Strukturförderung

Trennt sich Bayer in Bergkamen von Flächen? Bürgermeister nach Erstgespräch optimistisch

Dem Bayer-Konzern gehört eine 46 Hektar große Erweiterungsfläche nördlich des Chemieparks. Die Stadt Bergkamen hofft, mit Fördergeldern aus dem Kohleausstieg zumindest auf einen Teil der Fläche neue Betriebe ansiedeln zu können.
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Dem Bayer-Konzern gehört eine 46 Hektar große Erweiterungsfläche nördlich des Chemieparks. Die Stadt Bergkamen hofft, mit Fördergeldern aus dem Kohleausstieg zumindest auf einen Teil der Fläche neue Betriebe ansiedeln zu können.

Mit der Entwicklung der Erweiterungsfläche des Bayer-Konzerns nördlich des Chemieparks will die Stadt Bergkamen Fördergelder des Bundes aus dem Kohleausstieg generieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Noch aber ist gar nicht klar, ob sich das Unternehmen auch wirklich von seinem Areal oder auch nur von Teilflächen trennen möchte.

Bergkamen – Laut Bürgermeister Bernd Schäfer hat es dazu im März ein erstes Gespräch gegeben. Das habe zwar noch keine konkreten Ergebnisse gebracht. Gleichwohl ist er nach eigenen Worten „optimistisch“, dass das Vorhaben der Stadt früher oder später Erfolg haben werde. „Zumindest schließt Bayer nicht aus, Flächen abzugeben. Die Tür ist nicht zu“, so Schäfer.

Gewerbeflächen in Bergkamen sind Mangelware. Schon seit vielen Jahren versucht die Stadt daher unter anderem, das Bayer-Nordfeld zu aktivieren. Bis dato hatte der Konzern immer abgewunken, wenn es um einen Verkauf ging. Nun aber hofft Schäfer, dass die Stadt zumindest auf Teilen des Areals zum Zuge kommt.

Nächstes Gespräch bis Jahresende

Nach Auskunft Schäfers haben sich beide Seiten auf ein nächstes Gespräch „in Richtung Jahresende“ verständigt. Bis dahin, so seine Hoffnung, ist im besten Fall die interne Entscheidung bei Bayer gefallen, welche Flächen das Unternehmen noch benötigt. „Das passiert dann nicht vor Ort, sondern ist Sache der Zentrale in Leverkusen.“

Schäfer betont, dass es bei der Beantragung von Fördergeldern im Zuge des Kohleausstiegs nicht auf Schnelligkeit ankomme, sondern auf die Qualität der Projekte. Stadt und Bayer würden sich jeweils so viel Zeit nehmen, wie sie für ihre Entscheidungen benötigten. Ohnehin reiche der Förderzeitraum des sogenannten Fünf-Standorte-Programms des Landes, über das die Strukturhilfen ausgezahlt werden, bis 2041.

Eines von drei Teil-Projekten

Bis zu 662 Millionen Euro aus dem Kohletopf sollen alleine nach NRW fließen. Darum bewerben sich neben dem Kreis Unna mit seinen drei Kohlekraftwerksstandorten Bergkamen, Lünen und Werne die Städte Duisburg, Gelsenkirchen, Hamm und Herne. Schäfer glaubt, dass Bergkamen den richtigen Weg eingeschlagen hat, um zunächst auf Kreisebene mit seinen Vorstellungen Gehör zu finden und im Anschluss daran auch beim Strukturstärkungsrat. Dieser urteilt abschließend über die Projekte in den Kommunen.

Die Aktivierung des Bayer-Areals ist zusammen mit der Entwicklung neuer Gewerbefläche an der Werner Straße einer von drei Teil-Projekten in Bergkamen. Die anderen beiden zielen auf die Weiterentwicklung des Kanalbandes zur überregional bedeutsamen Freizeit- und Tourismusdestination sowie auf die Entwicklung des Kraftwerksstandorts in Heil nach Ende der dortigen Kohleverstromung. Eine Studie bescheinigt Bergkamen noch reichlich Potenzial beim laufenden Strukturwandel.

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