Stromausfall löste im Wellenbad Chlorgasalarm aus

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In Schutzanzügen betraten die Feuerwehrleute das Gebäude.

Bergkamen - ABC-Alarm hieß es heute Morgen gegen 6.30 Uhr für alle dafür ausgebildeten Einsatzkräfte. Mit einem Großaufgebot rückte die Feuerwehr zum Wellenbad aus, denn die Chlorgasanlage hatte eine automatische Notfallmeldung an die Einsatzleitstelle in Unna abgesetzt. Bei der Erkundung des Gebäudes wurde dann aber festgestellt, dass es einen Stromausfall gegeben hatte, der letztlich zu der Alarmierung geführt hatte.

Nach rund einer Stunde konnten alle Kräfte wieder abrücken. Zeitgleich alarmiert worden waren die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) als Betreiber und die Löschgruppe Weddinghofen, doch beim Stichwort ABC-Alarm rücken alle Löschgruppen außer Heil und Overberge mit aus.

Rund 60 Feuerwehrfrauen und -männer an den Häupenweg, außerdem die Wehrführung, Polizei, Rettungsdienst und Notarzt. 

In Schutzanzügen

Weil Chlor mit fast allen anderen Elementen reagiert und viele chemische Verbindungen eingehen kann, kann es schnell sehr giftig werden. Gut gesichert durch Chemikalienschutzanzüge erkundeten die Feuerwehrleute das Gebäude und schauten, wodurch die automatische Alarmierung ausgelöst worden war. Mehrfach wurden Messungen vorgenommen, denn in dem betroffenen Bereich lagerten tatsächlich mehrere Flaschen des Gases.

Messgeräte wurden aus Lünen und Werne angefordert

Als die eigene Ausrüstung nicht mehr reichte, wurden Chlorgasmessgeräte der Feuerwehren Lünen und Werne angefordert. Die Lünener rückten mit ihrer ABC-Einsatzgruppe und dem Messtechnik-Fahrzeug an. „Es ist wunderbar windstill“, hatte Wehrführer Dietmar Luft festgestellt. 

Die Instrumente zeigten Wind mit 9 km/h aus Süden an. Und auch der leichte Regen kam dem Einsatz zugute, denn mit Wasser lässt sich austretendes Chlorgas niederschlagen, das so verdünnt keine allzu große Gefahr mehr darstellt, sondern wie im Schwimmbad lediglich der Desinfektion dient. 

Beim Verlassen mussten die Trupps dennoch dekontaminiert werden. „Bei solchen Einsätzen braucht man genug Mannschaft, um alles abarbeiten zu können“, erklärte Luft. „Und in den Anzügen kann man auch nicht lange arbeiten.“ Da brauche es mehrere ausgebildete Leute zur Ablösung.

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