Streit um geräumte Häuser an der Töddinghauser Straße

Stellungnahme wirft Zweifel an Räumung auf: Scharfe Kritik an Feuerwehr und erstem Gutachter

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Am 15. Mai wurden die Häuser an der Töddinghauser Straße geräumt.

Bergkamen – Es gibt weitere Zweifel an der Räumung der beiden Hochhäuser an der Töddinghauser Straße 135 und 137: Laut Gutachter Thomas Albrecht wurde der Stadt nun eine sechsseitige Stellungnahme geschickt, die den Fall in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Albrecht sagt, er habe sein Gutachten über die Brandschutzmängel in den Hochhäusern einem renommierten Prüfgutachter gegeben, der zu einem noch schärferen Ergebnis gekommen sei. Bei dem Brandschutzsachbeauftragten handelt es sich um Klaus Schäfer, den ehemaligen Leiter der Feuerwehr Dortmund, wie Bürgermeister Roland Schäfer bestätigte. 

Der Prüfgutachter kritisiert in seiner Stellungnahme sowohl die Planungsgruppe K, die das erste Gutachten erstellen sollte, und auch das Vorgehen der Feuerwehr. Außerdem erstellt Klaus Schäfer das Gutachten für das Verwaltungsgerichtsverfahren in Gelsenkirchen: Die Eigentümergesellschaft will gegen die Verwaltung Klage einreichen.

Große Fehler von Feuerwehr und erstem Gutachter

In einer sechsseitigen Stellungnahme empfiehlt der Prüfgutachter nun, die Ordnungsverfügung aufzuheben, da es große Fehler von Seiten der Feuerwehr und auch in der Einschätzung der Planungsgruppe K gebe. Laut dem Prüfgutachter könne etwa die zu hohe Belastung von Kohlenmonoxid in den Häusern nicht nachgewiesen werden. Vor allem die Messung sei inkorrekt gewesen. 

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Zu diesen Erkenntnissen gab es am Freitagabend eine Krisenstabsitzung der Eigentümergesellschaft mit Thomas Albrecht, und dem Verwalter K.-Jörg Berchem. „Thomas Albrecht ist definitiv kein Brandschutzsexperte“, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. Der Prüfgutachter Klaus Schäfer sei jedoch als erfahrener Gutachter bekannt. 

Stadt lehnte Antrag auf Wiedereinzug nicht ab

Der Bürgermeister befindet sich derzeit im Urlaub und konnte sich noch nicht im Detail über die Stellungnahme von Klaus Schäfer äußern, aber den Eingang der Stellungnahme bestätigen. Anders als zuvor gemeldet, hatte die Stadt dem Antrag der Eigentümergesellschaft auf Wiedereinzug weder zugestimmt noch ihn abgelehnt, sondern weitere Informationen von der Eigentümergesellschaft gefordert. 

Es habe keine Bescheinigungen über die Behebung der Brandschutzmängel gegeben, diese würde die Stadt aber benötigen. Mit dem sechsseitigen Schreiben an die Stadt haben Verwalter und Gutachter nun auf diese Forderung reagiert. 

„Wir werden es zügig, aber sorgfältig prüfen“, sagte der Bürgermeister. „Dann treffen wir die Entscheidung.“

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