Start an der Marina

Unterwegs mit Orcas und Delfinen: Drei junge Kamener haben Weltumseglung gestartet

Blue Horizon Weltumsegler
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Auf dem Meer kann es ungemütlich werden. Im ersten Monat ihrer Tour haben Leonie Maßmann, Thilo Ernst und Jonas Manke schon die ein oder andere brenzlige Situation überstehen müssen.

Mit Delfinen schwimmen, durch sturmreiche Buchten ziehen und vom Meer aus die Sterne beobachten: Was für viele klingt wie ein Abenteuerfilm ist für Thilo Ernst, Leonie Maßmann und Jonas Manke seit einem Monat Alltag. An der Marina Rünthe startete das Trio seine Weltreise mit dem Segelboot

Die „Blue Horizon“ sticht in See. Erstes Ziel: Cherbourg, vorbei an der Biskaya Bucht. Leonie Maßmann, Thilo Ernst und Jonas Manke müssen sich beeilen, um noch vor den starken Winden anzukommen – schließlich geht es durch eins der sturmreichsten Segelreviere der Welt. Sie wechseln sich ab, stehen stundenlang am Steuer. Plötzlich geht der Motor aus – der Tank ist leer.

In einem Monat auf See haben Thilo Ernst, Leonie Maßmann und Jonas Manke schon viel erlebt. Nach zwei Wochen Probefahrt in Holland segelte das Trio nach Frankreich und weiter nach Spanien. Von dort soll es einmal um die Welt gehen. „Die ersten Nachtfahrten waren sehr anstrengend, wir standen todmüde am Steuer. Gleichzeitig hatten wir aber auch unglaublich klare Sternenhimmel und wurden von Delfinen begleitet“, erzählt Leonie Maßmann von der spanischen Küste aus am Telefon.

Ungemütliche Begegnung mit Orcas

Die Segelfahrt ist für die Drei im wahrsten Sinne ein Auf und Ab. Als zehn Seemeilen vor der ersten Küste der Sprit ausging, hissten die Drei die Segel und bewegten sich ohne Motor langsam in Richtung Land. „Wir hatten Glück, dass der Wind von der richtigen Seite kam“, sagt Leonie Maßmann. Mit einem Schlauchboot holten die Abenteurer kurz vor der Küste Sprit für ihre „Blue Horizon“, übersetzt „Blauer Horizont“.

Thilo Ernst am Steuer

Einige Tage später wurden sie vor der spanischen Küste von Orcas angegriffen. „Vier bis fünf von ihnen waren unter dem Boot und haben uns im Kreis gedreht oder sind gegen das Ruder geschwommen. Das war beängstigend, aber auch beeindruckend, diese großen Tiere zu sehen“, so die 22-Jährige. Mittlerweile haben sich Thilo Ernst, Leonie Maßmann und Jonas Manke von ihren anstrengenden Tagen auf See erholt und erkunden die spanische Stadt A Coruña. „Wir gehen im Meer baden oder arbeiten an unserem Youtube-Kanal oder Blog, bevor es weitergeht nach Portugal“, berichtet die 22-Jährige.

Abschied von der Familie fällt schwer

Der Abschied von der Familie fiel der jungen Frau schwer. Schließlich handelt es sich geschätzt um drei bis fünf Jahre, in denen Leonie Maßmann, Thilo Ernst und Jonas Manke erst mal nicht zu Hause sind. „Für meine Eltern war es zuerst ein Schock. Aber ich dachte mir, ich war jetzt 22 Jahre zu Hause, bin wahrscheinlich auch noch weitere 50 Jahre dort. Dann kann man doch auch mal für drei Jahre weggehen“, schildert Leonie Maßmann.

Sie hat sich bewusst für das „Wegsegeln“ entschieden. „Man nimmt auf dem Segelboot die Entfernung viel stärker wahr, es ist etwas ganz anderes ins Flugzeug zu steigen und in vier Stunden an einem anderen Stück der Welt zu sein.“ Auch habe das Trio bewusst nach einer umweltschonenden Art und Weise zu Reisen gesucht.

Ab und zu fehlt Leonie Maßmann der Komfort von zu Hause. „Manchmal will ich natürlich auch mal gemütlich auf der Couch liegen“, sagt sie. Doch das gehe schnell vorbei. Schließlich seien die Dinge, die die Drei auf dem Meer erleben einfach beeindruckend, wie Thilo Ernst in einem Youtube-Video auf den Punkt bringt: „Das ist auf jeden Fall ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man auf dem offenen Meer ist. Weit und breit nur blauer Horizont.“

Der Blog der Segler ist im Internet unter www.bluehorizonsialing.de zu finden. Bei Instagram sind sie unter „bluehorizon_exploration“ zu finden und bei YouTube unter „Blue HBegeorizon“.

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