Mehrere Vorwürfe

Feuer aus Rache: Brandstifter wollte Partnerinnen finanziell schaden

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Das Haus in Rünthe ist auch Jahre nach dem Brand immer noch in einem schlimmen Zustand.

Bergkamen/Dortmund – Im Prozess um einen geständigen Brandstifter aus Bergkamen analysieren die Richter am Dortmunder Landgericht das Verhältnis des Angeklagten zu seiner geschiedenen Ehefrau und einer ehemaligen Lebensgefährtin.

Mit beiden Frauen ist der 57-jährige nach massiven Auseinandersetzungen im Streit auseinander gegangen. Aus Rache an der Ehefrau soll er das gemeinsame Haus in der Straße Zum Füllort in Bergkamen abgefackelt haben, seine Partnerin soll er Jahre später bedroht, misshandelt und um ihren Wagen im Wert von rund 40 000 Euro gebracht haben. 

In einem vom Gericht verlesenen Brief an eine Bekannte schildert er seine Ex-Frau als eine berechnende Person, die es nicht gewürdigt habe, dass er „200 000 Euro in das Haus plus Liebe und Arbeitskraft gesteckt habe“. 

Als es unter Wert auf ihr Betreiben hin verkauft werden sollte, habe er es angezündet: „Ich bereue nichts. Die anfallenden Konsequenzen werde ich mit Würde tragen.“ Finanziell schaden konnte er seiner früheren Frau aber offenbar nicht.

Spurloses verschwundenes Auto

Vor Gericht erklärte die Zeugin, dass sie fast 100 000 Euro von der Versicherung als Entschädigung für ihren Anteil an dem total zerstörten Gebäude erhalten habe. Die frühere Lebensgefährtin aus Waltrop ist jedoch offenbar bis heute auf den Kosten für einen hochwertigen, spurlos verschwundenen Wagen sitzen geblieben. Am gestrigen Verhandlungstag verlas das Gericht mehrere Textnachrichten des Angeklagten kurz nach der Trennung im Juni vergangenen Jahres. 

Darin skizzierte der Bergkamener widersprüchliche Versionen über den Verbleib ihres Wagens, sprach davon, ihn in der Ostsee versenkt oder nach Osteuropa geschafft zu haben: „Der Rosenkrieg ist für Dich sehr teuer geworden, habe gerade das Auto in der Ostsee versenkt“ teilte der offenkundig wütende Textschreiber seiner Verflossenen damals mit.

Partnerin "kalt und berechnend" 

In einem Brief an eine Bekannte behauptete er zudem, dass er in den drei Jahren Beziehung rund 30 000 Euro an Schmuck, Möbeln und sonstigen Zuwendungen für seine Partnerin ausgegeben habe, diese sei aber zunehmend „kalt und berechnend“ geworden. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bergkamener vor, die Frau in ihrer Wohnung in Waltrop eingesperrt, beraubt und mit Drohungen zum Abheben von mehreren Hundert Euro gezwungen zu haben. Nach der gemeinsamen Autofahrt sei zudem ihr Wagen bis heute verschwunden. Der Angeklagte behauptet, im Streit um von ihm finanzierte Handys ein wenig überreagiert zu haben. Den Wagen will er ordnungsgemäß in einem Parkhaus abgestellt haben. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

Die bisherigen Berichte zum Prozess:

Prozessauftakt: Angeklagter gesteht Brandstiftung in Rünthe

Gewalt, Morddrohungen, Auto geklaut: Freundin von mutmaßlichem Brandstifter hatte Todesangst

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