„Tina’s Post-Café“ in Rünthe ab Februar unter neuer Führung – Das ist der Grund

„Das Angebot mit Bäckerei und Post-Vollagentur bleibt, wie es ist“, sagt Martina Post (links). Auf dem Bild ist sie mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin Sabine Werner zu sehen.
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„Das Angebot mit Bäckerei und Post-Vollagentur bleibt, wie es ist“, sagt Martina Post (links). Auf dem Bild ist sie mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin Sabine Werner zu sehen.

„Tina’s Post-Café“ an der Rünther Straße 107 öffnet ab Februar 2021 unter neuer Führung. „Ich habe das Geschäft verkauft“, bestätigt Inhaberin Martina Post. Bis zum Eigentümerwechsel will die 52-Jährige ihre Nachfolger noch einarbeiten.

Rünthe – Mietvertrag und Inventar übernehmen wird laut Post ein Ehepaar aus Schwerte, das sich selbstständig machen möchte. Sie gehe davon, dass die künftigen Ladenbesitzer das Geschäft mit der gleichen Leidenschaft betreiben werden, wie sie es jahrelang gemacht hat.

„Das Angebot mit Bäckerei und Post-Vollagentur bleibt, wie es ist“, unterstreicht Post. „Und auch der Name.“ Wann und ob das kleine hauseigene Café wieder öffnet, könne sie indes nicht sagen. Zurzeit ist es wegen der Corona-Auflagen geschlossen.

Das Ladenlokal an der Rünther Straße 107: Seit 2013 ist „Tina’s Post-Café“ hier beheimatet.

„Tina’s Post-Café“ gibt es seit Mitte 2006. Das Geschäft hatte Marina Post von ihrem damaligen Chef übernommen. Zunächst war es an der Rünther Straße 81 beheimatet, 2013 musste die gelernte Einzelhandelskauffrau dann der Sparkasse Platz machen.

Mit dem jetzigen Standort war sie zufrieden, gerne hätte sie aber noch in die Erweiterung ihrer Außengastronomie investiert. Die dazu notwendige Grünfläche vor dem Ladenlokal – oder zumindest einen Teil davon – wollte die Stadt Bergkamen ihr jedoch nicht überlassen. So blieb es bei zwei Tischen und vier Stühlen auf dem Gehweg vorm Eingang.

Dank an die Kunden

Der Gedanke eines Rückzugs vom Geschäft kam Martina Post im Frühjahr, als der erste Lockdown das Land lahmlegte. Zwar stehe das Post-Café wirtschaftlich auf gesunden Füßen, verdeutlicht sie, die Auswirkungen von Corona hätten ihr gleichwohl zugesetzt. „2020 war schon heftig – und als Selbstständige hartes Brot.“

Bei ihren vielen Kunden wolle sie sich aufs Herzlichste bedanken, betont Post – bei den treuen, die den Umzug und jetzt auch die Pandemie mit ihr durchgestanden hätten, aber auch bei den weniger treuen Gästen.

Post-Dienstleistungen samt Brot, Brötchen, Kaffee und Kuchen – solch Angebotskombination gibt es nicht allzu oft. In Rünthe geht das Rezept auf – und das liegt vor allem auch am Herzblut, das Post in ihr ungewöhnliches Geschäft steckt. Derzeit steht sie morgens bereits um 4 Uhr auf, um die Regale mit den Backwaren rechtzeitig zur Ladenöffnung gefüllt zu haben. Das Brot- und Kuchenbacken übernimmt sie selbst, darüber hinaus arbeitet aber noch die Bäckerei Beckmann in Dortmund mit.

Immer wieder beschäftigte Post Teilzeitkräfte, um das harte Pensum zu meistern. In Corona-Zeiten ist es vor allem ihre langjährige Mitarbeiterin Sabine Werner, die sie unterstützt. Wegen der aktuell herausfordernden Situation ist „Tina’s Post-Café“ derzeit ausschließlich an den Vormittagen geöffnet.

„Es flossen schon Tränen“

Die Nachricht von der Geschäftsübergabe hat sich in Rünthe bereits ein wenig herumgesprochen. „Hier ist schon die ein oder andere Träne geflossen; das hat mich sehr berührt“, sagt Post.

Nach ihrem Ausscheiden Ende Januar will sie keineswegs untätig bleiben, in Anstellung weiterhin im Einzelhandel tätig sein und Kunden zufriedenstellen. Bei welchem Arbeitgeber, das ist noch nicht entschieden.

Fest steht indes schon, dass die gebürtige Südkamenerin und ihr Mann ihren derzeitigen Wohnort Rünthe verlassen werden. „Wir möchten einen ganz neuen Lebensabschnitt beginnen, uns noch einmal verändern.“ Wohin es sie zieht? „Vielleicht in die Berge, mal schauen?“ Die Lust auf etwas Neues sei maßgeblich für die Entscheidung gewesen, das Post-Café in andere Hände zu geben.

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