Werksgelände war abgesperrt

Bange Stunden bei Bayer: Spezialeinheit untersucht verdächtigen Brief

Die Zufahrt auf das Bayer-Werksgelände an der Ernst-Schering-Straße wurde gleich nach der Alarmierung gesperrt. Etwa zweieinhalb Stunden danach kam die Entwarnung. In dem verdächtigen Brief befanden sich lediglich mit Büroklammern versehene elektronische Ausweiskarten.
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Die Zufahrt auf das Bayer-Werksgelände an der Ernst-Schering-Straße wurde gleich nach der Alarmierung gesperrt. Etwa zweieinhalb Stunden danach kam die Entwarnung. In dem verdächtigen Brief befanden sich lediglich mit Büroklammern versehene elektronische Ausweiskarten.

[Update] Bei Bayer in Bergkamen ist am Morgen eine verdächtige Briefsendung eingegangen. Polizei und Rettungsdienst rückten an. Mittlerweile gibt es Entwarnung.

Bergkamen – Aufatmen im Bayer-Werk: Spezialisten des Landeskriminalamtes aus Duisburg haben die verdächtige Briefsendung mittlerweile untersucht und Entwarnung gegeben. In dem Umschlag befanden sich keine gefährlichen Stoffe, sondern mit Büroklammern versehene elektronische Ausweiskarten. Die Sperrung der Zufahrt zum Tor 1 auf der Ernst-Schering-Straße ist nach rund zweieinhalb Stunden aufgehoben worden.

Bayer: Richtig gehandelt

„Die Kollegen im Posteingang haben richtig und professionell gehandelt“, sagt Bayer-Sprecher Frenzel mit Blick auf die hohen Sicherheitsstandards im Unternehmen. Weil sich Büroklammern in der Verklebung des Umschlags befunden hätten, sei der Eindruck entstanden, es befänden sich etwaige Drähte darin. Bei dem Vorfall handle es sich unterm Strich aber nicht einmal um einen schlechten Scherz. „Da war nur jemand ein wenig faul und hat den Brief nicht ausreichend mit Adresse und Absender versehen.“

Neben der Polizei und dem Landeskriminalamt (LKA) waren auch Rettungsdienst sowie Angehörige von Werks- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz.

Die Poststelle bei Bayer war wegen des Vorfalls evakuiert worden, die Produktion im Werk ging unterdessen weiter. Neben der Werksfeuerwehr, die über insgesamt 50 Mitglieder verfügt, waren auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen vor Ort. Sie waren von der Leitstelle des Kreises Unna alarmiert worden. Beide Wehren hatten vor einem Jahr eine Kooperation geschlossen, die eine Zusammenarbeit und eine gegenseitige Hilfe im Einsatzfall vorsieht.

+++ Das ist unsere Ursprungsmeldung +++

Laut Polizeisprecherin Vera Howanietz hat Bayer den Vorfall um kurz nach 9 Uhr selbst gemeldet. Was in der Briefsendung ist, soll nach Angaben des Chemiekonzerns nun von einer Spezialeinheit der Polizei aus Duisburg untersucht werden. Die ist unterwegs nach Bergkamen.

Ohne Absender

Mitarbeiter in der Posteingangsstelle des Unternehmens waren stutzig geworden, als sie die Sendung entdeckten. Es handelt sich um einen DIN A4-Brief ohne Absender, der lediglich an die Bayer AG adressierte ist. „An der Klebestelle hat er eine leichte Wölbung“, berichtet Bayer-Sprecher Dirk Frenzel auf Anfrage.

Tor 1 gesperrt

Zunächst wurde die Werkfeuerwehr gerufen, die kontaktierte dann die Polizei. „Vorsorglich wurde die Zufahrt zum Tor 1 auf der Ernst-Schering-Straße gesperrt“, teilt Bayer mit. Sobald neue Erkenntnisse vorlägen, werde man die Öffentlichkeit informieren.

Das Werk in Bergkamen mit seinen mehr als 1600 Mitarbeitern ist nach Bayer-Angaben der größte Standort der AG zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich bereinigt um Sondereinflüsse auf 4,9 Milliarden Euro.

Nicht der erste Fall in Bergkamen

Schon häufiger gab es in Bergkamen Einsätze wegen verdächtiger Briefumschläge. Adressat waren Behörden und Institutionen, zuletzt Mitte März das Jobcenter. In den Kuverts befand sich weißes Pulver, das sich nach eingehender Untersuchung als harmlos herausstellte.

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