1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

Und plötzlich wechselt mein Anbieter – Warnung vor Betrügern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jürgen Menke

Kommentare

Stromzähler der GSW: Wer sensible Daten weitergibt, läuft Gefahr, dass sich plötzlich ein anderer Anbieter bei ihm meldet.
Stromzähler der GSW: Wer sensible Daten weitergibt, läuft Gefahr, dass sich plötzlich ein anderer Anbieter bei ihm meldet. © Tim Luhmann / GSW

Kunden der GSW berichten vermehrt von Täuschungsversuchen an Haustüren und am Telefon. Der kommunale Energieversorger warnt: „Die Betrüger versuchen, an sensible Daten zu kommen.“

Kreis Unna – Laut den Gemeinschaftsstadtwerken Kamen, Bönen, Bergkamen geben sich die Unbekannten als GSW-Mitarbeiter aus. Es gehe ihnen darum, die Kunden mithilfe von Daten – etwa der Zählernummer – unwissentlich zu anderen Unternehmen abzuwerben.

Gleiches Schema

Die Masche sei immer die gleiche, sagen die GSW: „Die Betrüger fordern die Kunden dazu auf, ihnen die Jahresabrechnung zu zeigen.“ So könnten sie an die Zählernummer gelangen. Gemeinsam mit der Adresse der Kunden könnten die Betrüger dann einen Wechselprozess zu einem anderen Energieversorger herbeiführen, ohne dass der Betroffene das zunächst merke. Einen Wechsel einzuleiten, sei auch ohne Unterschrift möglich.

Skeptisch werden

„Als GSW kennen wir unsere Rechnungen. Wir würden uns nie eine von uns ausgestellte Rechnung von unseren Kundinnen und Kunden zeigen lassen. Wenn das jemand fordert, sollte man skeptisch werden“, sagt Carsten Wittig, Leiter der GSW-Kundencenter.

Im Zweifel Anruf

Wer unsicher sei oder eine Täuschung vermute, könne sich unter Telefon 02307/978-2222 an die GSW wenden, so Wittig. „Wir können direkt aufklären, ob es sich tatsächlich um einen Mitarbeiter unseres Hauses handelt.“

Dienstausweis

GSW-Beschäftigte führen den Angaben nach alle einen Dienstausweis mit Lichtbild mit sich. Um einen gefälschten Ausweis zu identifizieren, sollte man die Daten und das Lichtbild mit der Person und dem Personalausweis vergleichen. „Generell gilt, dass Mitarbeiter der GSW nicht unangekündigt Besuche bei ihren Kunden unternehmen“, heißt es.

Bei Anruf Vorsicht

Derzeit mehren sich bei den GSW zudem die Hinweise auf ähnliche Täuschungsversuche per Telefon. „Auch hier sollte man niemals sensible Daten wie beispielsweise die Kunden- und Zählernummer nennen“, lautet der Ratschlag. Mitarbeiter der GSW würden ihre Kunden nur auf ausdrücklichen Wunsch anrufen und sie nicht zu einem Abschluss am Telefon drängen.

Schnell widerrufen

Sollte man sensible Daten dennoch herausgegeben haben und komme es tatsächlich zu einem Wechsel des Energieversorgers, rät Wittig den Betroffenen, den auf diese Weise erschlichenen neu abgeschlossenen Vertrag so schnell wie möglich zu widerrufen.

Mehr Fälle

Einzelne Fälle von falschen GSW-Mitarbeitern seien immer mal wieder registriert worden, sagt Unternehmenssprecherin Andrea Wellerdiek. Zuletzt habe das Problem aber derart zugenommen, dass man sich zu einer öffentlichen Warnung entschlossen habe.

Hohe Dunkelziffer

Genaue Fallzahlen wollte Wellerdiek nicht nennen. „Wir gehen ohnehin von einer hohen Dunkelziffer aus.“ Von den Vorfällen seien vor allem Kamen und Bergkamen betroffen und hier besonders dicht besiedelte Bereiche. Die Betrüger versprächen sich in größeren Wohnkomplexen offenbar mehr Erfolg als beim Gang durch Eigenheim-Quartiere.

Auch interessant

Kommentare