Teststart an der Gesamtschule

Zehntklässler kommen gut klar mit Selbsttest - Kein Verständnis für Verweigerer

Schüler Tayfun führt beim Selbsttest Stäbchen in seine Nase
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Mit den Corona-Selbsttests kommen Tayfun und seine Mitschüler gut zurecht. Der 16-Jährige empfindet das regelmäßige Testen als sehr wichtig, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Bergkamen – Der erste Schultag nach den Osterferien beginnt für die Schüler der Abschlussjahrgänge an der Willy-Brandt-Gesamtschule nicht mit Erzählungen über die freie Zeit. Stattdessen verteilt Klassenlehrerin Marlen Kramer Testsets an ihre Schützlinge aus der 10a. Viel Routine haben die Schüler bei den Corona-Selbsttests noch nicht. Trotzdem stellen die Tests sie vor keine Herausforderung. „Das geht total problemfrei“, sagt der 15-jährige Maurice.

Einer nach dem anderen verschwindet zum Naseschnäuzen und Händewaschen im Nebenraum. Zurück am Platz desinfizieren die Schüler noch einmal ihre Hände, ehe sie das jeweils eigene Testset öffnen und vorbereiten, dann geht es jeweils einzeln auf den Flur. „Das haben wir vorab so besprochen, so haben die Schüler mehr Privatsphäre, wenn sie den Test durchführen“, erklärt Kramer.

Außerdem muss für den Test natürlich die Maske runter. „Da ist es schon gut, wenn wir dabei nicht in der Klasse sitzen“, findet Maurice. Schließlich seien es 15 Schüler in dem Raum. „Und das Problem sind ja die Aerosole.“ Also geht es auch für den 15-Jährigen nach kurzer Wartezeit auf den Flur. Er nimmt die Maske ab und setzt das Teststäbchen an. Viermal muss er es in jedem Nasenloch drehen. „Das ist völlig harmlos“, betont er.

„Die Tests sind wirklich wichtig“

Darum können er und seine Klassenkameraden aus der 10a auch nicht verstehen, dass es Mitschüler gibt, die vor den Ferien den Corona-Test verweigerten. „Ich teste mich natürlich“, betont Tayfun. Für den 16-Jährigen bedeuten die regelmäßigen Tests ein Stückchen mehr Sicherheit während der Pandemie. „Die Tests sind wirklich wichtig“, sagt er. „Wenn einer von uns mit Corona infiziert ist, steckt er womöglich andere von uns an, die dann wiederum zu Hause ihre Familien anstecken. So entstehen richtige Infektionsketten.“ Es ist genau dieser Gedanke, der dem Zehntklässler Schrecken bereitet. „Ich möchte nicht der Auslöser dafür sein, dass Freunde oder Lehrer sich anstecken, dass sie wiederum ihre Familien anstecken und dass am Ende vielleicht ihre Eltern sterben“, betont er.

Also verschwindet auch er flugs auf dem Flur, um mit dem Wattestäbchen eine Probe aus seinem Nasenraum zu nehmen. Für Maurice heißt es dagegen schon: Warten. Er hat sein Wattestäbchen im Teströhrchen mit der Testflüssigkeit beträufelt und einen Blick auf die Uhr geworfen. „Nach 15 Minuten haben wir das Ergebnis“, erklärt der 15-Jährige.

Am Montag hatte jeder Schüler sein eigenes Testset. Bei den neuen Tests muss die Testflüssigkeit hingegen aus zwei Flaschen ins Röhrchen getropft werden.

Auch er fühlt sich durch die regelmäßigen Tests, die die Schüler nun zweimal pro Woche durchführen müssen, besser, wenn demnächst auch die restlichen Schüler an die Schule zurückkehren. „Es gibt uns ein Stück weit Sicherheit für uns selbst und unsere Familien“, sagt er. Dass diejenigen, die die Tests verweigern, nicht mehr zum Präsenzunterricht kommen dürfen, findet er deswegen richtig. Falls ein Test positiv ist, würde Lehrerin Marlen Kramer den entsprechenden Schüler ins Sekretariat schicken, damit die Eltern informiert und alles notwendige in die Wege geleitet wird. Heißt: heimgehen, PCR-Test und Quarantäne.

An diesem ersten Morgen nach den Ferien ist das zum Glück unnötig. Alle Tests in der 10a sind negativ, der Unterricht kann losgehen.

Ungeeignete Tests erhalten

Die nächste Testeinheit soll am Mittwoch folgen. Während in der vergangenen Woche noch die Frage war, ob die Schule genug Tests dafür hat, steht Schulleiterin Dr. Jennifer Lach jetzt vor einem ganz anderen Problem: „Wir haben ausreichend Tests bekommen. Aber es sind völlig andere als bisher. Und sie sind für unsere Zwecke eigentlich nicht praktikabel“, sagt sie.

Bei den neuen Tests, die am Montag noch nicht zur Anwendung kamen, sind 20 Stück in einem Päckchen verpackt. Zwei Flaschen mit Testflüssigkeit liegen bei. Pro Test sollen die Schüler zehn Tropfen davon ins Teströhrchen träufeln. „Das heißt, dass die Fläschchen von Schülerhand zu Schülerhand gehen müssten“, kritisiert Lach. Ein zweites Problem: „Wir haben nicht immer genau 20 Schüler pro Klasse. Es werden also teils halbvolle Flaschen zurückkommen, die dann vielleicht woanders fehlen.“ Also heißt es für sie und ihr Team wieder einmal: Lösungen suchen, damit am Mittwoch alles funktioniert.

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