Vandalismus am Beversee

Liebesbotschaften auf Plattform taugen kaum als Ermittlungsansatz

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Die Aussichtplattform im Naturschutzgebiet Beversee ist noch nicht ganz fertig, aber schon beschädigt – unter anderem durch Schmierereien auf den Holzdielen.

Rünthe – Die am Dienstag entdeckten mutwilligen Beschädigungen an der neuen Aussichtsplattform am Beversee haben für Wut und Empörung gesorgt – vor allem bei den Rünthern, die gern in dem nahe gelegenen Naturschutzgebiet spazieren gehen. Die Urheber der Zerstörungen sind nach wie vor unbekannt.

Die auf Rampe und Terrasse aufgesprühten Schriftzüge dürften derweil kaum bei der Suche nach den Tätern helfen können.

Neben Schäden an Zäunen sind es vor allem die Schmierereien auf den Holzdielen, die für Kopfschütteln und Verärgerung sorgen. Gleich zwei Liebesbekenntnisse sind dort zu lesen – einmal gerichtet an „Bärchen“, das andere Mal an „Hase“. Kosenamen, die keinesfalls außergewöhnlich sind. „Daher dürften sie als Ermittlungsansatz kaum taugen“, sagt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde in Unna. Zudem sei es reine Spekulation, ob es sich beim Täter etwa um einen glücklich oder unglücklich Verliebten handele oder sich vielleicht ein Pärchen gegenseitig Liebe bezeugt habe.

Die Täter wollen Aufmerksamkeit

Gleichzeitig sei es grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass illegal aufgesprühte Botschaften auch zum Urheber führten, ergänzt Howanietz. Bei klassischen Graffiti etwa, bei denen die Sprayer ihr persönliches Signet, in der Szene „Tags“ genannt, hinterlassen, komme dies „immer mal wieder“ vor.

Ermittlungserfolge in Sache Schmierereien fußen laut der Polizeisprecherin nicht selten auf der Tatsache, dass die Täter Aufmerksamkeit generieren wollen. Womöglich würden sie dann in ihrem Umfeld von der Tat berichten. „Am Ende können uns dann Zeugenaussagen weiterhelfen.“

„Einige wissen Wert nicht zu schätzen“

Dass der RVR-Eigenbetrieb Ruhr Grün als Konsequenz aus dem Vandalismusschaden nun kein Aussichtsfernrohr mehr auf der Plattform aufstellen will, löst Bedauern aus. Die Entscheidung trifft aber auch auf Verständnis – etwa bei einem User auf wa.de. Er konstatiert, dass Teile der Gesellschaft den Wert des Geldes, der Arbeit und des eingeflossenen Herzblutes in das Projekt und den geschaffenen Ruheort in der Natur „in keinster Art und Weise zu schätzen“ wüssten.

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