Sicherer Transfer für Senioren

Viele Wege führen zum Impfzentrum

Leere Halle Impfzentrum Unna in Kreissporthalle
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Noch ist das Impfzentrum an der Platanenallee in Unna menschenleer. Am 8. Februar werden hier die Senioren ab 80 Jahren geimpft.

Bergkamen – Noch kämpfen viele Senioren mit den Tücken des Anmeldesystems, um einen Impftermin zu erhalten, da taucht schon die nächste Hürde am Horizont auf: Wie kommen die 80plus-Impfkandidaten sicher zu ihrem Impftermin?

Seit Wochen impfen Ärzte im Kreis Unna Bewohner und Personal in den Einrichtungen der Altenpflege. Alle über 80-Jährigen, die nicht in Einrichtungen leben, müssen ab 8. Februar selbst zum Impfzentrum nach Unna kommen. Wer in den eigenen vier Wänden lebt, ist aber nicht automatisch körperlich so fit, dass er problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Impfort gelangt. Für die 2800 betroffenen Bergkamener Senioren unter Umständen eine echte Herausforderung.

Autofahren mit Maske erlaubt

Der Kreis Unna empfiehlt deshalb denjenigen, die Sohn, Tochter oder Enkel in in der Nähe haben, sich zum Impftermin begleiten zu lassen auf dem Weg zum Impftermin und bittet Familien, aber auch Freunde, Bekannte und Nachbarn, den Transfer im privaten PKW zu übernehmen. Das ist die bequemste, schnellste und sicherste Art, sich den Pieks in der Kreissporthalle an der Platanenallee abzuholen.

Dürfen die Fahrer, wenn sie nicht in einem Haushalt mit dem impfwilligen Senior leben, auf dem Weg zum Impfzentrum Maske tragen, um eine Infektion im Pkw-Innenraum zu vermeiden? Diese eigentlich naheliegende Frage brachte den Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna erst mal ins Schwitzen. „Generell gilt das Vermummungsverbot, Fahrer dürfen beim Lenken eines Fahrzeugs keine Maske tragen“, sagt Bernd Pentrop. „Aber erste Priorität hat der Gesundheitsschutz und deshalb werden wir da mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Wer aus Infektionsschutzgründen auf der Fahrt zum Impfzentrum am Steuer Maske trägt, wird sicher kein Knöllchen kassieren.“

Bequem aber kostspielig: mit dem Taxi

Wer niemanden hat, der ihn privat zum Impfzentrum fahren kann, der kann auch ein Taxi an die Haustür bestellen und sich direkt zum Impfzentrum bringen lassen. Das ist sicher und stressfrei, hat allerdings seinen Preis: „Zwischen 35 und 40 Euro kostet eine Fahrt von Rünthe nach Unna“, rechnet Taxiunternehmer Edi Karajlija. Für Hin- und Rückfahrt verdoppelt sich der Preis, dazu kommt noch der obligatorische zweite Impftermin. Da Paare sich bei dem Anmeldeverfahren keinen gemeinsamen Termin geben lassen konnten, müssen in der Regel getrennte Fahrten gebucht werden.

Eine günstigere Pauschale für Hin- und Rückfahrt würde den Geldbeutel der Senioren entlasten. „Für unsere Mietwagen dürfen wir das anbieten“, so Karajlija. Taxen, die im Kreis Unna ihr Pflichtfahrgebiet haben, seien dagegen verpflichtet, die Uhr anzustellen. Der Kreis Unna prüft gerade, ob eine Sonderregelung für diese Fahrten möglich ist.

DRK und Awo bieten Fahrservice an

Allerdings können Schwerbehinderte mit Pflegegrad drei oder entsprechendem Eintrag im Schwerbehindertenausweis auch kostenlos ein Taxi benutzen. Wer gesundheitlich nicht in der Lage ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Impfzentrum in Unna zu gelangen, der kann sich einen Transportschein von seinem Hausarzt ausstellen lassen. Die Kosten übernimmt dann die gesetzliche Krankenkasse.

Der DRK-Fahrdienst bringt Menschen mit eingeschränkter Mobilität zum Impfzenrum nach Unna.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bieten auch DRK-Kreisverband und die Awo-Tochter DasDies Service GmbH einen Transportservice an. Mitarbeiter des Fahrservice holen Impfwillige mit Spezialfahrzeugen an der Haustür ab, die für Rollstuhlfahrer mit einer Hebebühne ausgestattet sind, und bringen sie sicher zum Impfzentrum und zurück. Um die Transportkosten erstattet zu bekommen, benötigen Senioren eine von der Krankenkasse genehmigte Verordnung ihres Arztes. Fällig werden dann lediglich 10 Euro, sofern keine Zuzahlungs-Befreiung der Krankenkasse vorliegt.

Kostenlos unterwegs mit dem ÖPNV

Bleibt als Alternative noch die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die gute Nachricht: Die Fahrt zum Impftermin ist für Impfwillige und ihre Begleitung kostenlos. „Trotz Lockdown sind derzeit alle Linien ganz regulär im Einsatz“, bestätigt VKU-Sprecherin Felicitas Bachmann. Ein Blick auf die Internetseite von Fahrtwind, der Servicezentrale für den ÖPNV im Kreis Unna, soll helfen, die besten Verbindungen zum Impfzentrum zu finden.

Felicitas Bachmann empfiehlt Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, die Haltestelle „Unna Kreishaus“. Zwar seien bei der VKU ausschließlich Niederflurbusse im Einsatz, die sich seitlich absenken, damit Fahrgäste bequem ein- und aussteigen können. „Die Haltestelle ,Märkische Berufsschule’, ebenfalls in der Nähe des Impfzentrums, unterstützt die Technik nicht“, so die VKU-Sprecherin. „Es bleibt eine Stufe, die mit Rollator oder Rollstuhl ein Hindernis darstellt.“

So kommen Sie zum Impfzentrum

Anfahrt mit dem Bus: Im Ortsteil Rünthe gibt es Anfahrtswege mit sehr unterschiedlicher Dauer. Ausgehend von einer Adresse an der Kanalstraße dauert der schnellste Weg 38 Minuten mit der VKU-Linie S20 ab Fritz-Husemann-Straße. Von dort geht es weiter mit der R13 zum Bahnhof Kamen und anschließend mit der Linie R81 zur Haltestelle „Kreishaus“. Von dort sind es noch etwa 500 Meter Fußweg.

Etwa 53 Minuten dauert die Fahrt zum Impfzentrum ab Haltestelle „Kanalstraße“ mit der Linie S20 zum Busbahnhof Bergkamen und dann weiter mit der S81 zum Kreishaus. 70 Minuten dauert die Reise mit der R82 zum Busbahnhof Bergkamen und weiter bis zum Kreishaus Unna. Der Bus ändert am Busbahnhof die Kennung auf R81. Der Fahrgast muss aber nicht umsteigen.

Auskunft über die günstigste Verbindung gibt es bei Fahrtwind, der Servicezentrale für den ÖPNV im Kreis Unna unter Telefon 0 800 3 / 50 40 30 (automatische Fahrplanauskunft) und Telefon 0 180 6 / 50 40 30 (persönliche Beratung) oder im Internet unter www.fahrtwind-online.de und in der fahrtwind-App.

Anfahrt mit Pkw: Wer mit dem Auto kommt, gibt am besten die Anschrift des Impfzentrums, Platanenallee 20 in Unna, ins „Navi“ ein. Es stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Der Fahrer darf zum Infektionsschutz auf dem Weg zum Impfzentrum Unna ausnahmsweise eine Maske tragen.

Anfahrt mit dem Taxi: Eine einfache Fahrt von Bergkamen-Rünthe zum Impfzentrum nach Unna schlägt mit etwa 35 bis 40 Euro zu Buche, so das Bergkamener Taxiunternehmen Edi (Telefon 02307/ 9160000).

Anfahrt mit dem Fahrservice von DRK und Awo: Interessierte erhalten Auskunft beim DRK unter Telefon 02303/25453-19 und bei Awo/DasDies unter Telefon 02307/71991-26 und können – nachdem der Impftermin steht – direkt ihren Transfer buchen.

Rat und Hilfe: Senioren, die nicht wissen, wie sie zum Impfzentrum kommen sollen, können sich auch an das Seniorenbüro der Stadt Bergkamen wenden. Hier ist Thomas Lackmann unter der Telefonnummer 02307/965-433 ihr Ansprechpartner.

Grundsätzlich haben Stadt, Kreis und VKU derzeit keine zusätzlichen Transportangebote geplant. Der Kreis sei allerdings im Gespräch mit der Bezirksregierung, die Bürgerbusse freizugeben für Sammelfahrten mit Impfwilligen aus den jeweiligen Kommunen nach Unna, bestätigt Kreis-Sprecher Volker Meier. Dies mache aber erst dann Sinn, wenn ausreichend Impfwillige an einem Tag oder zu einem Zeitpunkt aus einer Kommune zusammenkommen.

„Wir haben nicht die Option, dass die Termine gebietsweise vergeben werden, sodass sie schwer zu bündeln sind. Wir fangen erstmal mit sehr kleinen Impfzahlen von etwa zehn bis zwölf Personen pro Tag an und werden dazu nur ein bis zwei Impfstraßen öffnen.“ Grund sei die begrenzte Menge an Impfstoff, die derzeit zur Verfügung steht.

Hilfe vom Seniorenbüro oder auf die Hausimpfung warten

Wer keine Unterstützung hat, um sicher ins Impfzentrum Unna zu gelangen, und Hilfe benötigt, dem empfiehlt die Beigeordnete der Stadt Bergkamen, Christine Busch, sich an das Seniorenbüro zu wenden. „Wir finden dann individuelle Lösungen. Zudem gilt: Nicht jeder, der jetzt die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, muss das sofort wahrnehmen. Diejenigen, die ihr Zuhause ohnehin nicht verlassen, könnten auch darauf warten, bis das Impfen zu Hause oder in der Arztpraxis möglich sein wird.“

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