in der Nacht zu 9. August 2019 den Angeklagten zufällig im Kamener Ostpark kennen gelernt und von dem heute 25-Jährigen unter Schlägen und Drohungen vergewaltigt worden sei. 

Der Verteidiger ist davon überzeugt, dass ihre Zeugenaussage Lücken und Ungereimtheiten enthält. So könne sie sich an wesentliche Details der behaupteten massiven sexuellen Übergriffe nicht exakt erinnern oder diese en detail beschreiben.

Alkohol verantwortlich für Erinnerungsschwächen?

Für diese Erinnerungsschwächen könne ihr Alkohol- und Drogenkonsum mitverantwortlich sein, den die Jugendliche selbst eingeräumt hatte. Sie habe ihren Zustand nach mehrstündigem Trinken und Haschischkonsum in der Tatnacht selbstkritisch als „Leiche“ bezeichnet. 

Ein Mediziner, so Ostmeyer, müsse diese Wechselwirkung zwischen Drogenkonsum und Erinnerungsfähigkeit bei dem angeblichen Vergewaltigungsopfer untersuchen. 

Am nächsten Verhandlungstag am 15. Juni will das Gericht über den Antrag der Verteidigung entscheiden. Der Angeklagte soll wenige Tage nach dem sexuellen Übergriff auf die 15-Jährige in Bergkamen eine Bekannte auf dem gemeinsamen Nachhauseweg in einer Grünanlage an der Erlentiefenstraße in Rünthe ebenfalls mit Drohungen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Er bestreitet beide angeklagten Taten.

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