Verdacht der gefährlichen Körperverletzung

Streit um Affäre: Bergkamener kutschiert Frau und Kind zum Liebhaber - dann eskaliert es

Symbolbild - Häusliche Gewalt
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Weil seine Frau ihn betrogen hatte, kam es zum Streit zwischen Ehemann und Liebhaber.

Ein 39-jähriger Bergkamener musste sich jetzt dem Kamener Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Anlass für den Prozess war ein Streit mit dem Ehemann seiner Geliebten. 

Bergkamen - Der Ehemann hatte seine Frau und die kleine Tochter aus Wut über die Affäre am 6. Juli 2019 zum Haus des Geliebten gebracht. Dieser war wenig erfreut über den unerwarteten Besuch. Um Ärger aus dem Weg zu gehen, blieb er im hinteren Teil seiner Garage. Erst, als der wütende Ehemann zu gehen schien, zeigte sich der 39-Jährige. Vom Ehemann bemerkt, machte dieser kehrt und stand plötzlich Nase an Nase vor dem Nebenbuhler.

Der 39-Jährige gab nun im Gericht an, der Ehemann habe damit gedroht, ihm gleich was auf „die Fresse“ zu hauen. Also habe er den Mann geschubst. Beim Fallen haben sich der Mann an einem Regal festgehalten, dass so scharfe Kanten hatte, dass sich der Ehemann sämtliche Finger aufschnitt.

Angebliche Tritte gegen Kopf und Rücken

Bei der Polizei hatte der Ehemann angegeben, der Angeklagte hätte ihn, als er auf dem Boden gelegen hatte, gegen Kopf und Rücken getreten. Das stritt der Angeklagte jedoch ab. „Ich hab versucht, ihn am Hinterteil zu treffen“, gab er zu. Allerdings habe er nicht getroffen, da der Ehemann heftig strampelte und ihn sogar am Bauch getroffen hätte. Die Ehefrau bestätigte im Zeugenstand die Aussage des damaligen Geliebten. Sie habe zwar gesehen, dass der Angeklagte zugetreten habe, ob er getroffen hatte, könnte sie aber nicht sagen.

Dann regte sie sich darüber auf, dass es überhaupt zum Strafverfahren gekommen war. Schließlich hätten weder sie noch ihr Ehemann Anzeige erstattet. Das sei auch nicht nötig, erklärte der Richter. Denn im vorliegenden Falle ginge es aufgrund der vorgeworfenen Tritte mit dem beschuhten Fuß gegen den Kopf um gefährliche Körperverletzung.

Verhandlung trotz fehlender Anzeige

Diese würde mit mindestens sechs Monaten Haft bestraft und auch ohne Anzeige verhandelt. Das fände sie eine große Sauerei, erwiderte die Frau. Schließlich sei es ihre Schuld, dass es zu dem ganzen Schlamassel gekommen war. Jetzt täten sich die Männer doch gar nichts mehr. Die Aussage des Ehemannes ersparte sich der Richter, mit dem zarten Hinweis, keine mögliche Falschaussage riskieren zu wollen. Denn er hegte Zweifel daran, dass die gefährliche Körperverletzung nachzuweisen sei. Und so endet das Verfahren mit einer vorläufigen Einstellung gegen Zahlung von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

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