Land spendiert zusätzliche Biontech-Dosen

Telefone im Rathaus standen nicht still - Ansturm auf 360 Impfdosen

Spritze wird in Oberarm gesetzt
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In der Römerberghalle erhalten am Karsamstag 360 Menschen kurzfristig eine Impfung mit Biontech-Impfstoff.

Im Rathaus standen am Dienstag die Telefone seit sechs Uhr nicht mehr still, berichtet die Beigeordnete der Stadt, Christine Busch. Nachdem der Kreis Unna am Tag zuvor bekannt gegeben hatte, dass einmalig 2800 Biontech-Impfdosen zur Verfügung stehen werden, die an Karsamstag verimpft werden sollen, gab es kein Halten mehr.

Bergkamen – „Wir haben drei Telefone für diese Anrufer freigeschaltet, die sich für eine Impfung anmelden wollten“, so Busch. Weil die Menschen selbst die Initiative ergriffen haben, musste die Verwaltung gar nicht mehr über die Hausärzte Kontakt mit den Patienten aufnehmen.

Zu Gute kommen diese zusätzlichen vom Land zur Verfügung gestellten Impfdosen Menschen, die besondere Vorerkrankungen und schwere chronische Erkrankungen haben, wie in Paragraph drei der Corona Impfverordnung festgelegt. Das sind zum Beispiel Menschen nach einer Organtransplantation, mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen oder mit chronischen Lungenerkrankungen.

„Insgesamt erhalten wir 360 Impfdosen in Bergkamen – das entspricht unserem Anteil an der Kreisgesamtbevölkerung von 13 Prozent“, erläutert Busch. „Vom Kreis haben wir eine Liste mit 100 Personen erhalten, die bereits beim Kreisgesundheitsamt einen Antrag gestellt haben als nächste Impfpriorität. Die restlichen 260 Plätze werden an Menschen vergeben, die ein Attest von ihrem Arzt vorlegen können, dass sie zu dieser Personengruppe gehören“, so Busch.

Die Anträge der Anrufer wurden entgegengenommen, bis die Liste am Nachmittag voll war. „Wir bilden Cluster, und fragen ab, zu welcher Uhrzeit die Impfkandidaten am Samstag an der Römerbergsporthalle sein können. Wer eine Mailadresse hat, der bekommt die Formulare zugemailt und kann sie zu Hause ausfüllen, für alle anderen bauen wir ein Zelt vor der Halle auf, wo die Formulare ausgefüllt werden können.“

Damit erhalten besonders gefährdete Personen sozusagen ein vorgezogenes Ostergeschenk. „Gerade zu Ostern spielt auch die seelische Befindlichkeit eine besondere Rolle. Es ist eine gute Idee, mit dieser Aktion den Druck rauszunehmen, um den Menschen Perspektiven zu geben“, so Christine Busch. Ab 6. April sei es dann für alle, die es nicht auf die Liste geschafft haben, auch möglich, Impftermine beim Hausarzt zu machen.

Problematisch sei aber bei aller Freude, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen beispielsweise bis auf Ausnahmen immer noch nicht geimpft seien. „Aber die Menschen, die jetzt drankommen, brauchen die Impfe auch dringend. Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.“

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