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Perspektiven für Häuslebauer in Bergkamen: „Heidegärten“ und „Waldsiedlung“ starten

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Von: Jürgen Menke

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An den Heidegärten geht es schon los mit den Erschließungsarbeiten. Bis zum Sommer 2023 sollen hier die ersten Bewohner eingezogen sein.
An den Heidegärten geht es schon los mit den Erschließungsarbeiten. Bis zum Sommer 2023 sollen hier die ersten Bewohner eingezogen sein. © Menke

Der Bergkamener Immobilienmarkt hat bald mehr zu bieten für die eigenen vier Wände. „Heidegärten“ und „Waldsiedlung“ heißen die Projekte, die zusammen Platz für 200 Wohnungen schaffen. Einen Teil zur Vermietung, das Meiste für Häuslebauer.

Bergkamen – Die potenziellen Häuslebauer in Bergkamen und Umgebung können ihren Blick auch gen Weddinghofen schweifen lassen. In dem Stadtteil kündigt sich rege Bautätigkeit an. So beginnt Projektentwickler Bonava mit der Errichtung der sogenannten Heidegärten. Überdies lässt die RAG Montan Immobilien GmbH jetzt früheres Areal der Schachtanlage Grimberg 3/4 zum Bau der „Waldsiedlung“ roden. Insgesamt entstehen rund 200 Wohneinheiten.

+++ Das bieten die Heidegärten:

Sie sollen auf dem Gelände der abgerissenen Heideschule an der Berliner Straßen aufblühen. Es geht um insgesamt 65 Wohngebäude. Zunächst sollen sechs Einfamilienhäuser sowie 48 Doppelhaushälften gebaut werden, am Ende elf öffentlich geförderte Miet-Reihenhäuser.

Das Areal der ehemaligen Heideschule ist rund zwei Hektar groß. „Derzeit werden die ersten Baugruben ausgehoben, sodass wir zeitnah auch den Hochbau starten können. Läuft weiterhin alles wie geplant, werden die ersten Familien spätestens zur Jahresmitte 2023 einziehen“, erläutert Bonava-Projektleiterin Rebecca Reiter.

In der Präsentation des Unternehmens stellt sich die Zukunft in dem Wohngebiet so dar.
In der Präsentation des Unternehmens stellt sich die Zukunft in dem Wohngebiet so dar. © Bonova

Die Häuser haben je nach Variante vier oder fünf Zimmer und bieten zwischen 114 bis 214 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Die Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften werden sukzessive vermarktet, dabei schlüsselfertig und inklusive Grundstück zum Kauf angeboten. Laut Bonova-Sprecher Christian Köhn sind bereits sieben Objekte veräußert.

Die Miet-Reihenhäuser sollen im Jahr 2024, ganz am Ende der Maßnahme, fertig sein und in einem Schwung an einen Investor übergeben werden. „Der wird sich dann auch um die Vermietung kümmern“, kündigt Köhn an. Interessenten könnten sich schon jetzt an Bonova wenden; ihre Kontaktdaten würden an den späteren Eigentümer weitergereicht.

Nach ursprünglichem Plan hätten die ersten Heidegärten-Häuser schon Ende des Jahres bezogen werden sollen. „Wir haben die Fertigstellungszeiten nun großzügiger errechnet – auch, weil die Lieferketten für Baumaterial wegen der Corona-Pandemie teils gestört sind“, verdeutlicht Köhn. Die Grundstücksgrößen liegen im Schnitt bei rund 320 Quadratmetern. Gedeckte Fassadenfarben mit passenden Details aus gebrannten Klinkerriemchen sollen für optische Abwechslung sorgen und bilden gleichzeitig ein verbindendes Architekturelement im künftigen Quartier. Die Häuser würden allesamt den klimafreundlichen KfW-Effizienzhausstandard 55 erfüllen, heißt es.

Anteil sozialer Wohnungsbau

Dass hier auch öffentlich geförderter Wohnraum entsteht, war eine Auflage der Politik. Bonava sagt, die zentrale, aber trotzdem ruhige Lage der Heidegärten begeistere viele Familien. Dass mit der neuen Awo-Einrichtung „Lippestrolche“ eine Kita direkt vor der Tür liege, sei ebenfalls ein großer Pluspunkt. „Wir werden schon bald die nächsten Häuser anbieten“, kündigt Projektleiterin Reiter an.

