Vorfälle in Bergkamen und Kamen angeklagt

Revision verworfen: Vergewaltiger muss mit fast sieben Jahren Haft büßen

Symboldbild
+
Symbolbild

Nach der Vergewaltigung einer 16-jährigen Schülerin am Kamener Koppelteich bleibt der Täter in Haft. Der Bundesgerichtshof hat die Revision des 27-Jährigen verworfen – und damit auch eine Entscheidung über eine weitere ihm vorgeworfene Vergewaltigung in Bergkamen getroffen.

Dortmund/Bergkamen – Die Staatsanwaltschaft war zu Beginn des Prozesses vor dem Dortmunder Landgericht davon überzeugt, dass der Angeklagte nicht nur das Mädchen am Koppelteich, sondern kurz zuvor auch eine Bekannte in Bergkamen vergewaltigt habe. Dass es zwischen dem Mann und der Bekannten bei einem nächtlichen Spaziergang durch eine Grünanlage zu sexuellen Handlungen kam, steht wohl auch fest. Im Prozess hatte sich jedoch herausgestellt, dass diese keineswegs gegen den Willen der Frau erfolgten. „Die Zeugin hat gelogen“, hatten die Dortmunder Richter im November 2020 in der Urteilsbegründung gesagt – und den Angeklagten in diesem Fall freigesprochen.

Sechs Jahre und zehn Monate Haft

Wegen der Vergewaltigung der 16-Jährigen in Kamen verhängten die Richter damals eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Und diese hat der Bundesgerichtshof nun bestätigt. Die Nachprüfung des Urteils habe „keine Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben“, heißt es in dem Beschluss des 4. Strafsenats in Karlsruhe. Für den Angeklagten bedeutet dies: Er muss sich darauf einstellen, die Strafe bis zum letzten Tag verbüßen zu müssen. Angesichts der Tatsache, dass er bereits wegen Vergewaltigung vorbestraft ist und auch schon im Gefängnis gesessen hat, wird eine vorzeitige Haftentlassung jedenfalls deutlich schwieriger.

Noch keine Sicherheitsverwahrung

Im Grunde kann der Angeklagte der Entscheidung des Bundesgerichtshofs aber auch etwas Gutes abgewinnen. Denn mit dem Beschluss, die Revision zu verwerfen, hat das höchste deutsche Strafgericht auch die Entscheidung der Dortmunder Richter, noch keine Sicherungsverwahrung zu verhängen, bestätigt.

Aufgrund der Vorstrafe hätte dem 27-Jährigen die Anordnung dieser Maßregel drohen können. Weil die psychiatrische Sachverständige sich jedoch noch nicht dazu durchringen konnte, den Mann als Hangtäter einzustufen, hatten die Richter davon abgesehen. Die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung hätte sich ansonsten an die Haftstrafe angeschlossen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare