Feuerwehr und THW im Einsatz

Hochregallager in Bergkamener Firma droht der Einsturz - Gerüst soll helfen

Feuerwehr Bulten Hochregallager
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Mit einem Gerüst sollen die Hochregale gesichert werden.

Seit Dienstagnachmittag sind die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk bei der Firma Bulten an der Rünther Straße in Bergkamen im Einsatz. Der Grund dafür ist nicht der Schnee, sondern ein Unfall mit einem Gabelstapler.

[Update] Bergkamen - Ein nächtlicher und auch am Tag noch stundenlanger Einsatz des Technischen Hilfswerks in einem Hochregallager in Rünthe hat sich gelohnt: Am Mittwochmittag konnte nach einer Lagebesprechung Entwarnung gegeben werden: „Alles ist sicher und konnte gerettet werden“, teilte ein Mitarbeiter des Unternehmens mit. Zuvor hatte es bange Stunden und für viele der 65 Einsatzkräfte kaum Schlaf gegeben.

Nachdem ein Gabelstaplerfahrer am Dienstag vor das letzte Hochregal in der Halle gefahren war, hatte akute Einsturzgefahr für das betroffene Regal bestanden – und das droht so, weitere Regale mitzureißen und einen Dominoeffekt auszulösen.

Hochregallager einsturzgefährdet: Feuerwehr und THW im Einsatz

Feuerwehr Bulten Hochregallager
Feuerwehr Bulten Hochregallager
Feuerwehr Bulten Hochregallager
Feuerwehr Bulten Hochregallager
Hochregallager einsturzgefährdet: Feuerwehr und THW im Einsatz

„Das ist eine ganz kritische Lage“, meinte THW-Einsatzleiter Timm Ramin am Dienstagabend. „Wenn das passiert, haben wir ein riesiges Problem.“ Dann, so die Fachleute, würde wohl die gesamte Lagerhalle einstürzen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gerüst einstürzt, liegt bei 50:50 – wenn wir es irgendwo Knacken hören, wird sofort die gesamte Halle geräumt“, sagte Ramin.

Gegen 22 Uhr waren die THW-Gruppen Kamen/Bergkamen, Lünen, Werne, Witten, Dortmund und Unna im Einsatz. Allesamt Bergungsspezialisten, die das Hochregal absichern und vorsichtig leer räumten. „Darin lagern 50 Tonnen Material“, schilderte Ramin den Kraftaufwand, dem sich die Helfer stellten.

Baugerüste als Absicherung

Zunächst erstellte das THW eine Absicherung. Dazu wurden entlang des Regals zwei 27 Meter lange Baugerüste platziert, die Einsatzkräfte trugen Kletterausrüstung. „Wir sichern jedes Regalfeld einzeln ab, sodass es im Zweifel von unserem System gehalten wird“, erklärte Ramin. Immer wieder fuhren Lastwagen vor. Die ganze Prozedur dauerte viele Stunden.

„Wir arbeiten in einem rollierenden System, acht bis zehn Stunden sind die Männer und Frauen hier im Einsatz – hinzu kommt die An- und Abfahrt“, so Ramin. „Das sind hier Buchhalter, Klempner, Elektriker und andere Handwerker, die den Tag über in ihren Jobs gearbeitet haben.“ Die Gerüstteile wurden markiert, damit jede Einheit ihr Material später zurückbekommt.

Ramin zog ein positives Fazit: „Hätten wir draußen bei Minus acht Grad arbeiten müssen, hätten wir das Doppelte an Personal benötigt.“

Erstmeldung vom 9. Februar: Bergkamen - Einem Gabelstapler-Fahrer der Firma Bulten saß anschließend der Schrecken in den Gliedern, doch abgesehen davon ging es ihm und all seinen Kollegen nach einem Malheur im Hochregallager der Schrauben-Firma an der Rünther Straße gut. Laut Angaben von Feuerwehr und THW war der Fahrer gegen das äußerste Hochregal des Lagers gefahren, und das wies danach eine deutliche Wölbung auf. Weil es einzustürzen drohte, wurden zunächst die Feuerwehr und später auch das Technische Hilfswerk (THW) zur Hilfe gerufen.

Viel ausrichten können die heimischen Rettungskräfte derzeit allerdings nicht. Zunächst muss ein Statiker die Unfallstelle und die daraus resultierende Gefahrenlage einschätzen, bevor an einer Stelle gehandelt werden kann. „Eine falsche Bewegung im System, und alles kann zusammenbrechen“, erklärte Timm Ramin vom THW die Lage.

„Und dann besteht die Gefahr, dass das Regal in die falsche Richtung fällt und mit den anderen Hochregalen eine Art Domino-Effekt entsteht“, erklärte Patrick Gundlach, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen, die Tücke der Lage.

Tragende Säule gefährdet

Denn dann würde auch eine tragende Säule der Halle in Mitleidenschaft gezogen werden - und dies könnte in Verbindung mit der Schneelast auf dem Dach zu einem Einstürzen der gesamten Halle führen. Gute Gründe also, warum alle Mitarbeiter die Halle verließen und die Retter von Feuerwehr und THW in Wartestellung gingen und auf den Statiker warteten.

Man musste auf den Statiker warten. Der stellte schließlich fest, dass das Hochregal absolut einsturzgefährdet ist. Zwei Facheinheiten des Technischen Hilfswerks rückten daher an und werden das mit 50 Tonnen beladene Regal innerhalb der nächsten Stunden mit entsprechendem Gerät sichern und leerräumen. Das THW kommt deswegen zum Einsatz, weil die Feuerwehr Bergkamen nicht über die entsprechenden Gerätschaften verfügt.

Bereits am Montag waren THW und Feuerwehr bei der Firma, um die Statik eines anderen Gebäudes zu kontrollieren. Wegen der großen Schneemenge bestand die Sorge, dass ein Dach einstürzen könnte.

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