Bergkamener vor Gericht

Gewalt, Morddrohungen, Auto geklaut: Freundin von mutmaßlichem Brandstifter hatte Todesangst

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Der Schaden durch das Feuer im Oktober 2016 war massiv.

"Die Nerven verloren", "Streit eskaliert" - ein Mann aus Bergkamen gestand nicht nur sein Haus vollständig niedergebrannt zu haben, er soll auch seine Freundin mit massiven Drohungen in Todesangst versetzt haben.

Bergkamen/Dortmund - Der Bergkamener, der zur Zeit vor dem Dortmunder Landgericht steht, soll nicht nur sein Haus abgebrannt, sondern auch eine Frau bedroht und um Geld erpresst haben. Diese Vorwürfe wurden am Mittwoch vor dem Dortmunder Landgericht verhandelt.

Der Angeklagte, der im Oktober 2016 sein damals leer stehendes Eigenheim an der Straße Zum Füllort abgebrannt hatte, hatte im Jahr zuvor während eines Krankenhausaufenthaltes eine Frau aus Waltrop kennengelernt und war mit der heute 53-jährigen bis zum Juni vergangenen Jahres liiert gewesen. 

Bei der Trennung soll es zu üblen Gewaltszenen und Bedrohungen gekommen sein. „Ich habe die Nerven verloren“, während des Streits sei „die Situation eskaliert“, ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger eine offenbar beschönigende Version des von der Staatsanwaltschaft angeklagten Geschehens vortragen. 

Todesangst: Morddrohungen gegen die Freundin

Im Streit um die Kosten für ein Handy soll er die Frau auf den Balkon ausgesperrt, ihre Handtasche durchsucht und später die zierliche und verängstige Frau zum Abheben von 500 Euro genötigt haben. Auch ihr Auto sei nach der üblen Auseinandersetzung bis heute verschwunden. Mit Morddrohungen habe er seine frühere Partnerin in Todesangst versetzt, sie auch Stunden später noch übers Handymitteilungen massiv beleidigt und bedroht. 

Der mutmaßliche Brandstifter soll auch seine Freundin bedroht haben.

Schwerwiegende Vorwürfe, die sich zu dem Anklagepunkt der schweren Brandstiftung addieren. Offenkundig war der Bergkamener nach der Trennung von seiner Familie in einer desolaten Verfassung. Ein Vernehmungsbeamter schilderte gestern als Zeuge, dass dieser nach der Brandlegung „sichtlich erschüttert“ gewesen sei, dass er durch eigenes Zutun nun nach seiner Familie auch noch das Haus verloren hatte: „Das Haus war sein Lebenswerk. Er hatte unendlich viel Zeit und sein ganzes Geld da hereingesteckt.“ 

Haus war sein Lebenswerk - dann hat er es angezündet

Es erinnerte ihn aber auch daran, wie gut es ihm einmal gegangen sei und was er alles verloren habe. Ruhig habe er daher in Verhör von der Brandstiftung berichtet: „Irgendwie wirkte er auch erleichtert. Die ganze Problematik um die drohende Zwangsversteigerung des Hauses war vorbei.“ 

Tage vor der Brandstiftung hatte der in Scheidung lebende Mann erfahren, dass das den Eheleuten gehörende Haus zwangsversteigert werden sollte. Er hatte daraufhin Möbelstücke angehäuft und mit einem Brenner angezündet. Ein Brandsachverständiger erklärte dem Gericht, dass der Großbrand das Gebäude zerstört habe: „Der Totalschaden war eindeutig. Es bestand Einsturzgefahr.“ Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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