Vorfall an der Jahnstraße

Unfallflucht mit 95 Jahren: Mann aus Bergkamen lässt sein Auto ab jetzt stehen

Ein 95-jähriger Mann aus Bergkamen sollte sich jetzt vor Gericht verantworten. Sein hohes Alter hatte ihn offenbar nicht vor einer Dummheit bewahrt.

Bergkamen/Kamen – Irgendwann kommt im Leben eines Autofahrers der Zeitpunkt, seinen Führerschein abzugeben. Manchmal ist es ein Unfall, der die Einsicht bringt, dass es an Fahrtüchtigkeit fehlt. So wie im Fall eines Bergkameners. Der 95-Jährige hatte beim Lidl an der Jahnstraße in Bergkamen beim Rangieren einen anderen Wagen heftig gestreift.

StadtBergkamen
LandkreisUnna
Einwohner48.919

Unfallflucht mit 95 Jahren: Ein Mann aus Bergkamen lässt sein Auto ab jetzt stehen

Der Mann soll den Unfall bemerkt haben und ausgestiegen sein. Doch anstatt nach der Feststellung eines Schadens die Polizei zu alarmieren und zu warten, soll er die Flucht ergriffen haben. Dafür sollte er sich im Amtsgericht Kamen wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten.

Doch der Senior erschien nicht. Er sei gesundheitlich schlimm zurecht, erklärte sein Verteidiger. Dann legte er dem Gericht ein Attest vor, der die Verhandlungsunfähigkeit des 95-Jährigen bestätigte. Die Unfallgegnerin und gleichzeitig Geschädigte, war als Zeugin geladen.

Unfallflucht mit 95 Jahren: Versicherung übernahm den Schaden

Aufgrund der Abwesenheit des Angeklagten wurde sie aber nicht als Zeugin, sondern lediglich informatorisch zur Schadensregulierung befragt. Auch, wenn es anfangs nicht so ausgesehen hatte, belief sich die Schadenssumme am Ende auf knapp 2000 Euro. Das sei aufgrund der besonderen Farbe des Fahrzeugs so, erklärte die Frau. Die gegnerische Versicherung habe aber alles bezahlt. Der Angeklagte hat weder Eintragungen im Vorstrafen-, noch im Straßenverkehrsregister.

„95 Jahre alt, den Mann muss man jetzt nicht mehr unbedingt verurteilen“, sprach der Vertreter der Staatsanwaltschaft das aus, was auch der Richter dachte.

Zumal der Senior am 21. Januar und damit kurz nach der Tat, seinen Führerschein freiwillig abgegeben hatte. „Er wird nicht mehr in einem Auto sitzen, keine Unfallflucht mehr begehen“, bemerkte der Richter. Dann stellte er das Verfahren vorläufig gegen eine Zahlung von 250 Euro an die Gerichtszahlstelle ein.

Rubriklistenbild: © dpa

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