Bis zum Sommer wird es ruhig in der Stadt Bergkamen

Hafenfest, Holland-Markt und Blumenbörse: Alle großen Veranstaltungen abgesagt

Das Hafenfest 2021 in der Marina Rünthe in Bergkamen fällt aufgrund der Corona-Pandemie aus.
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Tausende Besucher lassen sich normalerweise das Spektakel in der Marina Rünthe nicht entgehen.

Hafenfest, Frühjahrskirmes, Blumenbörse – die Zeit für Großveranstaltungen ist auch im Jahr 2021 schlecht. Schuld ist die Pandemielage, die Begegnungen von vielen Menschen unmöglich macht und Planungen sehr schwierig, weil niemand weiß, wie es in ein paar Monaten aussieht. Die Stadt Bergkamen hat deshalb jetzt alle Veranstaltungen bis Ende Juni abgesagt. Für den Holland-Markt und die Pflanzfeste gibt es zumindest noch etwas Hoffnung.

„Uns fällt das auch schwer. Aber wir sind zu den Maßnahmen gezwungen“, sagt Karsten Quabeck vom Stadtmarketing. Niemand könne voraussehen, wie die Infektionslage an den entsprechenden Daten sein werde und auf Basis welcher Rechtssprechung sich Menschen zu dem Zeitpunkt wieder treffen dürfen. Für Veranstaltungen ab Juli wird die Stadt die weitere Entwicklung abwarten.

Ersatzlos gestrichen wird nun die Frühjahrskirmes, die vom 26. bis 29. März auf dem Stadtmarkt stattfinden sollte. Auch das traditionelle Vereinsvertretertreffen zum Jahresanfang, zu dem die Ortsvorsteher einladen, ist bereits abgesagt worden. Außerdem wird die 14. Bergkamener Blumenbörse am 2. Mai erneut ausfallen. In Kombination mit dem Europatag und dem Tag der Vereine war sie zuletzt sehr erfolgreich, wie Karsten Quabeck betont: „Bis auf eine Partnerstadt waren alle beteiligt und haben zum Beispiel typische Speisen angeboten.“

Hoffnung für das zweite Halbjahr

Das weit über die Stadtgrenzen bekannte Hafenfest in der Marina Rünthe, auf den 4. bis 6. Juni datiert, wird ebenfalls ausfallen. „Das braucht ein Dreivierteljahr Vorlauf. Sonst kriegen wir das nicht hin“, erläutert Quabeck, warum jetzt bereits ein Schlussstrich unter die Planungen gezogen wird. Unklar sei auch, wie die vorgeschriebenen Sicherheitskonzepte mit den zu erfüllenden Hygienemaßnahmen kombiniert werden können.

Nicht ausschließen will der Marketingverantwortliche, dass bei einem Abschwächen der Pandemie wie im vergangenen Sommer kleinere Veranstaltungen in der Stadt stattfinden könnten. Die seien schneller organisiert. Als Beispiel nennt er die „Sandburgensause“ in 2018, ohne dass es jetzt genau so etwas sein muss.

Quabeck hat dabei auch ein Auge auf die arg gebeutelten Standbetreiber, denen so ein Ersatzangebot gemacht werden könnte: „Beim Drive-in im vergangenen Jahr hatten sie mal wieder das Gefühl, den Lkw zu beladen und Speisen zuzubereiten.“ Unterm Strich viel hängengeblieben sei dabei aber wohl nicht, weshalb erst einmal über das Interesse geredet werden müsse. Dafür ist es aber noch zu früh. „Noch steht das alles in den Sternen“, betont der Verwaltungsmitarbeiter.

Abgesagt ist auch der „Holland-Markt“. Der hätte in seiner dritten Auflage am 27. Juni zum ersten Mal am Nordberg stattfinden sollen, weil es an der Marina aufgrund des Andrangs mit den Parkplatzmöglichkeiten zu eng geworden war. „Einige Händler waren schon mittags ausverkauft. Ein Händler sagte mir, dass ist einer der bestbesuchtesten Holland-Märkte in ganz Deutschland gewesen“, erklärt Quabeck. Über einen möglichen Nachholtermin im Herbst wird bereits mit dem Veranstalter gesprochen. 2020 hatte man den Markt zunächst in den November verlegt, doch der erneute Lockdown machte auch diesen Plan zunichte.

Feste leben von Geselligkeit

Zweimal im Jahr finden im Jubiläumswald „Pflanzfeste“ statt. Beide fielen in 2020 aus. Der nächste Termin soll der 3. April sein. „Zurzeit wird geprüft, ob eine Durchführung des 29. Pflanztermins unter Beachtung aller gültigen Schutzmaßnahmen möglich erscheint“, heißt es dazu von der Stadt. Eine endgültige Entscheidung soll bis Mitte März fallen. Jeder, der sich angemeldet hat, wird informiert. „Vielleicht kann man mehrere Termine über den Tag anbieten“, sagt Quabeck. Bislang liegen 40 Bestellungen vor, die auch weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Sonst gebe es zwischen 20 bis 30. Doch jetzt seien noch die aus dem vergangenen Jahr offen, so der städtische Angestellte. Unklar sei, ob alle daran festhalten, schließlich gehe es um Jubiläen, die irgendwann zu weit entfernt sind.

Ab Juli stehen auf dem Kalender der Stadt das Klassik- und das Kino-Open-Air sowie der Weingenuss – Veranstaltungen, die auch in relativ kurzer Zeit zu organisieren seien, erläutert der Mann vom Stadtmarketing. Er gibt aber zu bedenken, dass alles von der Geselligkeit lebe. Und genau das ist zu Corona-Zeiten ja der Knackpunkt.

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