Erfolg der Fahrradstrecke

Touristen in Bergkamen: Gastgeber zufrieden durch Römer-Lippe-Route

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Zwischen Frühjahr und August diesen Jahres waren insgesamt rund 190.000 Fahrrad-Touristen auf der Römer-Lippe-Route unterwegs. Die Fahrradstrecke ist eine Erfolgsgeschichte - auch für Bergkamen.

Bergkamen – Quer durch die Stadt führt seit einigen Jahren die Römer-Lippe-Route. Mit dem Fahrrad sind zahlreiche Touristen auf den Spuren der Römer entlang der Lippe unterwegs und machen auf ihrem Weg auch häufig in Bergkamen Halt. Jetzt im Herbst wird es aber erwartungsgemäß ruhiger auf der Fahrradstrecke. Für die Verantwortlichen ist das die Zeit für eine Bilanz. Und die fällt außerordentlich positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden mit der Römer-Lippe-Route und finden es toll, dass es dieses Projekt gibt“, sagt Simone Reichert von der Tourismusförderung der Stadt. 

Die Radfahrer bringen auch den lokalen Unterkünften und Gastronomiebetrieben Umsatz, auch wenn man natürlich nicht immer genau sagen könne, was am Ende durch die Fahrradroute dazugekommen ist, so Reichert. Auf der ganzen Strecke von Xanten nach Detmold zählte Ruhr Tourismus zwischen Frühjahr und August dieses Jahres insgesamt 190.000 Tagesausflügler. Zusammen brachten sie laut einer Pressemitteilung 8,5 Millionen Euro Umsatz für Unterkünfte und Gastronomie. 2014 waren es nur 5,2 Millionen Euro. 

"Die Saison war super"

Auch für die beiden Bergkamener Unterkünfte, die von der Römer-Lippe-Route aufgeführt werden, sind die Radtouristen auf jeden Fall gern gesehene Gäste. „Die Saison war super“, sagt Lena Kersten vom Gästehaus Marina-Nord in Rünthe. Als eine von zwei Unterkünften in Bergkamen ist die Herberge von der Römer-Lippe-Route als fahrradfreundlich ausgewiesen. Häufig würden Radfahrer bei ihr unterkommen. Besonders beliebt seien die Radlerhütten mit zwei Betten. Ebenso kämen viele, die auf der Route unterwegs sind, mit ihrem eigenen Zelt vorbei. 

Die Tendenz ginge leicht nach oben bei den Übernachtungen von Radfahrern, beobachtet Kersten. Besonders aufgefallen ist ihr: „Immer mehr Ältere kommen mit ihren E-Bikes zu uns.“ Grundsätzlich zufrieden mit der Radsaison ist auch Barbara Döring vom Gästehaus in der Ökologiestation. Tendenziell kämen mit den Jahren mehr Urlauber, die auf der Römer-Lippe-Route unterwegs sind, zum Übernachten in die Ökologiestation. In der Hauptsaison kämen fast täglich Radfahrer dort an, sagt Döring. Abgeschlossen wurde in dieser Saison das Projekt „Barrierefreier Radtourismus an der Römer-Lippe-Route“. 

Seit 2016 wurde die Strecke an die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen angepasst. Als ersten deutschen Fernradweg zeichnete das Deutsche Seminar für Tourismus in Berlin die Route mit dem Zertifikat „Reisen für Alle“ aus. Weiterhin soll aber an der Barrierefreiheit gearbeitet werden. „Das Thema wird bei zukünftigen Maßnahmen stets mitberücksichtigt, um eine nachhaltige Weiterentwicklung zu gewährleisten“, sagt Projektleiter Pascal Tönnissen. 

Unterkünfte sind noch nicht alle barrierefrei

Auch die Unterkünfte sind noch nicht alle barrierefrei – so auch Marina-Nord am Yachthafen. Dafür können Radfahrer mit Einschränkungen aber auf das Gästehaus in der Ökologiestation ausweichen. Dort gibt es schon länger barrierefreie Zimmer. Dass durch die Römer-Lippe-Route mehr Gäste kommen, die auf die barrierefreien Angebote angewiesen sind, kann Betreiberin Barbara Döring allerdings noch nicht beobachten. „Das wird aber sicherlich mehr, wenn das bekannter wird“, vermutet sie. Für die Radtouristen mit Einschränkungen war in Bergkamen zudem ein barrierefreier Rastplatz im Römerpark geplant. Dieser konnte aber bis Ende Juli 2019 nicht realisiert werden. Danach war die Förderung ausgelaufen. 

Digitalisierung - auch für den Radweg

Simone Reichert von der Tourismusförderung betont aber, dass das Projekt nicht begraben ist. „Die Pläne haben wir schon. Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber theoretisch könnten wir den bauen“, sagt sie. An welchen Stellen es Probleme mit der Barrierefreiheit geben könnte, zeigt schon jetzt eine interaktive Karte im Internet. Dazu hat ein Arbeitskreis den Zustand der Strecke auch in Bergkamen überprüft. „In der Karte sind schwierige Stellen sowie Angebote wie barrierefreie Toiletten und Parkplätze eingezeichnet“, sagt Reichert. 

Damit ist die Digitalisierung des Radwegs aber noch nicht abgeschlossen. In einem nächsten Projekt sollen Angebote für Smartphones geschaffen werden, auf denen solche Informationen angezeigt werden. Darüber hinaus soll der „digitale Radweg“ auch aktuelle Sperrungen auflisten. „Damit fangen wir aber gerade erst an“, sagt die Tourismusbeauftragte.

Die Römer-Lippe-Route

Auf 295 Kilometern führt die Hauptstrecke entlang der Lippe. Los geht es im Zentrum der Römerstadt Xanten. Von dort führt die Route über Marl nach Bergkamen, weiter geht es nach Hamm, Lippstadt, Paderborn und Bad Lippspringe. Hinter der Quelle des Flusses führt der Fahrradweg noch weiter bis zum Hermannsdenkmal in Detmold. In Bergkamen ist der Weg von Oberaden über den Römerpark nach Weddinghofen ausgeschildert. Von dort geht es weiter zum Hafen, auf der Werner Straße überqueren die Radler den Kanal und die Lippe und fahren weiter nach Werne. Eine Alternativroute führt nördlich des Kanals durch Heil zur Ökologiestation. Am Hafen geht es auf der anderen Seite des Gewässers weiter durch Rünthe. Die Römer-Lippe-Route wurde im April 2013 eröffnet. Mit den zwölf thematischen Wegschleifen ist die Strecke insgesamt 479 Kilometer lang.

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