Auch acht Katzenbabys dabei

Tierschützer retten unterernährte Katzen aus Wohnung

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Die geretteten Katzenbabys sind nur wenige Wochen alt und werden nun aufgepäppelt.

Bergkamen - Es müssen schlimme Bilder gewesen sein, die sich jetzt Tierschützen in einem Haus in Oberaden boten. Mitglieder der Tierfreunde Kamen befreiten dort mehrere unterernährte Katzen und erst wenige Wochen alte Katzenbabys. Für ein Tier kam jede Hilfe zu spät. 

Es gibt Momente, da muss auch eine erfahrene Tierschützerin wie Regina Müller schlucken. Seit 23 Jahren engagiert sie sich für den Tierschutz und hat als Vorsitzende der Tierfreunde Kamen schon so manche Katze aus verwahrlosten Verhältnissen gerettet. Aber was sich nun in einer Wohnung in Oberaden abgespielt haben muss, beschreibt auch Regina Müller als „extrem“. 

Eine ihrer Mitstreiterinnen war dort in der vergangenen Woche einem anonymen Hinweis nachgegangen und fand in dem Haushalt mehr als ein Dutzend erwachsene Katzen und acht Katzenbabys, die alle in einem schlimmen Zustand gewesen seien. „Sie waren unterernährt und total verschüchtert“, berichtet Regina Müller. Vier der erwachsenen Tiere und die acht Babys werden nun in der Katzenstation der Tierfreunde betreut. 

Offene Wunde am Bein

Ein Baby mit entzündeten Augen und Schnupfen wird von Regina Müller persönlich mit der Flasche aufgezogen. Für ein weiteres Tier kam allerdings jede Rettung zu spät. Der Tierarzt musste die Katze mit einer offenen und entzündeten Wunde am Bein einschläfern. „So etwas macht mich einfach wütend. Wir sind hier in Deutschland. Warum geht man mit so einem verletzten Tier nicht einfach zum Tierarzt? Warum lässt man die Tiere nicht kastrieren“, klagt Regina Müller. 

Die Tierschützer fühlen sich auch von den Behörden im Stich gelassen. Nach Angaben der anonymen Hinweisgeberin sei der Zustand der Katzen in dem Haushalt in Oberaden schon mehrfach dem Veterinäramt gemeldet worden. Die Tierschützer seien zudem von den Besitzern der Tiere zunächst abgewiesen und verbal angegriffen worden. 

„Wir vom Tierschutz haben da kaum eine Handhabe“, erklärt Regina Müller. Erst nach längerer Diskussion seien die Tiere herausgegeben worden. 

Weitere Katzen, die noch draußen herumstreunen, wollen die Tierschützer ebenfalls noch einfangen, um sie in der Katzenstation aufzupäppeln. Danach sollen die Katzen ein neues Zuhause bekommen. Interessenten für die Tiere werden gesucht.

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