Weitere Tönnies-Mitarbeiter infiziert: Landrat appelliert an Bürger

Coronavirus - Ausbruch bei Tönnies
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Coronavirus - Ausbruch bei Tönnies

Kreis Unna – Die Zahl der aktuell mit dem Coronavirus infizierten Personen im Kreis Unna hat sich gegenüber dem Vortag weiter erhöht. In der offiziellen Statistik meldete der Kreis am Dienstagnachmittag drei weitere Infektionen. Allerdings wurde am Abend bekannt, dass seit Montagabend allein in Bergkamen vier Infektionen hinzugekommen sind, die in der Statistik noch nicht auftauchen.

Sie stehen in Zusammenhang mit dem Massenausbruch in der Fleischfabrik Tönnies. In den zehn Kommunen des Kreises Unna wohnen insgesamt 33 Tönnies-Beschäftigte, 29 von ihnen und auch deren Angehörige stehen unter Quarantäne. 13 Mitarbeiter wohnen in Bergkamen, eine Person in Bönen. Zusammen mit dem bereits am Montag gemeldeten infizierten Familienvater aus Bergkamen sind nun insgesamt fünf Tönnies-Mitarbeiter aus Bergkamen positiv getestet worden. Tests von Angehörigen und Kontaktpersonen sind vom Kreis veranlasst worden. Die gute Nachricht: Die Tests der Kinder des infizierten Familienvaters sind negativ ausgefallen.

Landrat Michael Makiolla hat am Dienstag im Kreistag einen Bericht zur Lage gegeben. 

Die Vorfälle im Kreis Gütersloh, aber auch das hiesige Infektionsgeschehen zeige deutlich, dass das Virus nach wie vor die Gesundheit und das Leben bedrohten. Deswegen appellierte er, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, große Menschenansammlungen zu meiden, Masken zu tragen und die Corona-Warn-App zu nutzen. Makiolla sprach aber auch Anerkennung und Dank aus. 

738 Menschen seit März positiv getestet

Hätten sich die Menschen in den vergangenen Wochen nicht so diszipliniert an die vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln gehalten, läge die Anzahl der schwer Erkrankten und der Todesfälle mit Sicherheit deutlich höher. Seit März sind 738 Menschen im Kreis Unna positiv getestet worden. Davon verstarben 38, darunter 24 Bewohner von Pflegeeinrichtungen. 

Landrat Michael Makiolla

Die Zahl der infizierten Bewohner in diesen Einrichtungen lag bei fast 130. Daneben steckten sich fast 50 Mitarbeiter an, von denen zwei verstarben. Den Angaben nach hat das Kreis-Gesundheitsamt zusammen mit den Ordnungsbehörden der Kommunen bis zum 5. Juni insgesamt 2 639 häusliche Quarantänen angeordnet. Gegen diese Anordnungen sei nur in zwei Fällen verstoßen worden, was auch für das disziplinierte Verhalten der Menschen im Kreisgebiet spreche. 

In der Kreisverwaltung selbst habe es zwei infizierte Mitarbeiterinnen gegeben, die beide ihren Arbeitsplatz nicht im Kreishaus Unna gehabt hätten. Darüber hinaus habe sich auch eine Mitarbeiterin der Kreispolizeibehörde infiziert, die vor ihrer Infizierung aber keinen Dienst verrichtet hatte. Die Zusammenarbeit der Behörden untereinander ist laut Makiolla sehr effizient und erfolgreich gewesen.

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