Stellfläche für moderne Nomaden

Der Platz reicht für 18 Wohnmobile. Der Innenbereich der halbkreisförmigen Anlage wurde inzwischen auch mit Schotterrasen versehen. - Fotos: Tatenhorst

RÜNTHE - Für Detlef Göke sind sie „moderne Nomaden – Der Luxus muss mit“. Seit sieben Jahren betreibt er den Wohnmobilstellplatz in der Marina Süd – und täglich sieht er neue Menschen, andere Fahrzeuge oder alte Bekannte. Der Stellplatz vor dem Gate to Asia wird gut frequentiert.

„14 000 Besucher in sieben Jahren“, sagt der Platzwart. Und tatsächlich, die Nummern der Parktickets, die in diesen Tagen gezogen werden, haben alle eine 14 vorne.

Platz ist in der Marina Süd für 18 Wohnmobile. War die Anlage bei ihrer Eröffnung im Mai 2007 noch für nur zwölf Fahrzeuge ausgelegt wurden, ist der ursprünglich als Sitzfläche gedachte Innenbereich der halbkreisförmigen Anlage inzwischen auch mit Schotterrasen versehen und steht als Parkfläche für die großen Fahrzeuge zur Verfügung. Seit 2013 sorgt auch eine neue Stromsäule an dieser Stelle dafür, dass sich die Wohnmobilisten bequem mit Energie versorgen könnten. „Das brauchen aber immer weniger. Die meisten habe eine Solaranlage auf dem Dach.“

Wie Elke und Gerhard Skubel aus Gummersbach. Die beiden sind regelmäßig in der Marina zu Gast. In diesem Jahr schon das dritte Mal. Erstens ist es schön, und zweitens ist der Mechaniker des Vertrauens in der Nähe. „Der Platz ist sehr gepflegt. Es ist alles da, was ein Wohnmobilist braucht“, sagt Gerhard Skubel. „Und er ist ruhig“, ergänzt seine Frau. „Der Platz ist uns damals empfohlen worden. Da bin ich richtig dankbar für“, sagt Skubel, der wiederum seine Tochter in die Rünther Erholungsoase geschickt hat.

Die Gästeschar der Wohnmobilisten in der Marina ist vielfältig. Die einen kommen für einen Kurztripp am Wochenende, wieder andere machen auf der Durchreise hier Station. Diejenigen, die hier längere Zeit oder gar mehrere Wochen bleiben, kann Göke zählen. „Das sind wirklich Ringeltauben“, sagt er.

Beliebt ist der Platz auch bei Berufstätigen, die Bergkamen als Ausgangspunkt für ihre Arbeit nutzen. „Neulich kamen welche mit dem Wohnmobil und einem Sprinter voller Brautkleider und besuchten dann die Geschäfte der Umgebung, ein anderer fährt von hier aus mit seinem Smart immer zu diversen Geschäftsterminen.“ Internetempfang und Co. machen es möglich, dass das Wohnmobil so nicht nur zur Ferienwohnung auf Rädern, sondern inzwischen auch zum mobilen Büro geworden ist. „Es ist ja auch billiger als ein Hotel“, sagt der Pächter des Platzes.

Für sieben Euro kann jeder 24 Stunden lang den Platz nutzen. Möchte er länger bleiben, muss das Parkticket regelmäßig neu gezogen werden. Die Entsorgung der Bordtoilette ist ebenfalls „absolut unkompliziert“, sagt Georg Schwab aus Fulda. Sogar das Spülen der Kassette ist ganz einfach möglich. „Das ist auch wichtig, sonst riecht es irgendwann“, erklärt Elke Skubel. Für große Wohnmobile gibt es sogar einen eigenen Gully. Für einen Euro können 50 bis 60 Liter Frischwasser für den Tank gezapft werden, der Strom kostet 50 Cent pro zwei Kilowattstunden.

Nur eines gibt es auf dem Wohnmobilstellplatz nicht: Schatten. Ein Ehepaar aus Köln dreht deshalb und fährt wieder weg. „Wir haben einen Hund, da können wir leider nicht in der prallen Sonne steht“, erklärt der Fahrer Detlef Göke, der ihn kurz stoppt.

Viele Wohnmobilisten haben ihre Hunde dabei. „Manche auch Katzen und einer hatte sogar einen Papagei“, erinnert sich Göke an Exoten auf dem Platz. Der weiteste Besucher jemals kam aus Australien – doch der hatte sich das Wohnmobil in Köln geliehen. Der Großteil der ausländischen Besucher kommt aus Holland. Aber auch Schweden und Franzosen waren schon da. Ganz viele Wohnmobile haben aber auch ein UN-Kennzeichen. Die wollen sich dann meist die Marina anschauen oder übernachten nach einer Feier in der Marina im eigenen Bett. „Für sieben Euro bekommen sie kein Taxi“, weiß Göke.

Seit drei Jahren gibt es Markierungen für die 18 Wohnmobilstellplätze. Ein Wunsch der Kunden. Nun kann sich jeder an den orangenen Strichen auf dem kreisförmigen Fahrweg orientieren und die trapezförmigen Parkplätze ansteuern. Da macht es auch nichts, wenn der eine oder andere einmal schief in seiner Lücke steht.

Göke versucht, jeden Gast persönlich zu begrüßen – und seit sieben Jahren fragt er immer wieder, was gut oder schlecht war. Im jüngsten Fall war es der fehlende Schatten. - tat

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