Bonava ist nach eigenen Angaben „einer der führenden Wohnprojektentwickler in Nordeuropa und Deutschland“. Seine Wurzeln hat das Unternehmen in Schweden. Mit 2100 Mitarbeitern (davon 1000 in Deutschland) erwirtschaftete es 2020 einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro.

Details zu den geplanten Häusern in Bergkamen erhalten Interessenten unter anderem online unter bonava.de/heidegaerten. Über die Höhe der Investition in Bergkamen macht das Unternehmen auf Nachfrage keine Angaben.

+++ Das bietet die Waldsiedlung:


Hier geht es um 130 bis 140 Wohneinheiten (Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser) auf einer rund 65 000 Quadratmeter großen Fläche. Das Plangebiet umfasst im Wesentlichen die südliche Teilfläche der ehemaligen Zeche Monopol, Schacht Grimberg 3/4. Bereits 1994 kam es hier zur Einstellung der Steinkohleförderung, im darauffolgenden Jahr wurden die beiden Schächte verfüllt. Auf dem Gelände befanden sich einst Einrichtungen der Schachtanlage, der Kokereiaufbereitung, der Energieversorgung, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungsgebäude sowie Ausbildungsstätten.

Die RAG Montan Immobilien GmbH als Grundstückseigentümerin will jetzt mit den Rodungs- und Grünschnittarbeiten beginnen. Die Arbeiten seien notwendig, um im zweiten Quartal des Jahres mit der Baugrundaufbereitung und Erschließung des künftigen Wohnbaugebietes beginnen zu können, heißt es in einer Mitteilung. Je nach Witterung seien die Arbeiten voraussichtlich Ende Januar abgeschlossen.

Die Bebauung der Bergbaubrache in der Animation der Eigentümerin zum Genehmigungsverfahren.
Die Bebauung der Bergbaubrache in der Animation der Eigentümerin zum Genehmigungsverfahren. © RAG Immobilien

Laut dem Unternehmen müssen im Zuge der Arbeiten Teile des Baum- und Strauchbestandes im Westen der Flächen am ehemaligen Sportplatz, im Osten des Areals angrenzend an das Wohngebiet „Unter den Telgen“ und im südlichen Böschungsbereich des Kuhbachs entfernt werden. „Im Vorfeld der Maßnahmen sind alle notwendigen artenschutz- und naturschutzrechtlichen Eingriffe überprüft worden“, heißt es.

Laut RAG Montan Immobilien soll das Areal durch eine gemeinsame Projektgesellschaft mit der Heitkamp Erd- und Straßenbau GmbH entwickelt werden und „Raum für ein großes Spektrum an Wohnwünschen bieten“, ohne neue Freiflächen in Anspruch nehmen zu müssen. Einen genaueren Zeitplan zum Projekt werde man bei Baubeginn mitteilen, heißt es auf Nachfrage.

Boden muss aufbereitet werden

Dann wollen die Verantwortlichen auch Details zur Bodenaufbereitung in dem Gebiet nennen. Bekanntlich ist das Erdreich durch die vormalige Nutzung teils kontaminiert. Um unbelasteten von belasteten Boden zu trennen und die Bewohner so vor Gefahren zu schützen, soll in einem Meter Tiefe eine sogenannte Grabesperre eingebaut werden. Ein Unterkellern der Gebäude wird daher nicht möglich sein. Zur Höhe der Investitionen für die Waldsiedlung macht die RAG Montan Immobilien ebenfalls noch keine Angaben. Der Bebauungsplan für die Waldsiedlung wurde bereits 2014 aufgestellt, nach einer Überarbeitung wegen richterlich bestätigter Formfehler hat er seit Ende 2017 Gültigkeit.

Auf dem östlichen Teil des Grimberg 3/4-Geländes wurde im Oktober 2021 bereits der erste Spatenstich für ein 24 Millionen Euro teures Gesundheitszentrum gesetzt. Darin sind Wohnungen und eine Kindertagesstätte integriert. Zwischen dem Neubau und dem bestehenden Fakt-Campus will die kommunale UKBS zudem auf 13 000 Quadratmetern Fläche noch einmal 48 Wohnungen in energieautarken Häusern in klimagerechter Holz-Hybrid-Bauweise schaffen.

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