Sonderspur für Busse und Retter missbraucht

Vollsperrung der Lippebrücke: An Tag eins scherten sich etliche Autofahrer nicht darum

Grün ist diese Ampel vor der Lippebrücke theoretisch nur für Linienbusse und Einsatzfahrzeuge, damit die sich in der einspurigen Baustellendurchfahrt nicht blockieren.
+
Grün ist diese Ampel vor der Lippebrücke theoretisch nur für Linienbusse und Einsatzfahrzeuge, damit die sich in der einspurigen Baustellendurchfahrt nicht blockieren. Einige verstehen das als Einladung, die Sperrung zu ignorieren.

Vollsperrung der Lippebrücke? Das trifft es nicht so ganz. Linienbusse und Einsatzkräfte dürfen sie auf der Sonderspur noch passieren. Und die Ignoranten fahren einfach hinterher:

Rünthe – Tag eins der Vollsperrung. Wäre da nicht der Baulärm, die nächsten Anwohner der Lippebrücke an der Werner Straße könnten beinahe ungewohnte Stille genießen. Den Schwerlastverkehr sind sie ja schon los, seit die tägliche Blechlawine im November auf die Schleife zur Behelfsbrücke verlegt wurde und sich alles noch näher an den Häusern vorbei schlängelte, was durch die Barriere für 2,30 Meter Breitenbeschränkung passte. Oder sich durchmogelt, so wie an diesem Montag durch die Sperrung der B 233.

Abbieger gesperrt: Ab durch die Mitte

Wer von Süden auf die Jockenhöfer-Kreuzung zurollt, darf nur rechts- oder linksherum. Auf dem querenden Osten- und Westenhellweg sind die Abbiegespuren Richtung Werne mit Baken versperrt. Aber mit einem sportlichen Ruck am Steuer missbraucht so mancher den Platz auf der Mitte, um doch einfach durch die Baustelle zu fahren – statt der ausgeschilderten 20 Kilometer Umleitung über Hamm-Herringen.

Um keine Ausrede verlegen

„Was soll ich machen?“, sagt eine, die als erste vor der Bedarfsampel steht. Verbotenerweise. Soll die Funkampel doch einzig verhindern, dass sich Busse oder Einsatzfahrzeuge in der nur für sie offengehaltenen Notspur durch die Baustelle blockieren. „Ich bin erst heute aus dem Urlaub zurück und wusste das nicht.“ Wozu bloß all die Baken und Schilder?

„Wir sind heute Morgen von Rünthe aus mit dem VKU -Dienstwagen dadurch“, berichtet ein Mitarbeiter de Verkehrsgesellschaft, der sich die Regelung für den Linienverkehr angesehen hat. „Da haben sich gleich zehn andere drangehängt und sind mit da durch. Man kennt das ja.“

Auf Werner Seite Schranke mit „Knöpfchen“

Auf Werner Seite ist die Straße so abgeriegelt, dass der Südring noch erreichbar ist, es aber stadtauswärts nicht weiter geht. Die Geradeausspur ist versperrt, mittig eine Busspur angelegt. Damit nicht alle durchschlüpfen, ist eine Schranke installiert. Die Busfahrer halten, öffnen das Seitenfenster und drücken einen dicken Taster an einem Stahlmasten, damit der Schlagbaum sich hebt.

„Auch da gibt es Autofahrer, die folgen dem Herdentrieb und fahren hinterher“, berichtet der Mann von der VKU. „Nur stehen sie plötzlich verloren da, wenn die Schranke sich schließt.“ Aber zur Umkehr entscheidet sich nach Beobachtung der Redaktion kaum jemand. Dann geht’s halt, solange kein Bus entgegenkommt über die Gegenfahrbahn.

Polizei will Verkehrsmoral beobachten

Die Polizei war, trotz der schlechten Erfahrung mit dem Lkw-Verbot, nicht sogleich zur Durchsetzung der Verkehrsführung eingebunden, wie Sprecher Bernd Pentrop berichtete. Der Streifendienst werde die Sperrung aber im Auge behalten. Wer erwischt wird, zahlt dann 20 Euro für die Lektion.

Rettungsdienst suchte Informationen

Der Werner Rettungsdienst ist auf der Sonderspur unterwegs, weil er oft schneller in Rünthe ist als die Bergkamener Kräfte. Bei mäßigen Temperaturen „war der Montag recht ruhig“, berichtet Leiter Hartmut Kröger. „Mittags mussten die Kollegen einmal rüber, haben aber den Öffner nicht gefunden.“ Dann geht’s halt mit Blaulicht über die Gegenfahrbahn. „Wir haben aber insgesamt kaum Informationen bekommen“, so der Rettungsdienstleiter. Daran hätten auch seine Anrufen bei Straßen.NRW als Verantwortlichem für das Neubauvorhaben nichts ändern können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare