Mit 61,94 Prozent der Stimmen

Stichwahl im Kreis Unna: Mario Löhr (SPD) wird neuer Landrat

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Kreis Unna – Mario Löhr (SPD) wird neuer Landrat im Kreis Unna. Der 49-Jährige setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 61,94 Prozent der Stimmen deutlich gegen seinen Mitbewerber Marco Morten Pufke (CDU) durch.

Pufke erzielte 38,06 Prozent der Stimmen. Er könne sich nun vorstellen, den Posten des CDU-Fraktionschefs im Kreistag in Unna zu übernehmen und damit Oppositionsführer zu werden. Darüber entscheide aber die Fraktion in den kommenden Tagen und Wochen.

Anders als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen verfolgte Löhr die Stichwahl von Beginn an im Sitzungssaal des Kreishauses. Er war mit Rückenwind in das Duell gegangen, hatte beim ersten Urnengang 41,12 Prozent erreicht, Pufke lag mit 27,56 klar dahinter. Um 18.18 Uhr ging Löhr, derzeit noch Bürgermeister in Selm, ein erstes Lächeln über die Lippen. Dieses wollte angesichts der weiteren Ergebnisse aus den 447 Wahllokalen im Kreis kaum mehr verschwinden.

„Da fällt doch viel Druck von einem ab“

Löhr hatte mit seiner Kandidatur für den Landratsposten alles auf eine Karte gesetzt. „Da fällt doch viel Druck von einem ab“, räumte er nach der Wahl ein. Gleichwohl sei er überzeugt gewesen, den Entscheid gewinnen zu können. Und falls das nicht der Fall gewesen wäre? „Dann hätte ich ab dem 1. November einen neuen Arbeitgeber gehabt und sicherlich nicht die Pension in Anspruch genommen.“

Seinen Sieg führt Löhr zum einen auf das „überzeugende Angebot“ seiner Partei zurück und zum anderen auf seine elfjährige Erfahrung als Bürgermeister. „Die Menschen im Kreis Unna haben in dieser Zeit erfahren können, dass ich konsequent umsetze, was ich zusage.“ In seiner Heimatstadt verzeichnete der angehende Landrat mit 73,21 Prozent seinen höchsten Stimmenanteil. Das werte er als eine Bestätigung seiner Arbeit, sagte er. In seinem neuen Amt sei es ihm wichtig, „nicht nur die Bürgerschaft, sondern auch die gesamte Politik mit einzubinden“, meinte Löhr.

Wahlbeteiligung nur bei  bei 31,99 Prozent

Gefreut hätte er sich über eine höhere Wahlbeteiligung, betont der Wahlsieger. Doch die Bürger seien am Ende auch „satt“ gewesen von den vielen Informationen, die sie im Zuge der Kommunalwahl erhalten hätten. Er selber sei nun, nach acht Wochen Wahlkampf, einfach nur „platt“. Die Wahlbeteiligung in den zehn Kommunen des Kreises Unna lag insgesamt bei 31,99 Prozent. Vor zwei Wochen waren es noch 48,81 Prozent.

Auch Pufke hatte sich vor der Stichwahl siegessicher gezeigt. Er sei mit dem Ziel angetreten, Landrat zu werden und habe sich mehr Stimmen gewünscht, räumte er am Abend ein; insofern sei er auch enttäuscht. 38,06 Prozent seien dennoch ein „respektables Ergebnis“.

Pufke nun als Fraktionsvorsitzender?

Und woran hat’s gelegen, dass es nur für Platz zwei reichte? „Wir haben in Teilen unsere eigenen Leute nicht noch einmal an die Wahlurne gebracht“, sagte Pufke. Mit seinem Wahlkampf sei er aber insgesamt zufrieden gewesen. Pufke erzielte mit 42,62 Prozent ebenfalls in seiner Heimatstadt sein bestes Ergebnis. Sorgen mache ihm die Wahlbeteiligung, unterstrich der CDU-Politiker.

Pufke zeigte sich als fairer Verlierer und gratuliert dem Wahlgewinner Mario Löhr umgehend. Zugleich kündigt er intensive inhaltliche Auseinandersetzungen mit der Politik des neuen Landrates an – vielleicht mit ihm als künftigen Oppositionsführer. Sollte er neuer Fraktionsvorsitzender werden, müsste er den Posten des Fraktionsgeschäftsführers räumen.

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