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Dieter Vogt gibt nach 18 Jahren sein Amt als Stadtsportgemeinschaftsvorsitzender ab

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Von: Markus Liesegang

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Dieter Vogt führte 18 Jahre lang die Bergkamener Stadtsportgemeinschaft (SSG)
Wird in Kürze 80 Jahre alt, ist nicht mehr zweiter Vorsitzender von TuRa Bergkamen und ab Montag auch nicht mehr Vorsitzender der SSG: Dieter Vogt. © Liesegang, Markus

18 Jahre stand Dieter Vogt der Bergkamener Stadtsportgemeinschaft (SSG) vor. Am Montag wird er in der Delegiertenversammlung des Vereins (ab 19 Uhr im „Treffpunkt“ Lessingstraße) aufhören. „Ich werde in drei Wochen 80 Jahre alt“, begründet er seine Entscheidung, „und ich erlebe in meinem Umfeld, habe es in meinem Stammverein TuRa Bergkamen erlebt, dass die geistige Leistungsfähigkeit im Alter nachlässt, man vergesslich wird. Und ich wollte keinen geschäftsführenden Posten mit in meine 80er Jahre nehmen.“

Vogt ist geistig noch fit, aber so weit kommen lassen will er es eben auch nicht. „Wenn ich wiedergewählt würde, müsste ich ja drei weitere Jahre den Vorsitz der SSG übernehmen. Wer weiß schon, was dann ist.“

Schon am Montag in der Jahreshauptversammlung von TuRa trat er aus Altersgründen und weil er „familiäre, häusliche Verpflichtungen“ habe, als geschäftsführender stellvertretender Vorsitzender zurück. Vogt wurde nach 19 Jahren zum Ehrenmitglied ernannt.

Verantwortung zu übernehmen, lag dem gebürtigen Kamener immer. Er könne zwar schwimmen, sagt er, aber schon mit der Mitgliedschaft bei den Wasserfreunden sei er dort 1977 gleich als Pressewart in den Vorstand eingerückt. Den sportlichen Aspekt füllte seine Tochter Stefanie Meier als Leistungsschwimmerin aus.

Wegbereiter, Kompromisssucher und Ratgeber

Zwei Jahre später wurde Vogt Geschäftsführer der Wasserfreunde, von 1989 bis 1999 war er zweiter Vorsitzender der Abteilung, bis 2003 dann Vorsitzender. Beisitzer im Hauptverein war er seit 1980, zuletzt ganze 19 Jahre als stellvertretender Vorsitzender.

Die Erfahrung in der Organisation eines Vereins machte Vogt zur ersten Wahl, als der Posten des Vorsitzenden im SSG vakant wurde. „Kannst du dir das vorstellen?“, habe Vorgänger und TuRaner Walter Roheisel gefragt. Der „Helfer in Steuersachen“ konnte. Mit viel Elan sei er die Aufgabe angegangen, um dann zu merken, dass im Gremium andere Aufgaben zu bewältigen sind als in „normalen“ Vereinsstrukturen.

„Ich bin als No-name und ohne Einweisung in den Job reingerutscht.“ Vogt „schulte“ um, nahm die neue Aufgabe als Wegbereiter, Kompromisssucher und Ratgeber in Sachen Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter von insgesamt 44 Bergkamener Vereinen an.

„Die Stadtverwaltung ist der Entscheider in Sachen Sportstätten“, erklärt Sportamtsleiter Heiko Rahn, „aber wir suchen immer die Beteiligung der Stadtsportgemeinschaft. Wir wären ja auch blöd, wenn wir die Meinung der Fachleute in den Vereinen nicht hören würden. Wir sind sehr harmonisch durch die Zeit gekommen“, bestätigt der Verwaltungsmitarbeiter. Der Vorsitzende der SSG werde deswegen als beratendes Mitglied zu den Sitzungen des Ratsausschusses Schule, Sport, Weiterbildung aktiv eingeladen.

Verwaltung bescheinigt gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit habe immer hervorragend funktioniert, sei es bei der Umstellung auf Kunstrasenplätze oder bei den Mitteln für Moderne Sportstätten. „Dort wurde nicht alles abgerufen. Wir wollen und dürfen die Mittel übernehmen, brauchen aber die Zustimmung der SSG“, erklärt Rahn.

Er lobt Vogts Geschichte im Bergkamener Sport als die eines „typischen Vereinsmeiers“ und meint dies durchaus positiv. „Solche Funktionäre, die so viel Zeit, Arbeit und Engagement ins Ehrenamt stecken, gibt es heute nicht mehr“, sagt Rahn. Trotzdem haben die beiden die Nachfolge an der Spitze der SSG regeln können. Vogts Stellvertreterin Stephanie Bierkämper wird sich zur Wahl stellen.

Was Vogt denn im Ruhestand mache? Kegeln tun die vier verbliebenen Mitglieder seines 1965 gegründeten Vereins „Drei geradeaus“ nicht mehr, „aber wir treffen uns noch regelmäßig zum Stammtisch“.

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