Ein Container voller Freude

SuS Rünthe packt gemeinsam mit Tony Tuklan die Spenden für Nigeria

Helfer des SuS Rünthe mit Kartons
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Trikot, Fußballschuhe und vieles mehr packten die Helfer zusammen. Die Spenden sind jetzt unterwegs nach Afrika.

Ein Schiffscontainer, zahllose Spenden und mehr als 20 Helfer brachten am Samstag die große Spendenaktion des SuS Rünthe und des fußballbegeisterten Sängers Tony Tuklan aus Werne zu einem vorläufigen Abschluss: Mit jeder Menge Einsatz wurde das Spendenlager im Keller der Regenbogen-Schule sowie in den Vereinsräumen am Hafenstadion aufgelöst, alles umgepackt und in den Container umgeladen. Am Montag trat der Container seinen Weg nach Nigeria an.

Rünthe – „Das ist der reine Wahnsinn! Mit solch einem Erfolg hätten wir nie gerechnet“, sagte Dietmar Wurst vom SuS Rünthe am Samstag. Der Vorsitzende ist privat sehr reisefreudig. So hat er neben der Arktis und Antarktis zahlreiche Länder in Afrika, wie Uganda, Namibia oder den Senegal besucht. „Da war ich immer tief beeindruckt.“ Dort wo die Menschen extrem wenig haben, seien sie immer bereit gewesen, mit ihren Gästen zu teilen. „Sie wussten teilweise nicht, wie sie übermorgen ihre Familie satt bekommen, aber wir Besucher wurden herzlich eingeladen“, so Wurst.

Als er später beim Trainerlehrgang Tony Tuklan kennenlernte, entstand schnell die Idee, diesen Menschen etwas zurückzugeben. Er fragte Tuklan, ob dieser Kontakte nach Afrika habe. Der bejahte das. Immerhin ist der Sänger nicht „nur“ Friedensbotschafter der Uno, sondern auch Sprecher seiner königlichen Hoheit Jeff Mafiana Agbogidi, einem Herrscher in den nigerianischen Delta States.

Tuklan wusste zudem einiges über die Fußballbegeisterung der Bevölkerung zu berichten, und der Entschluss zu einer Hilfsaktion wurde gefasst. „Zunächst hofften wir, von einigen Vereinen brauchbare Trikots und Bälle überlassen zu bekommen“, berichtete Wurst. Dann hätte Tuklan die Sachen in einigen Paketen mit nach Afrika genommen.

Tony Tuklan (Mitte) und einige Helfer ließen die Luft aus den Bällen, damit sie Platz im Container fanden.

Die Beiden stellten das Projekt beim Staffeltag des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen, Gruppe Unna-Hamm vor, und die Idee zog ungeahnte Kreise: „Die Nachbarvereine aus Capelle und Kaiserau waren gleich ebenso begeistert wie entferntere Klubs“, so der SuS-Vorsitzende. Der Hamminkelner SV packte einen ganzen Bulli voll und kam damit nach Rünthe. Auch die Stadt Bergkamen beteiligte sich.

„Schließlich ging das so durch die Presse, dass neben einem großen Artikel zur Nationalmannschaft auch einer über unser Projekt stand“, freute sich Wurst. Auch große Vereine wie Herta BSC Berlin, FC Schalke 04 oder Borussia Dortmund beteiligten sich. „Ein Verein zur Vereinsförderung aus Marl schickte 350 brandneue Trikots, und von Borussia Dortmund kamen zuletzt noch 3500 T-Shirts.“ Wurst schätzt, dass inzwischen mehr als 20 000 Trikots gespendet wurden.

Für den Versand wurden bei einem Spendenaufruf Tausende Euro gesammelt, und bei einem Vereinswettbewerb gewann der SuS noch mal 500 Euro. So war das Packen bei allem Stress ein Freudenfest: Die Helfer schnürten Fußballschuhe paarweise zusammen, falteten Trikots, Shorts und Stutzen eng zusammen, damit der Container auch ausreicht.

Zimmerermeister Fabian Liesegang nutze seinen Anhänger, um mit einigen Helfern das Lager am Stadion zu räumen und die Sachen zur Regenbogen-Schule zu bringen. Tuklan ließ unterdessen mit weiteren Helfern die Luft aus den gespendeten Fußbällen, damit sie noch Platz im Schiffscontainer fanden. Am Montag ging dieser auf die Reise, über Duisburg, Antwerpen und Lagos in die Delta States.

Wurst und Tuklan fliegen am 13. September nach Nigeria und übergeben die Spenden bei den vielen Festivals, die dann dort traditionell abgehalten werden, an Schulen und Dorfgemeinschaften.

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