Stadt Bergkamen investiert 2,7 Millionen Euro für Bauarbeiten am Stadtmuseum

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Der Zwischentrakt am Museum soll abgerissen und durch einen multifunktionalen Neubau ersetzt werden.

Bergkamen. Rund 2,7 Millionen Euro will die Stadt Bergkamen ins Stadtmuseum investieren und darüber hinaus dem Museumsplatz zu einer neuen, stadtbildprägenden Optik verhelfen. 

Die Pläne stießen am Mittwoch in einer außergewöhnlichen gemeinsamen Sitzung von Kulturausschuss und Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr auf absolute Zustimmung.

Die rund 2,7 Millionen Euro verteilen sich auf zwei Bauabschnitte: Wie berichtet, soll der Zwischentrakt, der zuletzt die Druckwerkstatt und ganz früher die Stadtteilbücherei beherbergte, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. 

Der soll neben Haupteingang, Kassenbereich, Garderobe und Mehrzweckraum auch ein Café beherbergen, das zum Museumsplatz eine Terrasse erhält. Für diesen Bauabschnitt rechnet Architekt Markus Meier mit Kosten in Höhe von rund 1,34 Millionen Euro. 

Die weiteren 1,4 Millionen Euro sollen in den Altbau fließen, zum Beispiel für eine neue Heizungsanlage, neue Fenster, die Dämmung und Neugestaltung der Fassade sowie für eine neue technische Ausrüstung inklusive eines komplett Brandschutzkonzeptes samt neuer Fluchttreppe. Unterm Strich sei es danach ein zusammenhängendes Gebäude, und Wendeltreppen, wie aktuell vorhanden, seien nicht mehr zulässig, sagte der Architekt. Meier schwebt ein eingeschossiger, aber dennoch rund fünf Meter hoher Anbau mit einem Flachdach vor, der völlig autark vom Altbau genutzt werden kann. 

Das, so erklärte der Architekt, der schon das Wohnzentrum an der Kaisereiche und die aktuell im Bau befindliche Wohnanlage an der Marktstraße in unmittelbarer Museumsnachbarschaft entwarf, lasse eine Nutzung für separate Veranstaltungen oder in den Abendstunden zu. 

Fassade passt sich dem Altbau an

Die Fassade soll viele Fenster aufweisen und der des Altbaus gleichen. An der Rückseite soll ein Landschaftsfenster den Blick auf den Museumshof und die dortigen Bergbau-Exponate ermöglichen. 

„Vom Museumsplatz geht es zum neuen Haupteingang, geradeaus geht es dann in den Seminarraum, und nach rechts ins Museum“, so Meier. Das Café soll losgelöst vom Museumsbesuch genutzt werden können, weshalb es links vor dem Kassenbereich liegen wird. Der Mehrzweckraum, der noch den Arbeitstitel „Kulturforum“ trägt, soll 160 Quadratmeter groß sein und etwa 80 Personen Platz bieten. Damit wird der neue Anbau gut doppelt so groß sein wie der aufgrund starker Bergschäden abzureißende. Das Gebäude wird deshalb näher an die Marktstraße rücken. Der hintere Eingang des Nachbarhauses, wo die Musikschule untergebracht ist, müsse deshalb verlegt werden, erklärte Meier. Genutzt werden soll dazu der benachbarte Eingang der alten Post, der ohnehin schon mit einer Rampe versehen ist. 

Teurer als ursprünglich gedacht

Die Musikschul-Räume sollen dann über einen Flur zugänglich sein. Die Investition will Kämmerer Marc Alexander Ulrich aus Eigenmitteln stemmen. Die 1,3 Millionen Euro für den Altbau sollen aus Rückstellungen genommen werden und für den neuen Haupteingang im Zuge der ursprünglich geplanten Ertüchtigung waren ohnehin 450 000 Euro vorgesehen. „Überplanmäßig müssen somit 825 000 Euro mehr bereitgestellt werden“, erklärte Ulrich. Die Gesamtsumme, so Kay Schulte (SPD), klinge zwar nach viel Geld. „Aber das sind 56 Euro pro Bürger“, rechnete er vor. „Und auf ein Jahr gerechnet pro Monat nur 4,67 Euro. Und das für so ein brillantes Gebäude.“ 

Neues Leben für den Museumsplatz 

Bergkamens Erster Beigeordneter und Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters appellierte in aber noch in anderer Sache eindringlich an die Anwesenden: „Lasst uns die Chance nutzen, dass auch der Platz seinen Namen mit viel mehr Stolz tragen kann“, möchte er dem Museumsplatz städtebauliche Bedeutung zukommen lassen. Man müsse den Anbau als Chance nutzen, den Platz anders miteinzubringen. Die Zeiten, in denen sich das Museum hinter viel Grün versteckt, müssten vorbei sein.

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