Nach Urteil des Oberlandesgerichts

Bergkamener Vergewaltiger legt Revision ein

Symbolbild Justitia mit Waagschalen
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Jetzt muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen: Der Angeklagte im Bergkamener Vergewaltigungsprozess legt gegen das Urteil des Dortmunder Landgerichts Revision ein.

Bergkamen/Dortmund – Der Fall der an einem Bahndamm in Oberaden vergewaltigten 15-jährigen Schülerin beschäftigt demnächst den Bundesgerichtshof. Der Angeklagte hat gegen das Urteil des Dortmunder Landgerichts Revision eingelegt. Mit wohl weitreichenden Folgen.

Nach fast einjähriger Prozessdauer hatte das Landgericht den 36-jährigen Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt. Neben der brutalen Vergewaltigung der 15-Jährigen im Sommer 2019 hatte der Angeklagte auch einen sexuellen Übergriff auf eine Frau in Kamen im Jahr 2012 zugegeben. Auch dieses Opfer hatte erhebliche Kopfverletzungen erlitten.

Nach den Plänen der Richter sollte der Angeklagte in den kommenden eineinhalb Jahren in der Haft eine Sozialtherapie machen und anschließend in eine Alkohol-Entziehungsklinik wechseln. Dort sollte sich dann eine zweijährige Suchtbehandlung anschließen. Erst danach sollte die Frage der möglichen Unterbringung des Sexualstraftäters in der Sicherungsverwahrung beantwortet werden.

Am Tag des Urteils wollten die Richter der 36. Strafkammer diese Entscheidung noch nicht treffen. Immerhin hatte der erfahrene psychiatrische Gutachter Gerold Asshoff den 36-Jährigen zwar als gefährlichen Mann eingestuft, einen typischen Fall für die Sicherungsverwahrung wollte Asshoff in dem Angeklagten aber dann doch nicht sehen. „Dafür ist er mit der Aufarbeitung schon zu weit“, sagte der Sachverständige.

Gut möglich, dass diese Planungen nun so nicht mehr gehalten werden können, denn die eingelegte Revision lässt das Urteil der Richter ja eben gerade nicht rechtskräftig werden. Im Gegenteil: Der Angeklagte wird bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Untersuchungshaft bleiben. Und ob er da eine Sozialtherapie machen kann, ist mehr als fraglich.

Eine solche hatte Gutachter Gerold Asshoff aber dringend angemahnt. Der Angeklagte habe zwar ein Problem mit Alkohol, hatte er den Richtern gesagt. Die eigentlichen Probleme des Mannes würden aber wesentlich tiefer liegen.

Bis zu einer Entscheidung der höchsten deutschen Strafrichter in Karlsruhe werden nun viele Monate vergehen, denn noch ist das schriftliche Urteil des Dortmunder Landgerichts ja gar nicht fertiggestellt. Und erst danach beginnt die Frist für den Verteidiger, die Revision zu begründen.

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