Start in der Stabsstelle unter schwierigen Umständen

Thomas Lackmann ist der Neue für Inklusion und Seniorenarbeit im Bergkamener Rathaus

Thomas Lackmann ist der neue Mann für die Seniorenarbeit im Bergkamener Rathaus. Das Telefon ist in der Pandemie sein wichtigsten Werkzeug.
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Thomas Lackmann ist der neue Mann für die Seniorenarbeit im Bergkamener Rathaus. Das Telefon ist in der Pandemie sein wichtigsten Werkzeug.

Ein neues Gesicht und frischer Wind in einem wichtigen sozialen Aufgabenfeld: Thomas Lackmann hat seinen Job in der Stabsstelle Inklusion und Seniorenarbeit angetreten - in schwieriger Zeit.

Bergkamen - Barrieren in der Gesellschaft abbauen – so umschreibt Thomas Lackmann selbst das Ziel seiner Arbeit. Der Diplom-Pädagoge besetzt seit Anfang Dezember die Stabstelle „Soziale Inklusion und Seniorenarbeit“ bei der Stadt Bergkamen. Der 41-Jährige aus Soest ist schon länger im Sachgebiet Soziales, Senioren, Gesundheit im Rathaus tätig und arbeitet sich aktuell in seine neuen Aufgaben ein. Die Einschränkungen durch das Coronavirus erschweren das allerdings.

Oberstes Ziel: Barrieren abbauen

Die Ziele der neuen Stelle sollen die Stärkung der Lebensqualität älterer Menschen und von Menschen mit Behinderungen, die Verbesserung des Wohnungsangebotes im Hinblick auf die besonderen Bedarfe und die Verbesserung der Strukturen für wohnortnahe Versorgung und Pflege sein. Neben der Konzeptentwicklung und der Aufstellung von Maßnahmenplänen möchte Lackmann die Vernetzung der verschiedenen Akteure und die Beteiligung der Betroffenen vorantreiben. „Nicht der einzelne Mensch mit besonderen Bedarfen muss sich anpassen, um dabei sein zu können, sondern wir müssen für jeden den Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen durch die Beseitigung von Barrieren ermöglichen“, sagt der Pädagoge.

Netzwerk zur Inklusion im Aufbau

Aktuell stellt das Coronavirus allerdings eine Barriere dar, die nur schwer zu überwinden ist. Coronabedingt ist zur älteren Zielgruppe kaum ein Kontakt möglich. Zwar habe es erste Gespräche mit Initiativen wie der Gruppe „Pflegende Angehörige“ und dem „Netzwerk Demenz“ gegeben, aber an öffentliche Vorstellungsrunden oder Veranstaltungen sei derzeit nicht zu denken. „Ich telefoniere stattdessen mit den anderen Kommunen und baue die Netzwerke zum Thema Inklusion auf. Da es das noch nicht bei der Stadt gab, muss da viel von Null aufgebaut werden“, berichtet Lackmann aus seinem aktuellen Tagesablauf.

Der Berater will auch Lotse sein

Im Rahmen seiner Lotsenfunktion will Lackmann ratsuchende Bürger an die spezifischen Fachberatungsstellen vermitteln, beispielsweise an die Soziale Betreuung innerhalb des Sachgebietes Soziales, Senioren und Gesundheit der Stadt oder an die Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna. Erste Anrufe von betagten Bürgern hat er schon bekommen. „Die haben sich positiv geäußert und sind froh, jetzt einen Ansprechpartner zu haben“, so sein erstes Fazit. Inhalte sind oftmals die Suche nach seniorengerechten Wohnungen und jüngst auch verstärkt Fragen zu dem Impfungen gegen das Coronavirus.

Einsamkeit im Alter ein Thema

Das Thema Einsamkeit im Alter ist in der Stabstelle ebenfalls ein Thema. „Es gibt Ideen, mit denen ich die Senioren motivieren möchte, aus ihrem Wohnraum rauszugehen und etwas in der Stadt zu machen, aber aktuell lässt sich aufgrund der Pandemie nicht sagen, ab wann wir da etwas umsetzen können.“

Das bekannte Angebot des Seniorenbüros der Stadt, bei dem die Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Stadt für Hol- und Bringdienste oder als Begleitung bei Einkäufen, Arztbesuchen und Behördengängen zum Einsatz kommen, gibt es auch weiterhin.

Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen

Seit 2017 ist Lackmann bereits beim Sozialamt der Stadt tätig. Sein bisheriges Aufgabenfeld beinhaltete unter anderem die Arbeit mit Geflüchteten. „Ich war in den Einrichtungen und habe in beratender Funktion die Menschen dabei unterstützt, wenn es beispielsweise um das Ausfüllen von Anträgen ging“, erklärt der Diplom-Pädagoge.

Kontakt

Thomas Lackmann ist bei der Stabsstelle Soziale Inklusion und Seniorenarbeit unter der Rufnummer 02307/965 433 zu erreichen.

Mit Aufgaben im Bereich Inklusion in der Nordbergstadt kennt sich der Soester also schon aus. „Viele denken beim Wort Inklusion ausschließlich an behinderte Menschen, aber es geht es um alle Menschen. Das geht bei Kindern, die beim Lernen nicht den Anschluss verlieren dürfen, los und geht weiter über die Menschen, die unserer Sprache nicht mächtig sind bis hin zu Menschen mit Handicap.“ Lackmann hofft, dass er bald persönlich mit seinen Zielgruppen in der Stadt in Kontakt kommen kann: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich für Senioren und Menschen mit Behinderung einzusetzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Bergkamen auf einem guten Weg ist, auch wenn dieser noch lang ist. Nur gemeinsam, unter Beteiligung der Organisationen, der Wohlfahrtsverbände und engagierter Menschen vor Ort werden wir die Lebenssituation für alle Bevölkerungsgruppen gut gestalten können.“

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