Überarbeitete Pläne

Aus Turmarkaden wird „Berg-Karree“: So soll es bald in Bergkamen-Mitte aussehen

Berg-Karree Turmarkaden Bergkamen
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So könnte das „Berg-Karree“ nach den aktuellen Planungen der Hilee B GmbH auf dem Gelände der Turmarkaden aussehen. Die fünfgeschossigen Gebäude sollen Fotovoltaikanlagen auf den begrünten Dächern haben und vor allem Wohnungen beherbergen.

Die neuen Planungen für die Fläche der ehemaligen Turmarkaden sind im Rat auf Zustimmung gestoßen. Die Mehrheit der Politiker stimmte dem von der Hilee B GmbH vorgestellten städtebaulichen Gesamtkonzept vom Grundsatz her zu. Gegenstimmen gab es von der CDU – allerdings nur, weil die Partei fand, dass die Politik nicht ausreichend involviert ist.

Nachdem die ersten Planungen des Investors im Stadtrat wie berichtet auf viel Kritik gestoßen waren, hatte Hilee B nicht nur den Rotstift angesetzt und nur nachgebessert, sondern neu geplant, um dem beschlossenen Integrierten Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“ gerecht zu werden.

Statt eines im wesentlichen innenorientierten Fachmarktzentrums stellte der beauftragte Architekt Dirk Eicker ein Konzept vor, dessen Hauptaugenmerk auf der Wohnbebauung liegt. 11 500 Quadratmeter Wohnfläche, aufgeteilt auf 115 Wohnungen mit einer Größe zwischen 55 und 95 Quadratmetern, sieht das „Berg-Karree“ nun vor. „Die Wohnungen sind zum Teil rollstuhlgerecht, alle sind – wie das ganze Gelände – barrierefrei“, erläuterte Eicker.

Vier Gebäude statt nur einem

Statt eines großen Gebäudekomplexes sind vier Einzelbaukörper mit maximal fünf Geschossen geplant. Während die Obergeschosse vorwiegend für die Wohnungen gedacht sind, möchte Hilee B ebenerdig auf insgesamt 5 800 Quadratmetern Einzelhandel ansiedeln. Interesse an der mit 3 000 Quadratmeter größten Handelsfläche hat Edeka signalisiert. Auf kleineren Flächen soll sich beispielsweise ein Drogeriemarkt ansiedeln.

Zum neuen Konzept gehören auch ein rund 4 300 Quadratmeter großes Gesundheitszentrum mit Ärztehaus, Apotheke und Sanitätshaus sowie auf insgesamt 4 300 Quadratmetern ein Fitnessstudio und Gastronomie.

So könnte der Blick von einem Balkon im „Berg-Karree“ aussehen.

Eine zentrale Parkanlage soll für Aufenthaltsqualität sorgen. Eine Sicht- und Lauffläche und eine Wasserachse sollen die Attraktivität des „Berg-Karrees“, das möglicherweise per Blockheizkraftwerk versorgt werden könnte, weiter steigern.

Neben rund 150 oberirdischen Stellplätzen plant Eicker mit einer Tiefgarage, sodass schlussendlich rund 620 Stellplätze vorgesehen sind, bei denen der Architekt auch die E-Mobilität im Kopf hat. Die meisten Dächer möchte der Investor mit Fotovoltaikanlagen ausstatten. „Das Dach des potenziellen Edeka-Marktes soll eine Grünfläche bekommen, die zum Teil auch begehbar sein soll.“

Auch CDU lobt Pläne

Diese Pläne stießen bei den Ratsmitgliedern größtenteils auf Wohlwollen. „Sie haben verstanden“, sagte SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer. Das neue Projekt greife die wesentlichen Komponenten des Integrierten Handlungskonzepts auf. Es gehe um ein Grundstück in zentraler Lage, daher solle es sich in die Umgebung einfügen. Auf den ersten Blick sei das nun gelungen, so Schäfer. Gleichwohl: „Ein Freifahrtschein ist das nicht. Aber auf diesen Grundlagen ist eine weitere Entwicklung möglich.“

Auf der großen Brachfläche soll Neues entstehen

Als „an sich gut“ bewertete Thomas Heinzel, CDU-Fraktionsvorsitzender, die Pläne. Dass die Christdemokraten dem ersten Teil des Beschlussvorschlags, in dem es um die grundsätzliche Zustimmung zum vorgestellten städtebaulichen Gesamtkonzept ging, ihre Stimmen dennoch verweigerten, lag aus Sicht der CDU an mangelnder Kommunikation: „Wir möchten mehr denn je mit einbezogen werden.“ Die aktuellen Pläne von Hilee B hieß die CDU aber gut. „Sie haben Bergkamen von einem Schandfleck befreit und man kann sich gut vorstellen, dass es auf Grundlage der neuen Pläne viel besser wird.“

Während auch die Grünen und die FDP dem Projekt ihre Zustimmung gaben, enthielt sich die BergAUF-Fraktion. Claudia Schewior merkte zwar an, dass es „nach einem sehr angenehmen Klima“ aussieht. „Wir haben aber Bedenken, dass Sie mit dem Projekt für neue Leerstände sorgen – entweder in der vorhandenen Bebauung oder in den neuen Gebäuden“, sagte sie. Immerhin befänden sich in unmittelbarer Nähe zum geplanten Quartier bereits ein Ärztehaus, Kaufland und ein Fitnessstudio.

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