Erinnerungskultur

Stolpersteine in Bergkamen: Stadt will erstes Konzept vorlegen

Stolpersteine
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Die Idee zur Verlegung von Stolpersteinen in Bergkamen wird in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 22. Juni aufgegriffen.

In die Debatte um die Verlegung von Stolpersteinen in Bergkamen kommt Bewegung. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, demnächst ein erstes Konzept vorlegen zu wollen.

Bergkamen – Die Verwaltung will zur kommenden Sitzung des Kulturausschusses erste Überlegungen zur angeregten Stolperstein-Verlegung in Bergkamen präsentieren. Das vermeldet Dezernent Marc Alexander Ulrich. Der Schritt kommt insofern überraschend, als dass die Stadt angekündigt hatte, die Aktion erst in ein umfangreiches Konzept zur Erinnerungskultur einbetten zu wollen. Dies liegt noch gar nicht vor.

An einem solchen Konzept werde aber gearbeitet, unterstreicht Ulrich. Es solle allerdings nicht am Beginn aller künftigen Projekte stehen, sondern nach und nach erstellt und nach Orten, Personen und Themen gegliedert werden. Ein erster Baustein sei das Erinnern an die hiesigen Opfer des Nationalsozialismus mit besagter Stolperstein-Verlegung. Damit bekommt die Aktion doch noch die Bedeutung, die sich die Ideengeber erhofften.

„Keine vorschnellen Entscheidungen“

Mit Namen versehene Stolpersteine erinnern bereits in hunderten Kommunen in Deutschland sowie in vielen weiteren Ländern an ermordete Juden und Gegner des Naziregimes. In Bergkamen gibt es noch keine.

Den Vorschlag zur Verlegung hatte der „Aktionskreis Wohnen und Leben in Bergkamen“ gemacht – auf Basis der Recherchen des gebürtigen Rünthers Manuel Izdebski. Es hat das Schicksal von sieben früheren Mitbürgern aus den heutigen Ortsteilen nachgezeichnet: Hermann und Amalie Hertz mit ihren Töchtern Grete und Lieselotte, Max Herrmann, August Kühler, Ernst Bronheim.

Dezernent Ulrich will die Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten auf eine breite Basis stellen. „Hierbei sollten auch keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden“, meint er.

Freie Termine zur Verlegung erst wieder 2022

Die angekündigte Beschlussvorlage setzte sich daher umfangreich mit dem Thema auseinander. „Da geht es zum Beispiel darum, wie groß man den Kreis derer ziehen will, an die erinnert wird.“. Auch müsse die Frage geklärt werden, ob die Stolpersteine zentral an einem Gedenkort verlegt werden sollen oder an den jeweiligen letzten frei gewählten Wohnorten der Betroffenen. „Wenn es sich dabei um Hinterhoflagen handelt, kann das entwürdigend wirken.“ Alternativ wären Tafeln an Hauswänden möglich.

Um konkrete Termine zur Verlegung geht es in der Vorlage laut Ulrich noch nicht. Dazu reist zumeist auch der Kölner Künstler Gunter Demnig als Initiator der Aktion an. Sein Team lässt auf seiner Homepage stolpersteine.eu wissen, dass es erst ab dem Jahr 2022 wieder freie Termine für Verlegungen gibt.

Die Sitzung des Kulturausschusses ist am Dienstag, 22. Juni, ab 17 Uhr im Ratssaal des Ratstraktes. Im Zuge des Konzeptes zur Erinnerungskultur sollen zu einem späteren Zeitpunkt etwa auch die Bergbau-Ära in der Stadt beleuchtet werden, ihre römische Geschichte mit dem Römerlager und die allgemeine Stadtgeschichte.

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