Türkischer Lebensmittelhändler möchte in Baumarkt-Gebäude umsiedeln

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Erdemli möchten in das bald leer stehende Hagebaumarkt-Gebäude umziehen.

Bergkamen - Die Tage des Hagebaumarktes in Bergkamen sind zwar gezählt, doch leer stehen wird das Gebäude aller Wahrscheinlichkeit nach nicht lange. Die Familie Erdemli, die das gleichnamige Lebensmittelgeschäft am Nordberg betreibt, möchte das Grundstück kaufen und das Gebäude umbauen.

„Die ersten Gespräche sind gelaufen“, sagt Halil Erdemli, einer der Geschäftsführer des Unternehmens. „Das Grundstück ist schon so gut wie gekauft.“ Gewartet wird allerdings noch auf die notwendigen Genehmigungen durch die Stadt Bergkamen. Erdemli plant ein großes Lebensmittelgeschäft, das aber durch viele kleinere Läden ergänzt werden soll. „Wie ein Center“, sagt Halil Erdemli und zählt auf, was dort alles zu finden sein soll: unter anderem eine Apotheke, ein Stehcafé, ein Getränkemarkt, eine Pizzeria und ein Geschäft für Mobilfunk. Das Geschäft an der Präsidentenstraße würde dann aufgegeben und Erdemli würde an die Ecke Erich-Ollenhauer-Straße/Ernst-Schering-Straße umziehen. „Wir sind in Bergkamen groß geworden“, sagt Halil Erdemli. „Ich bin zwar in Kamen geboren, aber hier aufgewachsen. Ich kenne hier fast jeden“, erzählt er lachend. „Wir wollen daher gerne bleiben.“ Doch das Geschäft am Nordberg ist dem Eigentümer zu klein geworden, deshalb gibt Erdemli auch offen zu, andere Alternativen zu haben. „Wir würden auch nach Dortmund gehen und Bergkamen verlassen, auch wenn uns das leid täte.“

„Für Bergkamen wäre das gut“ 

Doch das ist Plan B. Erdemli rechnet eher damit, dass man bei der Stadt Unterstützung findet und alle notwendigen Genehmigungen erteilt werden. Für Bergkamen wäre das nur gut, meint der Geschäftsmann. „Was ein Leerstand anrichten kann, sieht man ja an der Berggalerie“, sagt Erdemli – und die ist nur einen Steinwurf vom jetzigen Hagebaumarkt entfernt. Als Konkurrent sieht sich Erdemli für Berggalerie, Kaufland und das Nordbergzentrum nicht. Im Gegenteil. „Wir werden noch mehr Leute aus Lünen, Dortmund und Unna anlocken als jetzt schon“, ist Erdemli überzeugt. „Die machen dann erst den Großeinkauf in den anderen Geschäften und kommen dann zu uns.“ Erdemli wird sich mit dem Umzug deutlich vergrößern. Hat man jetzt 800 Quadratmeter Platz und 30 Mitarbeiter, sollen es künftig 2000 Quadratmeter und 60 Mitarbeiter werden. „In den Geschäften drum herum werden dann auch 15 bis 20 Mitarbeiter tätig sein. Das sind 80 neue Arbeitsplätze für Bergkamen“, sagt Halil Erdemli. „Das ist schon eine Menge.“ 

Erweitertes Sortiment

Erweitern will das Lebensmittelgeschäft dann auch das Sortiment. Schon jetzt gibt es neben türkischen Lebensmitteln deutsche Produkte, künftig sollen arabische, polnische und russische hinzukommen. Wenn alles gut läuft, ist der Wunschtermin zur Eröffnung der April nächsten Jahres. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun: So muss nicht nur der bisherige Baumarkt komplett umgebaut werden, auch an der Zufahrtsregelung soll sich etwas ändern. Über die Ernst-Schering-Straße soll es eine Zufahrt auf das Gelände geben, wo jetzt die Gartengeräte lagern. Die bisherige Zufahrt soll jedoch auch nutzbar sein. „Ob wir aber eventuell eine Einbahnstraßenregelung machen werden, steht noch nicht fest“, sagt Halil Erdemli. 

Abhängig von Genehmigung 

Die Pläne sind in kurzer Zeit weit gediehen, nun hängt es noch von den Genehmigungen ab. Für die Kunden hofft Halil Erdemli, dass alles gut ausgehen wird. „Die Leute bedanken sich immer bei uns, vor allem die vielen deutschen Kunden“, sagt der Geschäftsführer. „Das ist immer schön. So haben uns bisher immer die Kunden belohnt, jetzt wollen wir ihnen etwas zurückgeben.“ Am liebsten möchte Halil Erdemli schon morgen loslegen, doch an allen Alternativstandorten müssen noch Formalitäten geklärt werden. „Wir werden da handeln, wo es am schnellsten geht“, sagt Halil Erdemli. In der Hoffnung, dass dies dann in Bergkamen sein wird.

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